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Stadtchronik 1951


Bemerkenswertes, Kurioses und Alltägliches

Neues Residenztheater wiedereröffnet

3. Januar: Auf einer Pressekonferenz wurde bekannt gegeben, dass das neue Residenztheater am 28. Januar mit der Posse "Der Verschwender" von Ferdinand Raimund eröffnet würde. Um diesen Termin auch tatsächlich einhalten zu können, arbeiteten die Handwerker in Tag- und Nachtschichten an der Fertigstellung des Theaters. Massive Überschreitungen der Baukosten sollten Monate später zu heftigen Auseinandersetzungen im Landtag führen.

Zirkus Krone streitet mit der Stadt

4. Januar: Der Zirkus Krone trug sich mit Überlegungen, im Jahr 1952 nicht nach München zu kommen. Schuld daran war ein Streit mit dem Amt für öffentliche Ordnung. Dieses hatte dem Münchner Traditionsunternehmen verboten, "wild" zu plakatieren.

Winter im Januar 1951.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung (Foto: Fischer)

Winterliches München

klicken für eine vergrößerte Darstellung! 23. Januar: Ende Januar 1951 versank die Stadt im Schnee. 2.200 Helfer, darunter 1.800 Freiwillige, schaufelten innerhalb weniger Tage ca. 1.000 Kubikmeter Schnee in Münchens Straßen. Die täglichen Ausgaben für den Winterdienst beliefen sich auf 25.000 DM (Zum Vergleich: Am 9. Januar 2001, einem Tag mit heftigem Schneefall, waren in München 710 Menschen und 404 Fahrzeuge im Einsatz. Es wurden 187,8 t Salz und 325,2 t Split gestreut. Die Kosten betrugen 653.118,36 DM).

 

München vor dem Verkehrskollaps?

31. Januar: Münchens Verkehrsreferent, Dr. Hans Dölker, klagte darüber, dass die "ständige Vermehrung der Autos, Fahrräder und Fahrzeuge aller Art im Münchner Stadtgebiet" die Stadt vor "unlösbar erscheinende Probleme" stelle. Mit 60.000 zugelassenen Kraftfahrzeugen erreichte München als einzige Stadt in der Bundesrepublik im Jahr 1951 bereits wieder den Vorkriegszustand von 1938. Bis zum Oktober 1951 waren in München 71.711 Kraftfahrzeuge registriert; dabei handelte es sich um 26.632 Pkws, 25.160 Motorräder, 11.716 Lkws, 564 Omnibusse, 853 Zugmaschinen, 591 Sonderfahrzeuge und 6.295 Lastwagen-Anhänger.

  

Besatzungsgeschädigte Frauen protestieren

21. Februar: Auf einer Protestversammlung der Vereinigung "Besatzungsgeschädigte Frauen Münchens" kam es zu Tumulten. Die Betroffenen forderten die Zurückgabe ihrer von der amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmten Häuser, Wohnungen und Möbel. Im September 1951 beriet der Stadtrat über einen Antrag der SPD, wonach eine "gemischte deutsch-amerikanische Kommission zur Überprüfung des von der Besatzungsmacht beschlagnahmten Wohnraums" eingerichtet werden sollte. Alle Fraktionen waren sich einig, dass die sechs Jahre nach Kriegsende noch angewandten Praktiken der Wohnraum-Beschlagnahme nicht mehr tragbar waren.

Hans Haas berichtet über Tauchexpedition

25. Februar: Der Tauchpionier Hans Haas wiederholte wegen starker Nachfrage seinen Vortrag über seine erste Expedition im Roten Meer. Dabei zeigte er sensationelle Unterwasseraufnahmen. Ort der Veranstaltung war der Kongreßsaal des Deutschen Museums.

Sucht macht erfinderisch

3. März: Laut Chronik wurden "aus der Ostzone eingeschmuggelte" 50-Pfennigstücke dazu benutzt, Zigaretten- und Warenautomaten im Münchner Stadtgebiet zu plündern. Um nicht noch größere Verluste zu haben, entschlossen sich deshalb zahlreiche Geschäftsleute, ihre Automaten aufzugeben. Die ostdeutschen Geldstücke hatten das gleiche Gewicht und die gleiche Größe wie die 10-Pfennig-Stücke der Bundesrepublik.

Begehrtes Altmetall

4. März: Auf dem Dach der Ruhmeshalle wurden drei Männer entdeckt, die Teile des Kupferdachs abmontierten. Nachdem sich die Diebe weigerten, ihren Standplatz freiwillig zu verlassen, wurde die Feuerwehr geholt. Diebstähle von Buntmetall waren zu Beginn der 1950er Jahre sehr verbreitet.

Süffiges Starkbier

11. März: Die Besucher des Nockherbergs konsumierten innerhalb von zwei Tagen mehr als 30.000 Maß Bier und stellten damit einen neuen Rekord auf.

Hausfrauenprotest

15. März: Die Anhebung der Brot- und Semmelpreise war zwar durch die Bäcker mit stark erhöhten Getreidepreisen gerechtfertigt worden, dennoch wollten "erregte Hausfrauen" dies laut Chronik nicht einsehen. Sie warfen in verschiedenen Bäckerläden mit "verteuerten Broten nach den jeweiligen Bäckern." Schon im Januar hatten mehrere hundert Münchner Hausfrauen im Saal der Pädagogischen Arbeitsstätte über die Preissteigerungen von Gebrauchsgütern diskutiert. Die Landesvorsitzende der Berufsorganisation der Hausfrauen, Dr. Anneliese Stölzl, hatte auf der Veranstaltung gefordert, Bundes- und Landesregierung sollten in allen wirtschaftlichen Fragen auch auf die Hausfrauen hören. Immerhin flössen etwa 70 Prozent des Volksvermögens durch ihre Hände.

Straßenumbenennung

6. April: Aus Anlass des 75. Geburtstags von Papst Pius XII. beschloss der Stadtrat, die bisherige Pfandhausstraße in "Pacellistraße" umzubenennen. Der Papst bedankte sich schriftlich. Bei der Verlesung seines Briefes erhoben sich die Fraktionen von ihren Stühlen; SPD und KPD verweigerten diese Geste.

Auszeichnung "Kavalier am Steuer" gestiftet

7. April: Die Süddeutsche Zeitung und die Abendzeitung stifteten die Auszeichnung "Kavalier am Steuer", die bis heute an besonders disziplinierte Münchner Kraftfahrer verliehen wird. Da das Verkehrsparlament der Meinung war, dass mit Strafen allein wenig Erfolg erzielt werden könne, sollte die Ehrung dazu beitragen, die ständig steigende Zahl von Verkehrsunfällen zu verringern. Die Medaille wurde am 7. Juni 1951 erstmals verliehen. Oberbürgermeister Thomas Wimmer zeichnete zwei junge Deutsche und einen "Zivilamerikaner" als besonders rücksichtsvolle Autofahrer aus.

Sportliche Ambitionen

12. April: Auf der Autobahn zwischen Freimann und Ingolstadt stellten die beiden NSU-Motorradfahrer, Wilhelm Herz und Hermann Böhm, Weltrekorde auf. Herz fuhr mit einer 500-ccm-Maschine 290 Stundenkilometer. Beide Fahrer gemeinsam erreichten in einer 500-ccm-Seitenwagen-Maschine 202 km pro Stunde. klicken für eien vergrößerte Darstellung!

16. April: Der Münchner Ruderclub von 1880 bekam erstmals nach 25 Jahren wieder die Genehmigung, auf dem Nymphenburger Kanal zu trainieren. Der Sportverein setzte sich auch dafür ein, dort wieder Rennen durchzuführen. Abb. s. unten

Kellner/innen-Rennen in der Schwanthalerstraße

22. April: In der Schwanthalerstraße wurden Münchens schnellste Kellner und Kellnerinnen ermittelt. Ihre Aufgabe war es, ein Tablett mit einer Weinflasche und einem gefüllten Glas Wasser über eine Strecke von 200 Metern ins Ziel zu bringen. Bei den Kellnern siegte ein Lehrling der Bahnhofsgaststätte. Die siegreiche Frau vergaß der Chronist seinerzeit leider zu nennen - es war Ilse Jordan, damals Lehrmädchen im Spatenhaus. Sie durfte sich nun mit dem Titel "Schnellstes Biermädchen Süddeutschlands" schmücken.klicken für eine vergrößerte Darstellung!

Clown Grock gastiert in München

18. Mai: "Heute abend 20 Uhr beginnt der bekannte Clown Grock (Dr. Adrian Wettach) auf der Theresienwiese in seinem weiß-blauen Zelt sein 14tägiges Münchner Gastspiel." Abb. s. unten

Tag der US-Army, 19. Mai. 1951  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung

Tag der US-Armee 1951

19. Mai: Die in München stationierten Amerikaner feierten den Tag der US-Armee u.a. mit einer Truppenparade, an der als einziger Deutscher nur der Münchner Oberbürgermeister teilnehmen durfte. Der Chronist, der aus Anlass der Feierlichkeiten eine Kaserne an der Schweren-Reiter-Straße besuchte, lieferte eine etwas eigenwillige Beschreibung dieser Örtlichkeit: "Die Unterkünfte der Soldaten haben wenig gemeinsam mit Soldatenstuben. Teppiche, Clubsessel und Chouches gehören zum ganz selbstverständlichen Inventar. Die Clubräume und Snack-Bars sind ebenfalls bestens, mit dem Komfort von Nachtlokalen, ausgestattet [...]."

Wettbewerb um die schönsten Beine, ausgelobt von der Strumpffirma Arwa, 6. Juni 1951  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung (Foto: Georg Schödl)

"Strumpfkönigin" gesucht

6. Juni: "Im Regina-Palast-Hotel wählt heute eine Jury die Dame mit den schönsten Beinen Deutschlands. 20 Stadtköniginnen aus allen Gegenden der Bundesrepublik haben sich zu diesem sonderbaren Wettbewerb eingefunden. Die Strumpffabrik ‚Arwa' will auf diese Weise die klassischen Beinmaße ermitteln und ihre Produktion darauf einstellen [...]."



Steuertrick

13. Juni: Der Chronist zitiert einen Bericht der Süddeutschen Zeitung: Demnach hatte ein Münchner Geschäftsmann die Ehescheidung von seiner Frau beantragt, um sich so vor den Folgen des Doppelverdiener-Paragraphen zu schützen. Als die Scheidung rechtskräftig wurde, hätten er und seine bisherige Frau ihre Freunde zu einem Festessen eingeladen, bei dem die Scheidung, das 10-jährige Hochzeitsjubiläum und die anschließende Verlobung gefeiert wurden. Der Chronist bemerkt: "Diese Auffassung von der Ehe ist gewiss nicht nachahmenswert, aber sie ist bezeichnend für eine Zeit, in der die Steuerschraube den Steuerzahler in die Abwehr drängt."



Hilfreiche Straßenschilder

3. Juli: Mit einem Kostenaufwand von ca. 100.000 DM wurden - verteilt über alle Stadtteile - 500 unbeleuchtete und 150 beleuchtete "Orientierungsschilder" aufgestellt. Laut Chronist sollten damit "die vielen Irrfahrten, die bisher noch zu einer Steigerung unserer Verkehrsmisere führten, auf ein Mindestmaß beschränkt werden."



Nymphenburger Sommerkonzerte

7. Juli: Der Verein "Freunde der Residenz" eröffnete die Nymphenburger Sommerspiele mit einem Konzert im Steinernen Saal von Schloss Nymphenburg. Der Chronist bemängelte, dass die Eintrittspreise "so gehalten seien, dass der Besuch wiederum nur bestimmten Kreisen vorbehalten bleibe." Der billigste Sitzplatz - ohne Sicht hinter einer Säule - kostete 2,60 DM.

Altes Rathaus gerettet

17. Juli: Der Stadtrat befasste sich mit der Frage, wie die Bebauung des Marienplatzes aussehen sollte. Im siebten Jahr des Wiederaufbaus schien endlich "Klarheit notwendig". Die wesentliche Frage lautete: Marienplatz mit oder ohne Altes Rathaus. Die Stadtväter stimmten schließlich einmütig für dessen Erhalt.


Umworbene Touristen

20. Juli: Beim Bemühen, den Fremdenverkehr anzukurbeln, entwickelte man vielfältige Ideen. So erschien ein Werbeprospekt über München auch in der Kunstsprache "Esperanto". "München grüßt dich" hieß darin "Munkeno salutas vin". Eine andere Serviceleistung wurde im November 1951 eingerichtet: Als erste Stadt der Welt erhielt München in der Bahnsteighalle des Hauptbahnhofes einen ferngesteuerten "Hotelbetten-Anzeiger". 26 Hotels und Pensionen gaben dort den aktuellen Stand ihrer freien Betten an.

Vermisstensuche

20. Juli: Beim Amtsgericht Au waren seit Januar 1951 bereits 400 Gesuche um Toderklärung eingereicht worden. Die meisten Anträge waren von Frauen gestellt worden, die sich wieder verheiraten wollten. Insgesamt waren in München seit Juli 1949 ca. 2.500 Anträge gestellt worden. Zur gleichen Zeit hatte der Zonensuchdienst des Roten Kreuzes 250.000 Gesuche bearbeitet, wovon in 5.000 Fällen definitiv eine Todesnachricht und in mehr als 2.000 Fällen eine "Lebend"-Nachricht gegeben werden konnte.

Kommunikative Verkehrsregelung

21. Juli: Die Verkehrskanzel am Hauptbahnhof gegenüber der Einmündung der Dachauer Straße wurde zusätzlich zur Ampelanlage mit einem Lautsprecher ausgestattet. Auf diese Weise konnten Verkehrsteilnehmer vom Polizisten "persönlich angesprochen" und auf Übertretungen aufmerksam gemacht werden.

Korrekte Kleidung für Trambahnfahrer

7. August: Weil die Triebwagen der Straßenbahnen mit Garderobehaken zum Aufhängen der Uniformmantels ausgestattet worden waren, fühlten sich die Verkehrsbetriebe zu folgendem Hinweis an ihre Mitarbeiter genötigt: Die Uniform-Mütze dürfe nur außerhalb des Stadtkerns und auch dann nur bei mehr als 30 Grad im Schatten abgenommen werden.

Ein Gewittersturm richtet schwere Verwüstungen an, 14. August 1951.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung (Foto: Meyer)

Gewittersturm wütet über München

13. August: Ein schweres Gewitter mit Windböen bis zu 100 km/h fegte über München hinweg und ließ fast alle schon für das Oktoberfest aufgestellten Buden und Bierhallen zusammenfallen. Es gab einen Toten und elf Schwerverletzte.



Richtfestfeier des Alten Peters

18. August: Der im Krieg schwer beschädigte Alte Peter konnte Richtfest feiern. Nach dem Festakt wurden die Gäste in zehn Bussen zum Hackerkeller gebracht, wo Oberbürgermeister Thomas Wimmer ein 48-Hektoliter-Bierfass anzapfte. Zu den zahlreichen Spendern für den Wiederaufbau gehörte auch die Berliner Nothilfe. Sie übergab ihren Beitrag mit den Worten: "Kein Feuer, keine Liebe kann brennen so heiß, wie die heimliche Liebe zwischen Bayer und Preuss." Am 28. Oktober schließlich wurde der abgeschlossene Wiederaufbau der Peterskirche gefeiert. Anschließend würdigte Oberbürgermeister Thomas Wimmer die Einmaligkeit der dafür erbrachten Bürgerleistung. Darauf sangen Tausende von Menschen das Lied vom Alten Peter.



Ein neuer Direktor für das Marionettentheater

1. September: Franz L. Schadt übernahm nach dem Tod seines Vorgängers die Leitung des Münchner Marionettentheaters. Er brachte nicht nur Stücke für Kinder, sondern spielte für Erwachsene auch Opern, Schauspiele und bayerische Volkstücke. Der 1910 geborene Schadt sollte bis ins Jahr 2000 Direktor des Hauses in der Blumenstraße bleiben.



Protest gegen geplante Autobahnsteuer

13. September: Der Arbeitsausschuss für Kraftfahrzeugwirtschaft ließ Schilder verteilen, die zum Protest gegen die geplante Autobahnsteuer an die Windschutzscheiben geklebt werden sollten. Eines dieser Schilder zeigte ein Kamel mit einem darauf reitenden Finanzbeamten.



Stellwerk Laim geht in Betrieb

15. September: Auf dem Bahngelände bei Laim wurde die neue Stellwerksanlage, bestehend aus einem Rangierstellwerk, einem Fahrdienstleiterstellwerk und einem Weichenstellerposten, in Betrieb genommen. Die Anlage, die etwa 1 Mio. DM gekostet hatte, galt als die modernste in Westdeutschland. Für 48 Weichen und ebenso viele Signale genügten drei Beamte.



Kaufhof Stachus eröffnet

Am 21. September öffnete der Kaufhof am Karlsplatz-Stachus seine Pforten. Laut Chronist war das Gebäude "im amerikanischen Bautempo von nur 28 Wochen erstanden". Bereits nach kurzer Zeit musste das Haus wegen Überfüllung mehrmals geschlossen werden. Ein alteingesessener Münchner Geschäftsmann ließ sich von dem neuen Kaufhaus nicht beeindrucken, er soll geäußert haben: "Der Kaufhof ist für uns höchstens 6 Monate Konkurrenz."



Schützen- und Trachtenzug 1951

23. September: Der Schützen- und Trachtenzug zu Beginn des Oktoberfestes war der größte seit Kriegsende. 239 Gruppen mit 48 Kapellen und 40 Festwägen mit insgesamt 8.000 Teilnehmern zogen durch die Stadt.



Streit um Sarg für König Ludwig I.

3. Oktober: Bei den Wiederaufbauarbeiten der Basilika St. Bonifaz hatten im Jahr 1950 die Gebeine König Ludwigs I. umgebettet werden müssen. Dafür war ein neuer Sarg notwendig gewesen, der 640 DM gekostete. Um die Übernahme dieser Ausgabe stritten Kultusministerium und Stadtrat erbittert. Erst im Oktober 1951 beschloss der Stadtrat mit 23 gegen 18 Stimmen die Summe zur Verfügung zu stellen.



Rekord-Wies'n 1951

7. Oktober: Die Chronik bietet eine Bilanz des Oktoberfestes 1951, des größten, das München bisher erlebt hatte. Demnach wurden allein im Löwenbräuzelt am letzten Wochenende 55.000 Maß Bier ausgeschenkt. Insgesamt wurden u.a. 16 Ochsen und 240.000 Hendl gebraten. Auch eine Liste verlorener Dinge wurde aufgestellt: "Verloren wurden 751 Brieftaschen, 70 Armbanduhren, 150 Geldbörsen, 2 Hunde, 1.100 Schlüsselbünde, 241 Kinder, 3 Gebisse und 5 Rosenkränze. Außerdem gab es Kurioses zu berichten: Am Hauptsonntag fanden sich im Trinkerzelt ein 71-jähriger Mann sowie dessen 36 Jahre alter Sohn und der 11-jährige Enkel nebeneinander wieder.



Heimatvertriebene in München

11. Oktober: Fast jeder 10. Münchner Bürger - insgesamt 86.308 Menschen - war ein "Heimatvertriebener". Unter den zwölf Landsmannschaften waren die Sudeten mit ca. 33.000 und die Schlesier mit 27.000 Personen die am stärksten vertretenen Volksgruppen.



Münchens erstes Fernsehgerät

15. November: In einer Radio-Großhandlung in der Goethestraße traf das erste Fernsehgerät für München ein. Es kostete 1.200 DM.



50.000 BWM-Motorrad fertiggestellt

7. Dezember: Bei der Bayerische Motoren Werke AG (BMW) lief festlich geschmückt das 50.000 Motorrad seit dem Wiederaufbau vom Band. Die Firma exportierte 1951 bereits wieder in 48 Länder.



Weihnachtszulage für städtische Mitarbeiter

11. Dezember: In geheimer Sitzung beschloss der Stadtrat eine Weihnachtsgratifikation für städtische Dienstkräfte, deren Monatseinkommen unter 400 DM lag. Demnach erhielt jede/r von ihnen 20 DM; für Verheiratete und pro Kind gab es 5 DM mehr. Nach statistischen Erhebungen verdienten damals 86 Prozent der Angestellten monatlich bis zu 375 DM. Nur 8 Prozent verfügten über Einkommen zwischen 375 und 600 DM.

Abbildungen zur Chronik 1951