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Begrifflichkeiten zu Trans*


Glossar

Im Zusammenhang mit Trans* wird eine Vielzahl von Begrifflichkeiten verwendet, die einigen Menschen unbekannt sind, zu Diskussionen und Kontroversen führen und von unterschiedlichen Menschen in unterschiedlichen Kontexten verwendet werden. Daher erfolgt an dieser Stelle ein Versuch der Beschreibung und Definition von Begrifflichkeiten. Dies im Bewusstsein, dass die Verwendung von Begriffen sich im Laufe der Zeit verändert.

Trans*

Diese Schreibweise wird häufig bevorzugt genutzt, um die Bandbreite der Möglichkeiten im Trans*Bereich zu zeigen. Sie schließt alle ein, die sich ganz oder zum Teil nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen oder sich nicht entscheiden wollen oder können.

Transgender / transsexuell / transident

Menschen, die sich nicht ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen und eventuell im Laufe ihres Lebens ihre Geschlechtsidentität/Geschlechterrolle/Darstellung angleichen.

Es wird unterschieden zwischen Transfrauen (Mann zu Frau –Transgender), Transmännern (Frau zu Mann – Transgender) und Trans*Menschen, die sich nicht, oder nicht eindeutig zu Frau oder Mann zuordnen können oder wollen.

Transsexualität wird heute zunehmend als veralteter Begriff wahrgenommen. Dessen Verwendung wird stark kritisiert, da der Fokus zu sehr auf dem Teilwort Sexualität liegt und nicht auf der gelebten Identität.

Transfrau (Abkürzungen: TF, MzF, MtF)

Ein Mensch, dem bei der Geburt das Geschlecht „männlich“ zugewiesen und „männlich“ sozialisiert wurde, sich aber diesem Geschlecht nicht zugehörig fühlt und sich als weiblich identifiziert.

Transmann (Abkürzungen: TM, FzM, FtM)

Ein Mensch, dem bei der Geburt das Geschlecht „weiblich“ zugewiesen und „weiblich“ sozialisiert wurde, sich aber diesem Geschlecht nicht zugehörig fühlt und sich als männlich identifiziert.

Non-binäre Identitäten

Menschen, die sich nicht oder nicht ausschließlich als Mann oder Frau zuordnen können oder wollen.

Transition

Bezeichnet den Prozess des Wechselns von einer Geschlechterrolle in eine andere. Dieser Prozess der Geschlechtsangleichung kann aus mehreren Bereichen bestehen.

Neben sozialen Aspekten wie Auftreten, bevorzugte Anrede und anderen lebenspraktischen Anpassungen, können auch rechtliche (z.B. Namens- und Personenstandsänderung) und medizinische (z.B. Hormonbehandlungen und Operationen) Maßnahmen den Weg der Transition begleiten.

Trans*weg

Trans*Menschen beschreiben den Prozess und die Maßnahmen die nötig sind um sich wohler in der eigenen (Geschlechts-)Rolle und dem eigenen Körper zu fühlen, häufig als „Trans*Weg“. Dieser „Trans*Weg“ ist sehr individuell und kann rechtliche und medizinische Schritte beinhalten.

Intersexualität/Inter*

Dieser Begriff bezeichnet Menschen, die durch genetische, anatomische oder hormonelle Merkmale nicht eindeutig dem weiblichen oder dem männlichen Geschlechtsmerkmal zugeordnet werden können. Teilweise sind sowohl als weiblich wie auch als männlich definierte Geschlechtsmerkmale in der gleichen Person bei Geburt angelegt.

Betroffene Menschen bezeichnen sich selbst als intersexuelle, inter*geschlechtliche oder Inter*Menschen. Die Schreibweise Inter* verdeutlicht mit dem Stern die Vielfalt der Identitäten.

Coming Out

Beim Coming Out wird zwischen innerem und äußerem Coming Out unterschieden.
Das innere Coming Out bezeichnet den Prozess der Bewusstwerdung und des Akzeptierens der eigenen Trans*Identität oder Intersexualität.
Das äußere Coming Out bezeichnet das Offenbaren der eigenen Identität gegenüber dem sozialen Umfeld.

Transsexuellengesetz (Abkürzung: TSG)

Das 'Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen' wird in der Kurzform 'Transsexuellengesetz' genannt.
Dieses deutsche Gesetz, regelt die Vornamens- und Personenstandänderung von trans*identen Personen.

Travestie

Travestie hat nichts mit Trans*Identität zu tun sondern bezeichnet die Darstellung einer Bühnenrolle durch die Person eines anderen Geschlechts. Im täglichen Leben wird das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht gelebt.

Geschlecht/Geschlechtsidentität

Die Kern-Geschlechtsidentität ist das individuelle Erleben, einem bestimmten Geschlecht anzugehören, also Mann oder Frau zu sein, und ist mit Ende des zweiten Lebensjahres fest etabliert.

Die Geschlechtsrollenidentität beinhaltet Rollenverhalten und Rollenerwartungen, die vor allem durch Erziehung und Umwelt erworben werden (wie habe ich mich als Mann/als Frau zu verhalten, was wird von mir als Mann/als Frau erwartet).

Sexuelle Identität

Der Begriff der Geschlechtspartner-Ausrichtung bzw. der sexuellen Identität bezieht sich auf das Geschlecht, zu dem sich ein Mensch sexuell und emotional hingezogen fühlt. Die Entwicklung der sexuellen Identität ist bereits im frühen Kindesalter abgeschlossen und damit schon sehr früh im Leben eines Menschen festgelegt.

LGBT*

Ist ein international gebräuchlicher Begriff aus dem englischen Sprachraum und eine Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Trans*, also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Personen. Im deutschsprachigen Raum wird auch die Abkürzung LSBT* benutzt. Je nach Sichtweise werden weitere Gruppen ergänzt, z.B. LGBTI* für Inter*Menschen.