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Tengstraße 26


Foto Emilie Schwed  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stadtarchiv München

Emilie Schwed

geb. Bergmann,
geboren 17.10.1859
in Gochsheim,
deportiert 10.06.1942
in das Ghetto Theresienstadt,
ermordet 20.09.1942
im Ghetto Theresienstadt


Emilie Bergmann wurde 17. Oktober 1859 in Gochsheim bei Schweinfurt geboren. Sie war die Tochter des Kaufmanns Michael Bergmann und seiner Ehefrau Babette geborene Prager. Über die Kindheit und Jugend von Emilie Bergmann ist nichts bekannt. Sie heiratete am 26. Juli 1885 in Bad Kissingen den Kaufmann Fritz Schwed, der am 10. Juli 1856 in Oberstreu bei Mellrichstadt zur Welt gekommen war. Das jüdische Ehepaar lebte nach der Hochzeit in Nürnberg. Sie bekamen drei Kinder – Else wurde am 25. Dezember 1887 geboren, Mathilde am 7. Februar 1889 und Karl am 21. Dezember 1892. Ihr Ehemann Fritz Schwed verstarb am 7. September 1915 in Nürnberg.

Emilie Schwed verbrachte fast ihr ganzes Leben in Nürnberg und zog erst 1933 nach München. Sie lebte im Haushalt ihrer verheirateten Tochter Else Samuel zunächst in der Tengstraße 26, von 1936 bis 1939 jedoch in der Possartstraße 6. Auch ihre Tochter Mathilde Mahler wohnte mit ihrer Familie in München. Emilie Schwed erlebte in diesen Jahren die schmerzhafte Trennung von ihren Kindern und Enkeln: Ihre Enkelkinder Paul Walter Samuel, Lieselotte Samuel, Edgar Mahler und Rosemarie Lisbeth Mahler waren schon 1935 und 1936 in die USA nach New York emigriert. Tochter Else Samuel, ihr Mann Max und Mathilde Mahler folgten Ende 1938 und Anfang 1939 ebenfalls nach New York. Über das Schicksal ihres Sohnes Karl konnten wir nichts in Erfahrung bringen.

Im Februar 1939 musste sie in die Trogerstraße 17 ziehen und wurde knapp zwei Jahre später in das Jüdische Altersheim in der Kaulbachstraße 65 gebracht.

Von dort deportierte die Gestapo am 11. Juni 1942 die 83-jährige alte Dame mit 50 weiteren Menschen in das Ghetto Theresienstadt. Sie überlebte die katastrophalen Lebensumstände, den Hunger und die gezielte Vernachlässigung im so genannten „Altenheim“ in der Kavalierkaserne nur kurze Zeit: Am 30. September 1942 verstarb sie im Ghetto Theresienstadt.

Text von Franz Noweck

Quellen:

  • Stadtarchiv München, EWK 38, Einwohnermeldekarte Emilie Schwed.
  • Stadtarchiv München, KKD-3857.
  • Stadtarchiv München, Hausbogen Tengstraße 26.
  • Stadtarchiv München, Datenbank zum Biografischen Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945.
  • Staatsarchiv München, OFD 4258.

Internetquellen: