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Bürkleinstraße 20 (früher 16)


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Henriette Lipcowitz

geboren 10.03.1867
in München,
gestorben 21.06.1940
in München




Wenig mehr als ihre Lebensdaten bleiben, um an Henriette Lipcowitz zu erinnern. Nicht einmal ein Foto von ihr ist bekannt. Sie war gebürtige Münchnerin und die Tochter des Kaufmanns Gerson Lipcowitz und seiner Ehefrau Franziska geborene Fischer.

Ihren Lebensunterhalt verdiente sich Henriette als Stickerin. Sie hat nie geheiratet und keine Kinder bekommen.

Henriette Lipcowitz wohnte Zeit ihres Lebens zur Untermiete an zahlreichen Adressen in München, 1923 und 1929 kurzzeitig in Frankfurt und Garmisch-Partenkirchen.

Im Alter von 70 Jahren zog sie 1937 für einige Monate als Untermieterin zu Familie Silber ins Erdgeschoss der Bürkleinstraße 16 und wechselte ab März 1938 noch drei Mal ihren Wohnsitz.

Nach der Reichskristallnacht am 9. November 1938 beschleunigte sich die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung. Auf einer Konferenz in Berlin im November 1938 beschloss die NS-Führung, die Juden zu ghettoisieren. Die Grundlage dafür lieferte das Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden vom 30. April 1939. Juden konnten nun die Wohnung gekündigt werden, wenn eine anderweitige Unterbringung sichergestellt wurde. Die Ghettoisierung der Juden erfolgte in München in sogenannten Judenhäusern - Häuser oder Wohnungen, die meist im Besitz von Juden waren und in denen sie jetzt auf engem Raum zusammengepfercht wurden. Auch Einrichtungen der Israelitischen Kultusgemeinde, wie etwa die Altenheime, wurden zu Judenhäusern umfunktioniert.

Henriette Lipcowitz musste am 3. April 1940 in das Altenheim der Israelitischen Kulturgemeinde in der Kaulbachstraße 65 einziehen. Dort lebte die 71-Jährige nur noch zehn Wochen, ehe sie am 21. Juni 1940 an „Kreislaufschwäche“, wie auf ihrer Sterbeurkunde angegeben, verstarb. Ihr Grab befindet sich auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in München.

Dr. Felicia Englmann

Quellen

Literatur

  • Maximilian Strnad, Zwischenstation „Judensiedlung“. Verfolgung und Deportation der jüdischen Münchner 1941-1945, München 2011, S. 22-27.
Zwei Stelen erinnern an die ehemaligen Bewohner der Bürkleinstraße 20 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Zwei Stelen erinnern an die ehemaligen Bewohner der Bürkleinstraße 20

Foto: Stadtarchiv München

Ellen Presser von der Israelitischen Kultusgemeinde München erinnert an die jüdischen Opfer in der NS-Zeit  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Ellen Presser von der IKG München erinnert an die jüdischen Opfer in der NS-Zeit

Foto: Stadtarchiv München, E. Weichelt

Dr. Felicia Englmann übergibt die Erinnerungsstelen an die Öffentlichkeit Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Dr. Felicia Englmann übergibt die Erinnerungsstelen an die Öffentlichkeit

Foto: Stadtarchiv München, E. Weichelt

Grußwort von Lilian Harlander auf der Gedenkveranstaltung am 20. November 2018 im Jüdischen Museum Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Grußwort von Lilian Harlander auf der Gedenkveranstaltung im Jüdischen Museum

Foto: Stadtarchiv München, E. Weichelt

Stadtdirektor Dr. Michael Stephan gedenkt der 999 Jüdinnen und Juden, die am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert wurden  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Stadtdirektor Dr. Michael Stephan gedenkt der Opfer der Deportation nach Kaunas

Foto: Stadtarchiv München, E. Weichelt

Dr. Felicia Englmann berichtet über die früheren Bewohner der Bürkleinstraße 20  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Dr. Felicia Englmann berichtet über die früheren Bewohner der Bürkleinstraße 20

Foto: Stadtarchiv München, E. Weichelt

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