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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Stadtchronik 1964


Bemerkenswertes, Kurioses und Alltägliches

Statistisches zu Jahresbeginn

17. Januar: "Sprunghaft entwickelt sich die Landeshauptstadt. Noch zu Beginn dieses Jahrhunderts zählte sie 500.000 Einwohner, nach dem enormen Rückgang im Zweiten Weltkrieg ist die Stadt nun auf 1.162.000 Personen angewachsen. Dazu sind nicht die amerikanischen Streitkräfte und ihre Angehörigen gerechnet." Das Statistische Landesamt erfasste 1961 in München 474.000 lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige. "241.000 davon hatten ein jährliches Individualeinkommen von 3.600 bis 8.400 M. Auf 20.000 M und mehr kamen 9.505 Menschen. 8.400 bis 16.000 M verdienten 99.000 Einwohner.

Trauerfeier für Alt-Oberbürgermeister Thomas Wimmer im Deutschen Museum, 21. Januar 1964.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München - Fotosammlung Per-Wimmer-Thomas-002 (Foto: Meyer)

Trauer um Alt-OB Wimmer

"München trauert um einen seiner beliebtesten und prominentesten Bürger: Altoberbürgermeister Thomas Wimmer erlag am 18. Januar in einem Münchner Krankenhaus im Alter von 77 Jahren einem Herzschlag. Wimmer war von 1948 bis 1960 Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt."

Halbzeit im Münchner Faschingstreiben!

20. Januar: "Tausende von Münchnern hatten die närrischen Tage schon dazu benützt, Narhallas Hochburgen zu stürmen. Besonders magisch wurden die närrischen Untertanen von Prinz Rolf I. und Prinzessin Christl II. vom Haus der Kunst angezogen. Dort stürmten die jüngeren Semester die Barrikaden, um beim Thuniak-Fest, dem Faschingsball der Münchner Hochschulen, für eine Nacht 'Gasthörer' von Charly Tabor und Ossi Brunn zu sein. 3.500 Studenten stießen und drängten, schubsten und pufften sich durch die überfüllten Säle. Auf der Tanzfläche entbrannte um einen Dezimeter Fläche manch heißer Kampf." Um die Treppen zur Galerie freizuhalten, bedienten sich die Kellner einer List - sie gossen Eiswasser auf die Stufen und verleideten so das Sitzen. Ein "Inferno närrischer Faschingslaune" entwickelte sich auch bei der "Nacht der Künstler", zu der die Münchner Künstlergenossenschaft einlud: "Was gab es da zu sehen - Räuber, Pensionstöchter, Gespenster, halbnackte Germanen, Clowns und Cleopatras legten einen Twist nach dem anderen auf das Parkett ..." Ein "Eldorado" war der Bal paré im Bayerischen Hof, bei dem sich die Prominenz von Theater und Film, Politik, Wirtschaft und Sport ein Stelldichein gab: "Während die jüngere Generation mit Begeisterung und Ausdauer twistete und sich dem Hully-Gully ergab, zogen die Lärmempfindlichen den Hauptssaal vor, wo Max Greger mit seinen Mannen aufspielte." Die Keßler-Zwillinge und das Nationalensemble der Republik Guinea gaben der Veranstaltung internationales Flair.

Hoher Migrantenanteil in München

6. Februar: "Wie das Statistische Amt mitteilt, sind fast die Hälfte der in Bayern lebenden Ausländer in München wohnhaft. von den 251.000 Ausländern, die im Vorjahr innerhalb Bayerns lebten, beherbergte die Landeshauptstadt 111.945 Personen."

Empfang für den Olympiasieger Manfred Schnelldorfer am Rathaus, 10. Februar 1964.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München – Fotosammlung ZBE_P0194 (Foto: Meyer)

Stürmischer Empfang für Olympiasieger Manfred Schnelldorfer

"München bereitete seinem Olympiasieger im Eiskunstlauf der Herren, Manfred Schnelldorfer, einen begeisterten Empfang. Schon um 11 Uhr fanden sich an die tausend Münchner Bürger an der Autobahneinfahrt in Ramersdorf ein, als der sympatische Architekturstudent im offenen Auto zum Rathaus gebracht wurde. ... Ganze Belegschaften und Schulklassen jubelten Schnelldorfer zu. In Ramersdorf hält ihm eine Bubengruppe die olympischen Embleme entgegen; als olympische Ringe dienten bunte Hula-Hoop-Reifen. Von einem begeisterten Metzgermeister wird Schnelldorfer mit einem Kranz Weißwürste dekoriert. Nun war der aus 50 Fahrzeugen bestehende Konvoi am Marienplatz angelangt, und hier standen die Menschen am dichtesten. Unter brausenden Sprechchören fuhr Schnelldorfer in den Prunkhof des Rathauses ein. ..."

Polizeikontrollen im Fasching

11. Februar: "Beamtinnen der Kriminalpolizei durchstreiften während des Faschings, von Kollegen begleitet, 100 Münchner Lokale. Sie achteten darauf, daß die Jugendvorschriften überall eingehalten werden. Die Beamten trafen 91 Buben und Mädchen an, die sich verbotenerweise bei Faschingsveranstaltungen aufhielten. Die Jüngste war gar nur 13 Jahre alt. Gegen eine Reihe der verantwortlichen Wirte wurde Anzeige erstattet."

Kranksein am Wochenende - ein Problem?

11. März: "Die Ärzte gehen dazu über, am Samstag ihre Praxis zu schließen. Nun beklagt sich die Bevölkerung über die unzureichende Versorgung über das Wochenende. Der Ärztliche Kreisverband und die Kassenärztliche Vereinigung haben einen Bereitschaftsdienst eingerichtet, der über die verschiedenen Polizeireviere verteilt ist. Insgesamt stehen demnach 40 Ärzte zur Verfügung."


Nutztiere verschwinden immer mehr

31. März: "Hat München, die 'Weltstadt mit Herz', kein Herz mehr für die Tiere? Eine Statistik des Tierschutzvereins spricht für sich. Noch 1954 gab es hier 38.000 Hunde, im letzten Jahr (1963) waren es um 8.000 weniger. Und wie sieht es mit den Pferdefuhrwerken aus? Ihre Zahl hat sich seit 1947 ständig verringert; 1961 gab es nur noch 1.400 Stück. Bei den Hühnerhaltern sieht es nicht anders aus; die Zahl der Hüher ging von 3.700 in den letzten Jahren auf 2.600 zurück. Ziegengemecker hört man nur noch ganz selten. Nach dem Krieg weideten rund um die Stadt noch 4.000 Ziegen, doch bei der letzten Zählungwaren es tatsächlich nur noch 234."

"Suche Beifahrer" - ein Stadtrat hat eine umweltfreundliche Idee

8. April: "Stadtrat Dr. Keller machte folgenden Vorschlag: Kraftfahrer, welche regelmäßig auf den gleichen Strecken verkehren, werden öffentlich aufgefordert, Mitbürger zur kostenlosen Mitfahrt einzuladen. Schilder mit dem Text 'Wir fahren in Richtung: Stadtmitte, Schwabing, Sendling' usw. (auswechselbar) - Mitfahrer willkommen" sind zur Anbringung an der rechten Fahrzeugseite kostenlos auszugeben." Der Chronist sah den Vorschlag eher skeptisch: "Was aus dem Keller-Plan im Stadtrat wird, steht noch dahin; bei den Kraftfahrern wird er wohl kaum auf Verständnis stoßen."

Tödlicher Skiunfall

Am 12. April kam die 23-jährige Deutsche Meisterin Barbi Henneberger im Oberengadin durch eine Lawine ums Leben.
 

Wettfrisieren, April 1964.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München – Fotosammlung FS-NL-PENZ-3184-01 (Foto: Penz)

Friseur-Wettbewerb

25. April: "Die besten Figaros der Bundesrepublik kommen am Wochenende zur 15. Deutschen Meisterschaft zusammen. Die Wettbewerbe sind mit einer Fachausstellung für Friseurbedarf, Körperpflege und Kosmetik verbunden, die in den Hallen 7 bis 11 aufgebaut wurde.

Königlicher Besuch aus Nepal, 25. Mai 1964.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München – Fotosammlung ZBE_Q1033 (Foto: Meyer)

König von Nepal besucht München

"König Mahendra Bir Kikram Shah Deva und Königin Ratna Rajva Lakshmi Devi Shah treffen in Riem ein. Das Königspaar aus dem Himalajastaat Nepal wird sich für drei Tage in Bayern aufhalten und im Hotel Vier Jahreszeiten wohnen. König Mahendra wird in seinem Land als Inkarnation des Hindugottes Vishnu und als kommender Buddha verehrt." Am 25. Mai trug sich das Königspaar in das Goldene Buch der Landeshauptstadt München ein. Mahendra Bir Kikram Shah Dev (1920-1972) hatte 1955 den nepalesischen Königsthron bestiegen.

Fronleichnamsprozession 1964.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München – Fotosammlung ZBE_F0193 (Foto: Huhle)

Fronleichnam 1964

"Zum 20. Mal nach dem Krieg bewegte sich die große Fronleichnamsprozession durch die Straßen der bayerischen Landeshauptstadt. Wie seit 1945, war auch diesmal der Umgang vom Wetter begünstigt, wenngleich sich am Himmel drohende Wolken zusammenballten. Julius Kardinal Döpfner trug das Allerheiligste in dieser ältesten und größten Prozession im deutschen Sprachraum. Zehntausende von Teilnehmern und Zuschauern säumten betend und singend die Straßen des Zuges zwischen Marienplatz und Siegestor. Die Spitze des Zuges wurde von Kindern des Angerklosters und der inneren Stadt angeführt. Es folgten die ehrwürdigen traditionsreichen Orden, Bruderschaften und Kongregationen. Das farbenprächtigste Bild bot die Jugend mit ihren unzähligen Bannern und Wimpeln. Eindrucksvoll die Ministranten in ihren leuchtend roten Meßgewändern. Die Hauptgruppen bilden die Ordensgeistlichen, der Klerus der Stadtpfarreien, Pfarrer und Pfarrkuraten, die Dekane, Monsignori und Prälaten. ..."

Städtepartnerschaft mit Bordeaux

2. Juni: "Im prunkvollen Rathaussaal von Bordeaux kam es zu einer historischen Begegnung: Die Stadtoberhäupter von Bordeaux und München, Jacques Chaban-Delmas und Dr. Hans-Jochen Vogel, besiegelten mit einem Treueschwur die Freundschaft zwischen den beiden Städten. Sie verpflichteten sich feierlich, 'zwischen unseren Stadtverwaltungen dauerhafte Verbindungen aufrecht zu erhalten, die unseren beiden Städten eigene Aufgeschlossenheit für Neuerungen und Fortschritt zu verbreiten, die kulturellen, wirtschaftlichen und menschlichen Beziehungen zwischen ihren Bewohnern zu fördern, und durch ein besseres gegenseitiges Verständnis das lebendige Gefühl der europäischen Brüderlichkeit zu stärken, unsere Bemühungen zu vereinen, um mit allen unseren Kräften zum Gelingen des so notwendigen Werkes des Friedens und Wohlstandes beizutragen ...'. Danach überreichte das Bordelaiser Stadtoberhaupt Oberbürgermeister Dr. Vogel die Schärpe eines Bürgermeisters und umarmte ihn herzlich, bevor unter tosendem Beifall die Rufe 'Vive la Bordeaux, vive la Munich' erschollen."

Neue Verkehrsführung am Isartor

3. Juni: "Die beiden Durchfahrten unter dem Isartor sollen künftig der Straßenbahn vorbehalten bleiben. Die Autos werden auf neuen Fahrbahnen um das Tor herumgeführt. Dafür sind zusätzliche Fahrspuren von 9 m stadtauswärts und 6,5 m stadteinwärts notwendig. Das Haus Tal 47 unmittelbar am Isartor wird abgebrochen; es gehört der Stadt. Die Baumaßnahmen erfordern 260.000 DM.



Wirtschaftsinteressen sind wichtiger als Nachtruhe

12. Juni: "Wer in Riem und Trudering nach 22 Uhr schlafen will, muß schon eiserne Nerven haben", befand 1964 der Münchner Chronist, um dann eine Situation zu schildern, von der heutige Anwohner des Münchner Flughafens nur träumen können: "In der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr früh wird der Flughafen von fünf planmäßigen Maschinen angeflogen; dazu kommen zwischen Juni und Oktober noch zwei weitere internationale Fluglinien. Mit diesem Problem hatte sich der Stadtrat zu beschäftigen, nachdem er vom dortigen Bezirksausschuss eine entsprechende Eingabe erhielt, die ein Nachtflugverbot forderte. Gegen die Stimme von Stadtrat Lallinger wurde der Antrag als nicht realisierbar abgelehnt, weil durch die Aufhebung der Landeerlaubnis die wirtschaftlichen Interessen der Stadt gefährdet wären." Derzeit (2014) sind bis zu 28 planmäßige Flugbewegungen im Linien- und Charterverkehr möglich; verspätete Flugbewegungen bzw. verfrühte Landungen zählen dazu nicht.

Sängerwettstreit der Gastarbeiter

7. Juli: "Der beste Tenor unter den italienischen Gastarbeitern ist Gianni Bozetti, Arbeiter bei der MAN. In einem originellen Sängerwettbewerb, den der Caritas-Verband der Erzdiözese München und Freising unter 1.300 Gastarbeitern veranstaltete, ging er als Sieger hervor. Zweiter im Wettkampf wurde der 14-jährige Russo Nicola, der ebenfalls bei den MAN-Werken beschäftigt ist."

Ab 14. Juli berichtete der Chronist: "Im letzten Vierteljahr stieg die Zahl der ausländischen Arbeitnehmer um mehr als 5.000 an. Insgesamt sind im Arbeitsamtbezirk rund 50.000 Gastarbeiter, darunter 12.100 Frauen beschäftigt. Zu den Italienern, Griechen, Spaniern und Türken kommen nun auch noch Portugiesen."

Eröffnung des Westbads

23. Juli: "Das Westbad ist fertig und wird morgen vom Oberbürgermeister eröffnet. Es hat 5 Mio. Mark gekostet und umschließt 81.000 qm umfriedete Fläche. Den Eingang zum neuen Badeparadies schmückt ein Werk der Bildhauerin Marlene Neubauer-Woerner, das ein Mädchen auf einem Delphin darstellt."

Ehrung für Oskar Maria Graf

31. Juli: "Die Medaille 'München leuchtet ' in Gold und eine Ehrengabe des Stadtrats überreichte Oberbürgermeister Dr. Hans-Jochen Vogel dem in New York lebenden bayerischen Schriftsteller Oskar Maria Graf, zu dessen 70. Geburtstag die Landeshauptstadt in der Ratstrinkstube einen Empfang gab. Als besonderes Geschenk überreichte das Stadtoberhaupt dem Jubilar fünf Bücher, die aus seiner 1933 von der Politischen Polizei beschlagnahment Bibliothek stammen und die erst vor wenigen Wochen aufgefunden worden waren."

Das Hertie-Hochhaus an der Münchener Freiheit, Dezember 1965  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München – Fotosammlung FS-STR-1404

Hertie-Hochhaus eröffnet

28. August: "Am Feilitzschplatz/Ecke Leopold-/Franzstraße eröffnet die Waren- und Kaufhaus GmbH Hertie ihr neues Kaufhaus, das nach Plänen der Architekten Dipl.Ing. Schütze und Prof. Hart, der die viel diskutierte Fassade schuf, entstanden ist. Auf dem Geländer der ehemaligen Schwabinger Brauerei erhebt sich nun ein modernes Gebäude aus zwei viergeschossigen und einem 13-stöckigen, 50 m hohen 'Wolkenkratzer' und bildet somit im Herzen Schwabings eine neue städtebauliche Dominante. Auf 6.100 qm Fläche erwarten den Käufer insgesamt 99 Verkaufsaabteilungen.

Jubiläumsfeier für Schloß Nymphenburg, 12. September 1964  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München – Fotosammlung RD0862F06 (Foto: Rudi Dix)

300 Jahre Schloss Nymphenburg

14. September: "Zehntausende von Münchners säumten am Samstag, 12. September, den Nymphenburger Kanal vom Hubertusbrunnen bis zum Schloss, um den Höhepunkt des Veranstaltungen zur 300-Jahr-Feier Nymphenburgs mitzuerleben: den schwimmenden Korso blumengeschmückter, mit Barock-, Rokoko- und Biermeierdamen und -kavalieren besetzten Ruderboote."

Abstimmung über das Anzapfen auf dem Oktoberfest

21. September: "Oberbürgermeister Dr. Vogel hat mit vier Schlägen den ersten Wiesnbanzen angestochen. Das Stadtoberhaupt hatte noch vor kurzem erklärt, keiner der drei Bürgermeister würde auf der Wiesnanzapfen, da dieser Brauch von dem unvergessenen Altoberbürgermeister Wimmer eingeführt worden sei, den man nicht nachahmen wolle. Die Abendzeitung befragte daraufhin ihre Leser, welche in überwältigender Mehrheit dafür stimmten, dass OB Vogel die Tradition seines Vorgängers fortführen solle." Die Maß Bier kostete 1964 übrigens 2,20 DM.

Ankunft der israelischen Jugendgruppe auf dem Flughafen München-Riem, November 1964  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München – Fotosammlung RD2090A23 (Foto: Rudi Dix)

Erster Schüler-Besuch aus Israel

6. Oktober: "Die erste israelische Jugendgruppe wird sich Anfang November auf Einladung von Oberbürgermeister Dr. Vogel zu einem 14-tägigen Besuch in München aufhalten. 46.000 DM wurden im Schulausschuß für diesen Zweck genehmigt. Die Schüler werden ein umfangreiches Programm absolvieren, das vom Rathaus-Empfang bis zur Unterbringung in deutschen Familien reicht."

Neubau für Paulaner

7. Oktober: "Die Paulaner-Salvator-Thomasbrauerei AG beginnt am Hochufer der Isar neben dem Salvatorkeller in den nächsten Wochen mit dem Bau eines modernen Verwaltungsgebäudes. Die von der Architektengemeinschaft Maurer Denk Maurer gefertigten Pläne sehen einen langgestreckten Bürobau vor, dem ein 30 m hohes Punkthaus vorgeschaltet wird. Das neue Hochhaus an der Hochstraße wird wegen seiner günstigen Lage in der Stadtsilhouette dominierend in Erscheinung treten. Der Baurechtsausschuss des Stadtrats hieß das Projekt einstimmig gut."

50 Jahre später (2014) ist das Areal längst zu klein geworden und täglich bis zu 190 Lkws stellen eine Zumutung für die Stadt dar. Im Juni 2014 wurde deshalb in Langwied, im Dreieck zwischen A 8 und A 99, der Grundstein zu einem neuen Brauerei gelegt. Die Verwaltung mit 250 Mitarbeitern bleibt allerdings weiterhin an der Ohlmüllerstraße. Auf dem ehemaligen Brauerei-Geländes sollen 1.400 Wohnungen entstehen.

Hauptbahnhof erhält ein neues Zentralstellwerk

9. Oktober: "Wenn in der Nacht vom 10. auf 11. Oktober das neue Zentralstellwerk im Hauptbahnhof in Betrieb genommen wird, erhalten die nächtlichen Gleisanlagen ein neues Gesicht. 400 Lichtsignale werden erstmals aufleuchten. Der Stellwerksgigant an der Hackerbrücke, ein technisches Wunderwerk, macht 17 Stellwerke des Jahrgangs 1929 überflüssig. Rund 17 Mio. DM investierte die Bundesbahn für ihn, anderthalb Millionen DM kann sie nun jährlich an Unkosten sparen."

DDR-Bürger erstmals zu Besuch in der BRD

3. November: "In München sind gestern - wie in vielen anderen Städten des Bundesgebietes - die ersten Rentner aus der Zone zu Verwandtenbesuchen eingetroffen. Großes Gedränge herrschte auf dem Hauptbahnhof, wo auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen 24 und 25 der erste Zug aus Dresden, Chemnitz und Zwickau eintraf. Aus Mitteln des Bundes stehen jedem Besucher aus der Sowjetzone 30 DM zur Verfügung. Die Stadt wird jedem Besucher fünf Streifenkarten im Gesamtwert von 10 DM überreichen. Der Besuch von Museen und Galerien ist frei. Weiterhin hat die Stadt beschlossen, den Rentnern weitere 20 DM zukommen zu lassen, bis der Betrag per Gesetzerlaß des Freistaates Bayern in Kraft tritt."

Obwohl seit 1949 die Deutsche Demokratische Republik existierte, wurde dieser Teil Deutschlands im Westen noch Jahrzehnte lang als "Ostzone" (die korrekte Bezeichnung war ab 1945 "sowjetische Besatzungszone" gewesen) bezeichnet. Die Bundesrepublik wollte die Existenz eines ostdeutschen Staates nicht akzeptieren und ihn nicht anerkennen.

Präsentation des ersten Polizeifahrzeuges mit einer mobilen Verkehrsfernsehanlage auf dem Königsplatz, 5. November 1964  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München – Fotosammlung RD0144E16 (Foto: Rudi Dix)

Neuartige Verkehrsbeobachtung

6. November: "Gestern übergab Stadtbaurat Edgar Luther bei einer kleinen Feier am Königsplatz eine mobile Verkehrsfernsehanlage, das erste Gerät dieser Art, das einer europäischen Polizei zur Verfügung gestellt wurde. Die Anlage besteht aus einem Wagen mit einem zu einer Höhe von 7 m ausfahrbaren Turm, auf dem das magische Auge und die Antenne montiert sind."

Statistisches zur Münchner Bevölkerung

8. Dezember: "Von 805.000 Personen zwischen 16 und 70 Jahren sind 453.000 Frauen und nur 352.000 Männer. Von diesen sind 178.000 verheiratet, 228.000 ledig, 13.000 geschieden. 567.000 Münchner leben in Wohnblocks. Die meisten Haushalte bestehen aus drei Personen. 235.000 Menschen leben in Zwei-Personen-Haushalten. Von der Gesamtbevölkerung Münchens haben 302.000 zwei Zimmer; drei Räume besitzen 240.000 Personen. Die meisten, nämlich 77 Prozent, sind Hauptmieter. Das Durchschnittsgehalt liegt zwischen 400 und 600 DM. Acht Prozent verdienen zwischen 1.000 und 1.500 DM, drei Prozent verdienen mehr. 94 Prozent der Münchner oder 754.000 Personen hören Radio, 393.000 sehen fern. Über ein Drittel der Bevölkerung fährt einen eigenen Wagen. 224.000 Münchner sprechen Englisch, 100.000 Französisch, 28.000 Italienisch, 9.000 Spanisch und 12.000 Russisch. In der Universitätsstadt München gibt es 32.000 Studenten. 48.000 Bewohner machten Abitur. Direkt von der Volksschule ins Leben gingen 537.000 Personen. von den 805.000 Bewohnern der Landeshauptstadt hatten 49 Prozent eine abgeschlossene Lehre."

Zahlen zum Münchner Arbeitsmarkt

28. Dezember: "Ein rückläufiges Stellenangebot und eine niedrige Erwerbslosigkeit kennzeichneten den Arbeitsmarkt im Dezember. Nach einer Erhebung des Arbeitsamtes gab es 20.000 offene Stellen. Während die Arbeitslosigkeit bei den Männern nur gering anstieg, war sie bei den Frauen sogar unter dem Stand des Vorjahres. Insgesamt waren nur 4.800 Münchner ohne Beschäftigung. Von den 140.000 Ausländern verdienten 56.200 ihr Brot in deutschen Firmen, darunter 16.200 Italiener, 11.600 Griechen, 2.600 Spanier, 5.200 Türken und 100 Portugiesen."

Abbildungen zur Chronik 1964

Trauerfeier für Alt-Oberbürgermeister Thomas Wimmer im Deutschen Museum, 21. Januar 1964. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Trauerfeier für Alt-Oberbürgermeister Thomas Wimmer im Deutschen Museum, 21. ...

Empfang für den Olympiasieger Manfred Schnelldorfer am Rathaus, 10. Februar 1964. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Empfang für den Olympiasieger Manfred Schnelldorfer am Rathaus, 10. Februar ...

Schnelldorfer, der im Eiskunstlauf der Herren, Gold gewonnen hatte, wurde von der Bevölkerung ...

Wettfrisieren, April 1964. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Wettfrisieren, April 1964.

Frisurenwettbewerb anlässlich der Fachausstellung für Friseurbedarf, Körperpflege und Kosmetik ...

Königlicher Besuch aus Nepal, 25. Mai 1964. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Königlicher Besuch aus Nepal, 25. Mai 1964.

König Mahendra Bir Bikram Shah Deva trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein, hinter ihm ...

Fronleichnamsprozession 1964. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Fronleichnamsprozession 1964.

Kardinal Julius Döpfner am Altar in der Feldherrnhalle.

Fußgänger unter einem der Torbögen des Isartors, 1964 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Fußgänger unter einem der Torbögen des Isartors, 1964

OB Hans-Jochen Vogel mit Kindern der verunglückten Seeleute des Fischdampfers München in der Ratstrinkstube, Juli 1964 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

OB Hans-Jochen Vogel mit Kindern der verunglückten Seeleute des ...

Das Hertie-Hochhaus an der Münchener Freiheit, Dezember 1965 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Das Hertie-Hochhaus an der Münchener Freiheit, Dezember 1965

Jubiläumsfeier für Schloß Nymphenburg, 12. September 1964 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Jubiläumsfeier für Schloß Nymphenburg, 12. September 1964

Schiffskorso auf dem Schloßkanal.

Ankunft der israelischen Jugendgruppe auf dem Flughafen München-Riem, November 1964 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Ankunft der israelischen Jugendgruppe auf dem Flughafen München-Riem, ...

Präsentation des ersten Polizeifahrzeuges mit einer mobilen Verkehrsfernsehanlage auf dem Königsplatz, 5. November 1964 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Präsentation des ersten Polizeifahrzeuges mit einer mobilen ...