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2002 - 2012: 10 Jahre Koordinierungsstelle


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Seit der Gründung 2002 arbeitet die Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen für Lesben, Schwule und Transgender in München.
In der Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum werden auf einem Zeitstrahl von 2002 - 2011 die vielfältigen Projekte und Maßnahmen zur Gleichstellung von LGBT in München dargestellt.

Am 25.09.2012 konnte im Rathaus das 10-jährige Bestehen der Koordinierungsstelle mit ca. 150 Gästen aus Politik, Verwaltung, LGBT-Community und Gesellschaft gefeiert werden.

In einer launigen Rede ließ der OB die Geschichte der KGL Revue passieren. Er berichtete von den Anfängen, als die Einrichtung der KGL auf heftige Widerstände inner- wie außerhalb der Verwaltung gestoßen war und unschöne Bezeichnungen wie „Schwuchtelbude“ die Runde machten.
In beharrlicher Arbeit konnte die Stelle, damals noch mit Andreas Unterforsthuber und Heike Franz (heute Bürgerberatung) besetzt, Überzeugungsarbeit leisten und der KGL zu einem guten Ruf in der Verwaltung verhelfen.
Dies galt auch für die Beziehungen zur schwullesbischen und transgender Community in München.
Denn auch dort gab es anfänglich Bedenken. Konkurrenzängste machten die Runde und die Sorge war da, dass sich die Stadt jetzt zu sehr in die Angelegenheiten der Community einmischen könnte.
Schon das erste große Projekt der Koordinierungsstelle, die Befragung von mehr als 2.500 Lesben und Schwulen in München hatte durchschlagende Wirkung. So manches Versorgungsangebot für die LGBT-Bevölkerung in München wäre ohne diese Studie nicht zustande gekommen. Zu nennen sind hier z.B. das diversity-Jugendzentrum, die Beratungsstelle für ältere Lesben, Schwule und Transgender sowie das neue Sub in städtischen Räumen.
Andreas Unterforsthuber, Leiter der Abteilung, gab im Anschluss an den Oberbürgermeister dann eine durchaus kritische Bestandsaufnahme über die Entwicklung der schwullesbischen Gemeinde in München. Insbesondere die großen Veränderungen im Glockenbachviertel und deren Auswirkungen auf die LGBT-Community standen in seiner Rede im Mittelpunkt.
Dass Investoreninteressen, Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen und die sog. Gentrifizierung Stadtviertel verändern können, ist nicht neu. Dass dadurch aber die Struktur eines ganzen Bezirks völlig neu ausgerichtet wird und bislang heimische Gruppen und Bevölkerungsschichten verdrängt werden, war in diesem Ausmaß nicht vorstellbar.
Aber es gab auch Gutes zu berichten. Die große Zahl der schwullesbischen Vereine, die vielen ehrenamtlich Engagierten und die große politische Unterstützung der LGBT-Community in München stimmen durchaus hoffnungsvoll für die Zukunft.

Ulrike Mößbauer, in der KGL seit 2008 für den Lesbenschwerpunkt zuständig, berichtete anschließend über die zunehmenden Herausforderungen der Intersektionalität, also der von Mehrfachdiskriminierung betroffenen Menschen. Gerade die in den letzten Jahren immer intensiver gewordene Zusammenarbeit der verschiedenen Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsstellen der Stadt ist eine der zentralen Antworten auf dieses Phänomen.

Nach den "Miss Stücken", die begeisterten Applaus für ihre Gesangseinlage erhielten, feierten die Gäste dann im Kleinen Sitzungssaal noch lange den Geburtstag.