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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Stadtchronik 1932


Bemerkenswertes, Kurioses und Alltägliches

Frauen für den Weltfrieden

13. Januar: "Auf Einladung der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit, des Frauenweltbundes für internationale Eintracht und des Weltfriedensbundes der Mütter und Erzieherinnen hält die Französin Marcelle Capy im Hotel Union einen Vortrag über ‚Abrüstung und Völkerfrieden'. Außerdem spricht Erika Mann über das gleiche Thema. Während ihrer Rede kommt es öfters zu nationalsozialistischen Zwischenrufen."

Der Pädagoge Georg Kerschensteiner (1854-1932) mit seinen Söhnen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung

Pädagoge Kerschensteiner gestorben

Am 15. Januar stirbt im Alter von 78 Jahren der Pädagoge und Schulreformer Georg Kerschensteiner (geb. 1854 in München), der sich stets gegen einseitige Intellektualisierung und für eine den ganzen Menschen erfassende Erziehung eingesetzt hatte. 1895 bis 1919 als Stadtschulrat für das gesamte Schulwesen Münchens zuständig, setzte Kerschensteiner zahlreiche neue Maßnahmen durch. Dazu gehörten u.a. eine Lehrplanreform für Volksschulen; die Reform des naturwissenschaftlichen sowie des Zeichenunterrichts, die Einführung des Schwimmunterrichts für Knaben (1903) und auch für Mädchen (1913), die Einrichtung von Schulwerkstätten, Labors, Schulküchen und Schulgärten. Mit der Gründung von berufsorientierten Fortbildungsschulen schuf er die Vorläufer der heutigen Berufsschulen. Kerschensteiners Tätigkeit errang nicht nur in Deutschland, sondern weltweit Anerkennung.

Aktionärshauptversammlung bei Löwenbräu

20. Januar: "Die Aktienbrauerei zum Löwenbräu hält ihre ordentliche Hauptversammlung, an der 263 Aktionäre teilnehmen [...]. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Geheimrat Dr. Schulmann, behandelt in längeren Ausführungen aktuelle politische und wirtschaftliche, insbesondere braugewerbliche Fragen, wobei er sich gegen die überspannte Biersteuer wendet, die er als mißlungenes Experiment bezeichnet. Die Überbesteuerung des Bieres hat den Bierkonsum in außerordentlichem Maße reduziert, je nach den Gebieten sind Rückgänge von 20 bis 70 Prozent eingetreten."

Lehrerverein will Volksschule aufwerten

26. Januar: "Der Münchener Lehrerverein hat in seiner letzten Mitgliederversammlung folgende Entschließung angenommen: ‚Durch die Übertreibung des Berechtigungswesens wurde eine Überfüllung der höheren Schulen und Hochschulen hervorgerufen, die dem Staat und den Eltern zu ernsthaften Bedenken Anlaß geben muß. Ein entsprechender Ausbau der Volksschule und die Möglichkeit von der ausgebauten Volksschule aus neue Bildungsbahnen zu beschreiten, würde den richtigen Ausgleich schaffen. Der Münchener Lehrerverein beschließt daher, vorerst den Ausbau der Oberstufe der Volksschule vorzubereiten. Er erwartet bei diesem wichtigen Schritt die Unterstützung der Eltern und Behörden."

Stahlblaue Lok begeistert Eisenbahn-Fans

31. Januar: "Im Münchner Hauptbahnhof erregte eine neue elektrische Schnellzugslokomotive Aufsehen. Es handelt sich um eine schwere elektrische Schnellzuglok für das bayerische Netz der Reichsbahn. [...] Eine Stunde lang kann die Lokomotive eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km in der Stunde erzielen. [...] Die Maschine dient zur Beförderung schwerster Schnellzüge auf den elektrisch betriebenen Gebirgsstrecken und sie wird auch auf der zur Zeit im Bau befindlichen Stuttgarter Strecke Verwendung finden."

Kardinal Faulhaber predigt Frieden

7. Februar: "Kardinal von Faulhaber zelebriert in der St. Bonifazkirche im Hinblick auf die gegenwärtig in Genf tagende Abrüstungskonferenz eine Pontifikalmesse als Gebet um den Völkerfrieden." Das Thema seiner Predigt lautete "Neue Kriegsethik und Friedensrüstung".

Ratschläge für's Altwerden

12. Februar: "In ihrer 100stes Lebensjahr tritt die Bezirksarztenswitwe Frau Eleonore Groeber ein und ist damit wohl die älteste Bürgerin der Landeshauptstadt. Ein echtes Münchner Kindl (geboren am 12. Februar 1833) [...] ist sie seit etwa 20 Jahren Pensionärin im städtischen Mathildenstift. Das Erstaunliche an dieser Greisin ist ihre körperliche Rüstigkeit. Sie geht noch jeden Tag einige Stunden aus, plaudert und scherzt, liest ohne Brille, strickt und hat Interesse für alles. Besonders schmeckt ihr am Abend ihr ‚Quartel Bier'; zum Frühstück trinkt sie immer ‚ein Glaserl Wein'."

Trambahn-Zusammenstoß

13. Februar: "In der Paul-Heyse-Straße stießen früh 8 Uhr zwei Straßenbahnzüge der Linie 12 heftig zusammen. Der eine Zug, der sich verspätet hatte, stand stadtauswärts an der Haltstelle Landwehrstraße. Der nachkommende Zug fuhr mit solcher Wucht auf den stehenden auf, daß der zweite Anhängerwagen des angefahrenen Zuges schwer beschädigt und der erste Anhängewagen aus dem Gleise geworfen wurde. Die durch den Zusammenstoß hervorgerufene Verkehrsstörung dauerte 20 Minuten." Verletzte gab es nicht.

  

Fabrikant Rodenstock gestorben

18. Februar: "Nach nur zweitägiger Krankheit stirbt auf seinem Landsitz in Erl bei Kufstein der Begründer und Seniorchef der Optischen Werke G. Rodenstock, Kommerzienrat Joseph Rodenstock." Geboren 1846 in Ershausen/Thüringen hatte Rodenstock 1877 in Würzburg eine optische feinmechanische Werkstätte gegründet, die er 1883 nach München verlegte. Die Firma, die bis heute besteht, erlebte bereits unter ihrem Gründer eine Blütezeit. Abb. s. unten

Die Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 1930er Jahre traf breite Bevölkerungsschichten.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung (Foto: Weiler)

Klöster schränken Armenspeisung ein

24. Februar: "Mit Rücksicht auf die allgemeine schlechte wirtschaftliche Lage, die sich auch bei den Klöstern auswirkt, wird ab heute laut Beschluß einer Konferenz der Oberen Klöster die Brotabgabe an den Klosterpforten in München auf die Zeit von 3 bis 3.30 Uhr nachmittags beschränkt."

Politisch motivierte Schlägerei

Am Abend des 26. Februar ereignete sich in München ein schwerer politischer Zusammenstoß. Der Polizeipressebericht teilte darüber mit: "Gegen 11 Uhr abends kam es in der Hofmannstraße in Sendling zu einem Zusammenstoß zwischen einer größeren Anzahl von Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten, wobei ungefähr 30 Personen leicht und etwa drei Personen schwer verletzt wurden. Über die Ursache der Schlägerei, bei der Zaunlatten, Stuhlbeine, Gummiknüppel und sonstige Schlagwerkzeuge verwendet wurden, kann erst nach Feststellung des Sachverhalts Näheres mitgeteilt werden. Bis jetzt sind 14 beteiligte Personen festgenommen worden."

Meteorologisches Schauspiel

28. Februar: "Ein bei uns seltenes, in den Polargebieten jedoch häufig auftretendes Naturschauspiel konnte gestern Vormittag mehrere Stunden hindurch beobachtet werden. Die Sonne, hinter leichten Dunstschleiern, die in Wirklichkeit Eiskristalle waren, abgeblendet leuchtend, erzeugte den bekannten Sonnenring mit den umgekehrten Regenbogenfarben, außerdem aber auf einem den Sonnenring schneidenden horizontalen Streifen rechts und links zwei Lichtkerne, die als sog. Nebensonnen bekannt sind."

Wintereinbruch im März

8./9. März: "In der Nacht treten in München [...] sehr starke Schneefälle ein [...]. Auf dem Oberwiesenfeld wird eine Schneehöhe von 32 Zentimetern festgestellt. Am Mittwoch [9. März] arbeiten 27 Motorschneepflüge sowie 4.000 Schneeräumer außer den 860 ständigen Hilfsarbeitern an der Beseitigung der gewaltigen Schneemassen. Außerdem sind 70 Automobile und 13 Pferdefahrzeuge sowie 1.800 Schneekippkarren in Tätigkeit. Durch die großen Schneemassen entstehen im Straßenbahnverkehr erhebliche Störungen."

Ein Geschenk für das Deutsche Museum, April 1932.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung

Deutsches Museum - Ein Geschenk fliegt ein

11. März: "Am Mittag trifft das Dornier-Wal-Flugzeug D 1411, das vom Reichsverkehrsministerium dem Deutschen Museum zum Geschenk gemacht wurde, auf dem Flugplatz Oberwiesenfeld ein. Der Landung wohnt das gesamte fliegerisch interessierte München bei. Oskar von Miller begrüßt die beiden Piloten [...]."

Gymnasien verzeichnen rückläufige Schülerzahlen

13. März: "Die Einschreibungen an den höheren Lehranstalten Münchens haben infolge der Wirtschaftsnot und der Erhöhung des Schulgeldes einen teilweise erheblichen Rückgang gegenüber dem Vorjahre ergeben." Am Ludwigsgymnasium wurden 51, am Max-Gymnasium 68 (Vorjahr 105), am Theresiengymnasium 136 (140), am Wilhelmsgymnasium 143 Schüler (193) [...] angemeldet. "In den genannten Anstalten insgesamt ist die Zahl der Anmeldungen von 1.870 auf 1.266 zurückgegangen. Auch bei den höheren Mädchenschulen ist ein zum Teil nicht unerheblicher Rückgang der Anmeldungen zu verzeichnen."

Schlechte Salvator-Bilanz

15. März: "Der diesjährige Salvator-Ausschank auf dem Nockherberg geht zu Ende. Die Besucherzahl blieb mit 17.500 rund um ein Drittel hinter derjenigen des Vorjahres zurück. Der Bierkonsum betrug in den acht Tagen 34.500 Liter." Am 19. März, dem Josefitag, allerdings lockte das Wetter noch einmal zahlreiche Besucher nach Giesing, so daß sich die Schlussbilanz wohl doch noch etwas verbesserte: "Bei überaus prächtigem Wetter wird auf dem Nockherberg nochmals Salvatorbier ausgeschenkt. Infolge des Massenbesuchs muß die Gaststätte wegen Überfüllung zeitweise gesperrt werden. Es werden rund 80 Hektoliter ausgeschenkt. Um 6 Uhr 30 Minuten ist offiziell Schluß und um 7 Uhr 45 Minuten ist der Keller geräumt."

Pat und Patachon besuchen München

18. März: "Am Vormittag treffen die dänischen Filmkomiker Pat und Patachon (Karl Schentröm und Harald Madsen) in München zu einem kurzen Besuch ein. Sie werden am Bahnhof von zahlreichen Filmfreunden herzlich empfangen; vormittags findet bei Bürgermeister Dr. Küfner ein Empfang statt. Abends wohnen die beiden der Erstaufführung ihres neuen Films ‚Knall und Fall' in den Luitpold-Lichtspielen und im Filmpalast bei."

Gemeinden in Not

21. März: "Der Hauptausschuß des Bayerischen Städtetags trat zu einer Sitzung im Rathaus in München zusammen. [...] Behandelt wurden die gegenwärtig besonders dringenden Fragen der Gemeindepolitik, Arbeitslosigkeit und ihrer Auswirkungen auf die Gemeinden, die Frage der Arbeitsbeschaffung im Jahr 1932, das Umschulungsproblem, die Haushaltsausgleichung in den Gemeinden, die Regelung des innerbayerischen Finanzausgleichs. Eine Reihe von Fragen, die mit der dringenden Notwendigkeit einer finanziellen Reichs- und Landeshilfe und ihrer Regelung zusammenhängen, deren Förderung jüngst auch im Haushaltsausschuß des bayerischen Landtags herausgestellt wurde, verdichtete sich in Entschließungen zu formulierten Vorschlägen der bayerischen Städte und Märkte an die Reichsregierung und die bayerische Staatsregierung."

Neue Gemeindeumlagen

22. März: "Bis zur Verabschiedung des neuen Stadthaushaltes beschloß der Stadtrat, die sog. zwangsläufigen Ausgaben für Gehälter, Löhne, Pensionen usw. in der anfallenden Höhe zu leisten. Die übrigen Ausgaben dürfen jedoch monatlich ein Zwanzigstel der vorjährigen Haushaltsansätze nicht übersteigen. Gleichzeitig beschloß der Stadtrat gegen die Stimmen der Nationalsozialisten und Kommunisten [...] die Gemeindeumlagen vorerst mit folgenden Sätzen zu erheben: Bei der Grundsteuer mit 600 Prozent, bei der Haussteuer, Gewerbesteuer und Hausiersteuer mit 400 Prozent der entsprechenden Landessteuer."

Frühes Industriebauwerk verschwindet

25. März: "Das alte Gaswerk am Kirchstein in Steinhausen, Münchens erstes Gaswerk überhaupt, das im Jahre 1899 aus dem Besitz der Gasbeleuchtungsgesellschaft an die Stadt kam, wird abgebrochen."

Zahlen aus dem Schlachthof

31. März: "Nach Mitteilung der Schlacht- und Viehhofdirektion wurden im Schlachthof in der Zeit vom 1. 4.1931 bis zum 31.3.1932 geschlachtet: 70.368 Stück Großvieh, 157.325 Kälber, 302.179 Schweine und 19.762 Schafe."

Die Schrannenhalle nach dem Brand am 8. April 1932  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung

Schrannenhalle brennt

8. April: "In der Nacht brach in der Schrannenhalle am Viktualienmarkt Feuer aus, das sich rasch zum Großfeuer ausdehnte. Ein starker Sturm fachte den Brand, der in der südlichen Ecke der 1851/53 erbauten Schrannenhalle entstanden war, zu einem lodernden Flammenmeer an. Die umliegenden Häuser wurden stark in Mitleidenschaft gezogen; die Freibank, die Löwenapotheke und zwei weitere Anwesen brannten z.T. vollkommen aus. Von der 76 Meter langen und 24 Meter breiten nördlichen Hälfte der Schrannenhalle steht nur noch das Eisengerippe. Die Sanitätskolonnen mußten in 87 Fallen eingreifen."

Da das Gebäude nicht mehr zu retten war, wurde die Reste der Schrannenhalle in den folgenden Wochen abgebrochen. Der noch intakte nördliche Teil wurde eingelagert und zunächst vergessen. Nach seiner Wiederentdeckung wurde er wiederaufgebaut und konnte 2005 eröffnet werden.

Trudering erhält Anschluss ans Münchner Wassernetz

14. April: "Der Hauptausschuß genehmigte den Betrag von 5.650 M zum Anschluß des Truderinger Wasserwerkes an das Rohrnetz der Stadt München, nachdem Trudering am 1. April der Stadt München eingemeindet wurde." Trudering wurde nach langwierigen Verhandlungen als damals 32. Stadtbezirk in die Landeshauptstadt eingegliedert. Heute ist Trudering-Riem der 15. Stadtbezirk.

Münchner Schwalben kehren aus dem Süden zurück

19. April: Die Chronik berichtet, dass eine größere Anzahl der im Herbst 1931 mittels Flugzeug von München nach Italien transportierten Schwalben, die durch den plötzlichen Wintereinbruch an der Reise nach dem Süden verhindert und durch Fußringe kenntlich gemacht worden waren (s. Chronik 1931), wieder in München und Umgebung beobachtet wurden.

Haushaltsausstellung

30. April: "Die Berufsorganisation der Hausfrauen Münchens veranstaltet im Ausstellungsgelände auf der Theresienhöhe eine Ausstellung unter dem Titel '400 Jahre deutscher Haushalt'. Während Halle IX Möbel und Einrichtungen von der gotischen bis zur Neuzeit präsentiert, werden in den anderen Hallen Erzeugnisse aus dem Gebiet der Technik, Chemie, Wohnkultur, Hygiene, der Mode und des Sports gezeigt."

Männerwallfahrt nach Altötting

30. April: "Bei günstigem Wetter findet die 27. Münchner Männerwallfahrt nach Altötting statt, an der ca. 1.300 Personen, darunter Prälat Dr. Scharnagl, Stadtpfarrer Knon, mehrere Stadträte sowie zahlreiche Geistliche teilnehmen." In Altötting nahmen die Wallfahrer in Gegenwart von Ministerpräsident Dr. Held an den Feierlichkeiten teil, die anlässlich des 300. Todestages des Feldherrn Tilly in Altötting stattfanden.

Notlandung auf der Theresienwiese

1. Mai: "Am Sonntagmittag kurz vor ½ 2 Uhr mußte das Flugzeug D 1743 notlanden. Nach der Angabe des Flugzeugführers geschah die Notlandung wegen Benzinmangels. Gegen ½ 3 Uhr erschien das Überfallkommando und ein Aufgebot blauer Polizei sowie die Luftschifffahrtspolizei per Rad und sicherten das Flugzeug durch Absperrmaßnahmen. Nachdem das Flugzeug mit ca. 25 Liter Benzin versehen worden war, stieg die Maschine um ¾ 3 Uhr wieder auf."

Feuerwehrübung

22. Mai: "Im Hof der Türkenkaserne findet eine Landesinspizierung der Abt. 1, 2,3, 8 und 9 der Freiwilligen Feuerwehren Münchens durch den Landesbranddirektor Gewerberat Ecker statt. Es werden Fuß- und Geräte-, Expeditions- und Exerzierübungen gezeigt, außerdem findet in der Gabelsbergerstraße [...] eine große Angriffsübung statt. Die Übung wird mit einem Vorbeimarsch der Mannschaften vor dem Landgerichtsbranddirektor und den Ehrengästen beschlossen."

Die Stadt als Auftraggeberin

7. Juni: "Der Stadtrat hat folgende Gelder bewilligt: Für den Balkonschmuck am Rathaus 4.000 Mark, 13.800 Mark für den Gebäudeunterhalt in den Badeanstalten, 1.170 Mark für tausend Kleiderbügel in den Sommerbädern, 6.300 Mark für die Hauptreinigung der Brause- und Wannenbäder, [...] 44.000 Mark für die Kanalisierung der Sixstraße in Obergiesing, 6.000 Mark für einen Rohrkanal an der Fürstenrieder Straße [...] Zugestimmt wurde ferner der Bereitstellung von 20.000 Mark für den innerdeutschen Luftverkehr als Subventionierung; dagegen stimmten die drei Kommunisten, da es sich bei dem Flugverkehr um ‚imperialistische Kriegszwecke' handle."

Empfang für die Deutschen Fußballmeister vom FC Bayern in München am 13. Juni 1932.   Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung (Foto: Valérien)

FC Bayern wird deutscher Meister

Am 12. Juni fand in Nürnberg der Endkampf um die deutsche Fußballmeisterschaft 1932 statt, bei welcher der Fußballklub Bayern gegen den FC Eintracht Frankfurt mit 2:0 gewann. Am folgenden Abend wurde die zurückkehrende Mannschaft im Königssalon des Hauptbahnhofes durch die Vertreter der Münchner Sportverbände und dann im Großen Sitzungssaal des Rathauses durch Oberbürgermeister Dr. Scharnagl empfangen.

Hitler-Kundgebung im Zirkus Krone

24. Juni: "In der polizeilich gesperrten Versammlung im Zirkus Krone [...] erinnerte Adolf Hitler zunächst an den Wandel der letzten Wochen. Er meinte, die Bayerische Volkspartei habe Glück, daß die heutige Reichsregierung keine nationalsozialistische sei und der Reichskanzler von heute v. Papen und nicht Adolf Hitler heiße. [...] Außerordentlich heftig wurde der nationalsozialistische Führer, als er auf die Vorgänge im Bayerischen Landtag zu sprechen kam, und drohte heftigsten Kampf und Repressalien in den von den Nationalsozialisten beherrschten Ländern an. Die Nationalsozialisten würden sich jedenfalls niemals beugen. Von Bayern aus habe die Revolution ihren Ausgang genommen, von hier aus soll auch die deutsche Erhebung gehen." Die bayerische Staatsregierung hatte die zweite Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten unterstützt. Bei den Landtagswahlen hatte die BVP 45 Prozent, die NSDAP 43 Prozent (vgl. 1928: 9 Prozent) und die Sozialdemonkraten nur 20 Prozent (vgl. 1928: 34 Prozent) der Stimmen erreicht.

Steigende Arbeitslosigkeit

Nach dem Halbjahresbericht des Münchner Arbeitsamtes gab es zum 30. Juni 1932 im Bezirk des Arbeitsamtes München 82.000 Arbeitssuchende, "wovon auf die Stadt München 73.100 treffen. Gegenüber dem Vorjahre ist in München die Zahl der Arbeitssuchenden um 20.000 gestiegen."

Ausstellung "Das Atlantropa-Projekt"

19. Juli:"Im Ausstellungsgebäude im Alten Botanischen Garten wird eine Ausstellung von Plänen und graphischen Darstellungen veröffentlicht, die das Atlantropa-Projekt des Regierungsbaumeisters Hermann Soergel behandeln." Schon Ende der 1920er Jahre hatte der Architekt Hermann Sörgel (1885-1952) den Plan entwickelt, einen gewaltigen Staudamm in der Strasse von Gibraltar zu bauen, um damit das Mittelmeer vom Atlantik abzuriegeln und es langsam auszutrocknen. Neben dem daraus erwachsenden enormen Landgewinn sollten mithilfe des über 30 Kilometer langen Staudamm gewaltige Energiemengen produziert werden. Sörgel war überzeugt, so die Probleme Hunger, Energieknappheit und Überbevölkerung auf einen Schlag lösen zu können. Das wichtigste Ziel für ihn aber war, Europa und Afrika zu "Atlantropa" zu vereinigen. 1932 publizierte Sörgel seine utopischen Pläne und wurde damit schlagartig bekannt.

Konferenz der Landwirtschafts- und Ernährungsminister, Juli 1932  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung

Konferenz der Reichsernährungsminister

19. Juli: "Unter dem Vorsitz des Reichsernährungsministers Freiherr von Braun findet in München eine Konferenz der Landwirtschaftsminister der deutschen Länder statt. Die Konferenz beschäftigt sich mit den brennendsten Tagesfragen der Landwirtschaft, besondern mit den Fragen der Erntebewegung und Erntefinanzierung, dem Kreditzinsproblem sowie den Fragen des Absatzes und des Schutzes der Erzeugnisse der Milch- und Molkereiwirtschaft, des Obst- und Gartenbaus und der Viehzucht. [...] In der Aussprache kommt zum Ausdruck, dass neue starke Maßnahmen zum Schutz der bäuerlichen Erzeugnisse bei den katastrophalen Weltverhältnissen nicht entbehrt werden können und deshalb mit Beschleunigung geschaffen werden müssen."

Start zur Internationalen Alpenfahrt, 28. Juli 1932  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung

Start zur Alpenfahrt

Am 28. Juli "ist in München der Start zur großen Internationalen Alpenfahrt angesetzt, die [...] gemeinsam mit den international anerkannten Autoklubs Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Italiens und Frankreichs organisiert wurde. 107 Teilnehmer begeben sich [...] auf Fahrt. Die Strecke führt über rund 2.000 km, wobei 20 der schwersten Alpenpässe und Gebirgsstraßen zu bezwingen sind. [...] An Münchnern nehmen Hinterleitner (Wanderer), Kagerer und Drax (Hanomag) an der Alpenfahrt teil."


Deutsche Erfinder präsentieren ihre Ideen

29. Juli: "In den Räumen der Alten Akademie an der Neuhauser Straße wurde durch Oberbürgermeister Dr. h.c. Scharnagl eine Ausstellung des Deutschen Erfinder-Schutzverbandes e.V. (Sitz München) eröffnet. Die Ausstellung, deren Besuch jedermann, besonders Fabrikanten, Geschäftsleuten usw. eindringlich empfohlen werden kann, macht den Besucher in 21 Arbeitsräumen an Hand von Modellen und Beschreibungen mit den neuesten praktischen Erfindungen bekannt."


Das größte Flugzeug der Welt besucht München

1. August: "Junkers G 38, die ‚2500', das größte Landflugzeug der Welt, das von der Deutschen Lufthansa auf der Strecke Berlin-Amsterdam-London eingesetzt ist", landete anlässlich des Internationalen Rundflugs Zürich auch in München. "Die Maschine hat Raum für 34 Passgiere und sieben Mann Besatzung."


Glückwünsche für die Münchner Olympiasieger

14. August: "Oberbürgermeister Dr. Scharnagl hat an die deutsche Olympiadelegation in Los Angeles folgendes Telegramm gesandt: ‚München, die Stadt der meisten Olympiasieger, sendet seinen erfolgreichen Landsleuten herzlichste Glückwünsche. Oberbürgermeister Scharnagl." Die erfolgreichen Münchner Sportler Schleimkofer, Zigklarski, Straßberger, Wölpert, Ismayr und Ehr trafen am 4. September in München ein: "Sie werden im Königssalon durch Vertreter der Stadt und der Sportverbände begrüßt. Anschließend formiert sich ein Festzug mit zahlreichen geschmückten Autos, mit vielen Fahnen- und Standartenabordnungen, der über den Marienplatz [...] zum Löwenbräukeller führt. Hier findet im großen überfüllten Saal der offizielle Festabend statt."

Internationales Hockey-Turnier

Am 11. September "findet im Dantestadion ein Wettkampf zwischen der deutschen und der indischen Hockey-Nationalmannschaft statt, dem ca. 6.000 Zuschauer beiwohnen. Indien gewinnt mit 6:0. Vormittags wurden die beiden Nationalmannschaften im Großen Sitzungssaal des Rathauses von Bürgermeister Dr. Küfner empfangen."

Oktoberfest 1932 - Sanitäts- und Polizeibilanz

17. September: "Während des ganzen Oktoberfestes mußte die Sanitätswache 760mal eingreifen. Erfreulicherweise handelte es sich nahezu restlos um leichtere Fälle. [...] Auch die Polizei hatte [...] reichlich zu tun. Es wurden einige Spitzbuben verhaftet, eine ganze Anzahl von Betrunkenen in Schutzhaft genommen, verschiedene kleinere Raufereien geschlichtet und eine Reihe von unwillkommenen Angreifern auf die Ehre weiblicher Wiesnbesucher festgenommen."

"Landesblumentag"

24. September: "Der Samstag und Sonntag standen im Zeichen des Heckenröschens. Wer es sich ansteckte, der tat ein gutes Werk für die armen kinderreichen Familien Münchens. 200 Sammelpaare setzten insgesamt 120.000 Blumen ab. [...] Das Ergebnis der Sammlung fiel [...] zur vollen Befriedigung aus."

Hundeausstellung

25. September: "Die in der früheren Autohalle des Ausstellungsgeländes abgehaltene Rassehund-Ausstellung erfreute sich eines außerordentlich starken Besuchs, was für München mit seinen 22.000 Hunden in 68 Rassen nicht verwunderlich ist. Zur Schau gestellt waren rund 700 Hunde aller Rassen, Arten und Größen, von der gewaltigen gefleckten Dogge [...] bis zum kleinen Spitz [...]. Stark vertreten waren besonders die Münchener Schnauzer und die kleinen rothaarigen Foxel. Fast alle Tiere waren behütet von ihren Besitzern und wenn manchmal das ‚Fraule' mit im strohgedeckten Zwinger saß, konnte man im Zweifel darüber sein, wer da ausgestellt ist."

Straßenbenennungen

7. Oktober: "Durch die Erschließung von neuen Bauquartieren mußten viele Straßen angelegt werden, die durch den Stadtrat ihre Namen erhalten. Im Oktober legte der Wohnungsreferent dem Stadtrat neuerdings solche Benennungen vor. Es wurden im ganzen 90 Straßen neu benannt. [...] Der Platz zwischen Rothpletzstraße und Eulerstraße in Neu-Freimann erhielt den Namen ‚Vollmarplatz'. Vorerst freilich ist er nichts weiteres als eine Wiese."klicken für eine vergrößerte Darstellung!

Botaniker Goebel gestorben

Am 9. Oktober stirbt der Botaniker und Schöpfer des neuen Botanischen Gartens Karl von Goebel (geb. 1855 in Billigheim/Baden). Er wird auf dem Ostfriedhof bestattet. Der Botaniker war 1891 nach München gekommen. Er legte nicht nur den Alpengarten auf dem Schachen an, sondern organisierte ab 1903 auch die Verlegung des Botanischen Gartens von der Elisenstraße nach München-Nymphenburg. Abb. s. unten

Öffentliche Uhren

19. Oktober: "In München geben gegenwärtig 68 öffentliche Uhren die genaue Zeit an oder sollten es wenigstens. 51 davon befinden sich an Kirchtürmen und öffentlichen Gebäuden, 27 von ihren besitzen einen elektrischen Aufzug. 17 entfallen auf die Stadtuhranlage und sind meist an Lichtreklamesäulen angebracht."

Neuerliche Reichstagswahlen

6. November: "Im ganzen Reich finden heute zum zweiten Mal in diesem Jahre die Wahlen zum deutschen Reichstag statt. [...] In München, das in 392 Stimmbezirke eingeteilt ist, werden insgesamt 386.921 Stimmen abgegeben, davon sind 3.370 ungültig. Von den gültigen Stimmen entfallen auf die

* Nationalsozialisten 95.382 Stimmen
* Sozialdemokraten 79.109 Stimmen
* Kommunisten 75.552 Stimmen
* Deutschnationale Volkspartei 25.597 Stimmen
* Bayerische Volkspartei 95.243 Stimmen
* Deutsche Volkspartei 3.414 Stimmen."


Novemberwetter

18. November: "Dicker feuchter Novembernebel hat in den letzten Tagen das Münchner Stadtbild dem Londons ähnlich gemacht. Vom Morgen bis zum Abend steht in den Straßen eine graue Mauer und der Verkehr der Straßenbahnen und der Autos kann nur unter Beobachtung äußerster Vorsicht durchgeführt werden. Infolge des Nebels ereigneten sich einige Straßenunfälle. So überrannte ein motorradfahrender Buchdrucker auf der Ingolstädter Landstraße einen radfahrenden Schreiner."

Landtagsabgeordnete Ammann gestorben

23. November: "Frau Landtagsabgeordnete Ellen Ammann, Arztens- und Hofratsgattin, stirbt in ihrer Wohnung an einem zweiten Schlaganfall." Ellen Ammann (geb. 1870 in Stockholm) war eine der wenigen weiblichen Abgeordneten des Bayerischen Landtags 1919 (Frauenanteil: 5,7 Prozent); Frauen hatten erst 1919 das Stimmrecht erhalten. Sie war Mitglied der Bayerischen Volkspartei. Daneben engagierte sie sich u.a. als Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes München.

Milch für München

28. November: "Der Oberbayerische Milchversorgungsverband hat in seiner letzten Sitzung den Kleinverkaufspreis für Frischmilch in München auf 24 Pfennige festgesetzt. Ferner wurde beschlossen, dem Stadtrat München von der ersten Dezemberwoche an auf die Dauer von zunächst drei Monaten täglich 300 Liter Frischmilch unentgeltlich als Beitrag zur Winternothilfe zur Verfügung zu stellen."

Gustav Meyrink gestorben

Am 4. Dezember starb der Schriftsteller und Übersetzer Gustav Meyrink (geb. 1868 in Wien) in Starnberg im Alter von 65 Jahren. Meyrink war ursprünglich Bankier in Prag gewesen; 1902 kam er unschuldig unter Betrugsverdacht. 1905 übersiedelte er nach München und lebte fortan als freier Schriftsteller; ab 1911 lebte er in Starnberg. Meyrink wandte sich dem Okkulten und Antibürgerlichen zu und gilt mit seinen bekannten Romanen "Der Golem", "Das grüne Gesicht", "Walpurgisnacht" und "Der weiße Dominikaner" als Klassiker der phantastischen Literatur. In sein Werk gingen mystische, kabbalistische und indische Geisteselemente ein. Er selbst konvertierte 1927 zum Buddhismus. Abb. s. unten

Kaiser-Ludwig-Denkmal soll wieder versetzt werden

7. Dezember: "Das Kaiser Ludwig-Denkmal im Dom soll von seinem bisherigen Platze entfernt werden. Der Generaldirektor des Nationalmuseums Dr. Halm und Oberbibliotheksrat Dr. Hartig haben sich nun in einem Schreiben an Kardinal Faulhaber gewandt. Dieselben erklären, in den Kreisen traditionserfüllter Bayern und Freunde bayerischer Kunst habe die Absicht der Denkmalsversetzung große Bestürzung hervorgerufen; sie schlagen deshalb vor, den älteren gotischen Teil an einer bevorzugten Stelle des nunmehr gänzlich der Gotik zurückgegebenen Domes aufzustellen und das ohnedies als Ehrengrab der Wittelsbacher gedachte Erzdenkmal in der St. Michaelskirche aufzustellen." Das in rotem Marmor ausgeführte gotische Hochgrab Kaiser Ludwigs in der Frauenkirche war im frühen 17. Jahrhundert von dem Bildhauer Hans Krumper mit einem erzenen "castrum doloris", also einem fürstlichen Trauergerüst, ummantelt worden. In der Apsis unter dem 1605 errichteten Bennobogen plaziert, blieb es bis zur Regotisierung der Kirche im Jahr 1868 im kultischen Zentrum des Doms. Mit dem Abbruch des Bennobogens musste auch das Kaisergrab weichen. Mittlerweile hat es seinen Standort noch öfter gewechselt. Es befindet sich nun im hinteren Kirchenteil, wo es nur noch musealen Wert genießt.

Anschlag auf Nazi-Treff

9. Dezember: Auf ein vorzugsweise von Nationalsozialisten besuchtes Lokal wurde ein ungewöhnlicher Anschlag verübt: "Das ‚Café zur braunen Front' in der Ludwigstraße wurde in der Nacht von unbekannten Tätern mit dunkelroter Farbe angestrichen. Eine Kolonne muß an der Arbeit gewesen sein, um die Hauswand von oben bis unten rot anzustreichen. Von den Tätern hat man keine Spur."

Christkindlmarkt 1932.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung (Foto: Pettendorfer)

Christkindlmarkt

"Der Weihnachtsmarkt findet am 9. mit 24. Dezember auf dem Sendlinger-Tor-Platz und den anschließenden Spielplatzanlagen statt. [...] Vorherrschend sind Waren, die hauptsächlich in der winterlichen Jahreszeit benötigt bzw. als Geschenke für Weihnachten gedacht sind: Woll-, Weiß-, Schmuck-, Spiel-, Schuh-, Zuckerwaren, Spitzen, Wachstuch, Berufskleider und Krawatten."

Münchner Zigarettenfabrikant gestorben

13. Dezember: "Kurz vor Vollendung seines 59. Lebensjahres ist nach schwerem Leiden der [...] Zigarettenfabrikant Salomon Minikes gestorben. Er brachte als erster 1895 die Zigarettenfabrik-Industrie nach München und errichtete 1897 die erste Zigarettenfabrik, die bald 150 Arbeiter beschäftigte. [...] Während des Weltkrieges hat er über 100.000 Zigaretten als Liebesgaben ins Feld geschickt. Auch sonst hatte er eine offene Hand. Das Rote Kreuz wurde von ihm besonders unterstützt."

Bitte um Weihnachtsüberraschung für Studenten

22. Dezember: "Viele arme begabte Studierende müssen das Weihnachtsfest einsam und ohne Lichterbaum in ihrer Studentenbude verbringen. Für sie bittet das Studentenhaus herzlich um Übersendung kleiner Weihnachtspäckchen, die einem Studenten über die Feiertage hinweghelfen und ihm eine kleine Festfreude bereiten können."

Statistisches zum Jahresende

"Nach einer vom städtischen Statistischen Amt herausgegebenen Zusammenstellung zählt München gegenwärtig ca. 736.000 Einwohner. Die Gesamtfläche des Münchner Stadtgebiets beträgt 18.828 Hektar. Die Gesamtzahl der Geborenen beträgt im Jahr 1932: 8.884, die der Gestorbenen 9.236 und die der Eheschließungen 6.126."

Am 1. Dezember 1932 war im Bereich der Stadtgemeinde München eine "Aufnahme der Tierbestände" durchgeführt worden. "Danach wurden in 4.048 tierbesitzenden Haushaltungen gezählt: 2.517 Pferde (ohne Militärpferde), 20 Maultiere und Esel, 3.296 Stück Rindvieh, 5.189 Schweine, 4.307 Schafe, 1.803 Ziegen, 63.564 Stück Federvieh, 1.660 Bienenvölker und 19.652 Hunde.

"Die Zahl der Flaschenbier-Verkaufsstellen betrug im Jahre 1932 insgesamt 2.251 gegenüber 2.232 in Vorjahre." 2412 Erlaubnisscheine "zum Betreiben des Straßenhandels" wurden ausgestellt. "Fischerkarten wurden gelöst 1.257 (im Vorjahr 1.329). Erlaubniskarten zum Fischen in der Isar wurden 62 ausgestellt gegenüber 88 im Vorjahr."

Abbildungen zur Chronik 1932