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Varnhagenstraße 7a (früher Sandstraße 1)


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Stadtarchiv München, Judaica

Bernhard Haas

geboren 25.11.1871
in Thalmässing,
verhaftet 10.11.1938
in München,
ermordet 28.11.1938
im KZ Dachau



Der Lebenslauf von Bernhard Haas entspricht in seinen Höhen und Tiefen dem vieler deutscher Juden im 19. und 20. Jahrhundert. Bernhard Haas, geboren am 25. November 1871 im mittelfränkischen Thalmässing bei Hilpoltstein, wuchs dort in einer jüdischen Familie auf. Um 1900 verließ die Familie diesen kleinen Ort, dessen einst blühende jüdische Gemeinschaft bereits stark geschrumpft war. Bernhard Haas ging vermutlich nach Bamberg, denn dort heiratete er mit 31 Jahren im Juli 1902; die Ehe bleibt kinderlos und wurde bereits 1904 wieder geschieden. Unmittelbar nach der Hochzeit zog Bernhard Haas nach München. Dort war er wieder mit seiner Familie vereint, die in der Schwanthalerstraße 62 ein Handelsgeschäft für Öle und Fette betrieb.

Nach dem Tod des Vaters 1904 führte Bernhard Haas mit seinem älteren Bruder die Handelsfirma weiter, beteiligte sich an einem Zigarrenhandel und betätigte sich einige Zeit später auch als “Vermittler von Immobilien, Hypotheken und Darlehen“. Die Geschäfte gingen gut. Im Zeitraum von etwa 20 Jahren erwarb er Grundstücke in Neuhausen, Trudering und Pasing. In Pasing heiratete er 1926 die aus einer katholischen Pasinger Familie stammende und zum Judentum übergetretene Viktoria Ziegler.

Im Jahr 1933 bezog das Ehepaar mit dem 1926 geborenen Sohn Erich seine neue Wohnung im eigenen hübschen Zweifamilienhaus in der damaligen Sandstraße 1, seit 1949 Varnhagenstraße 9. Dort befand sich auch das Warenlager für die von Bernhard Haas 1930 gegründete eigene Handelsgesellschaft für Öle und Fette (beide Gebäude wurden 2016 abgerissen, das Grundstück neu bebaut).

Im Anschluss an den staatlich organisierten Terror gegen Juden während der Pogromnacht des 9./10. November 1938 wurde Bernhard Haas verhaftet und als „Aktionsjude“ in das Konzentrationslager Dachau gebracht (Häftlingsnummer 20.340). Dort kam er nach drei Wochen Haft am 28. November 1938 unter ungeklärten Umständen im Alter von 67 Jahren ums Leben. Bernhard Haas wurde auf dem Alten jüdischen Friedhof in München beerdigt.

Bernhard Koch

Quellen

  • Archiv der Gedenkstätte Dachau.
  • Stadtarchiv München, Judaica Fotos.
  • Stadtarchiv München (Hrsg.), Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945, Bd. 1, München 2003, S. 511.

Literatur

  • Bernhard Schoßig (Hrsg.), Ins Licht gerückt. Jüdische Lebenswege im Münchner Westen, München 2008, S. 166.

 

Erinnerungsstele für Bernhard Haas vor der Varnhagenstraße 7 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Erinnerungsstele für Bernhard Haas vor der Varnhagenstraße 7

Foto: Stadtarchiv München

Stadträtin Dr. Constanze Söllner-Schaar bei der Übergabe des Erinnerungszeichens Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Stadträtin Dr. Constanze Söllner-Schaar bei der Übergabe des Erinnerungszeichens

Foto: Stadtarchiv München

Dr. Bernhard Schoßig von der Initiative zukunftsweisende Geschichte e.V. Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Dr. Bernhard Schoßig von der Initiative zukunftsweisende Geschichte e.V.

Foto: Stadtarchiv München

Dr. Peter Knoch von der Initiative zukunftsweisende Geschichte e.V. setzt das Erinnerungszeichen ein Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Dr. Peter Knoch setzt das Erinnerungszeichen in die Stele ein

Foto: Stadtarchiv München

Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der IKG München, übergibt die Stele an die Öffentlichkeit Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der IKG München, vor der Stele

Foto: Stadtarchiv München

Erinnerungsstele für Bernhard Haas vor der Varnhagenstraße 7 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Erinnerungsstele für Bernhard Haas vor der Varnhagenstraße 7

Foto: Stadtarchiv München

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