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Altstadt - Lehel


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Geschichte und historische Grunddaten

Altstadt:

Erstnennung: 1947 in den Stadtbezirks-Namen Altstadt-Süd und Altstadt-Nord. Entstehung des Namens: Kein eigentlicher Ortsname, eher ein Not-Begriff, um den mittelalterlichen Stadtkern innerhalb der Mauern und der vier großen Stadttore (Neuhauser (= Karlstor), Schwabinger Tor (vor der Feldherrnhalle), Isartor, Sendlinger Tor) von den später entstandenen Stadtteilen abzugrenzen. Weil der Begriff neuzeitlich ist, entsprach der Münchner „Altstadt" nie eine „Neustadt" wie in anderen Städten (Landshut, Straubing). Nach der Stadterweiterung der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts unterschied man in München eine „Innere Stadt" von einer „Äußeren Stadt". Nach immer stärkerer Besiedlung auch vor den Mauern übertrug man die Namen der vier Stadtviertel nach außen in die Neubaugebiete vor den Stadttoren (Äußeres Hacken-Viertel, Äußeres Kreuz-Viertel). Nach der Schleifung der Stadtbefestigung am Ende des 18. Jahrhunderts bildete man sehr schnell die Vorstadt-Namen (Ludwigs-, Maximilians-Vorstadt und so weiter). Die mittelalterliche Stadt endete nie an der Stadtmauer, sondern umfaßte immer auch einen gewissen Bezirk um die Stadt herum, den sogenannten „Burgfrieden", der 1380 schon erwähnt wird, aber rechtlich 1294 bereits nachgewiesen werden kann. Seine Umrisse, die im Norden bis vor die Häuser von Schwabing reichten, sind 1460 genau festgelegt und vermarkt worden.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.

 

Anger-Viertel:

Erstnennung: 1508 September 15 Anngerfiertl.
Bedeutung des Namens: Abgeleitet vom „Anger" (im Mittelhochdeutschen ein Stück Gras-, Weide- oder Ackerland, auch ein gemeinschaftlich bewirtschaftetes Stück Land). Der Name Anger ist in München erstmals 1300 belegt und bezeichnet den heutigen St.-Jakobs-Platz mit Sebastiansplatz. Bald wird auch die Umgebung einbezogen (vorderer, hinterer, oberer, unterer Anger, Angergasse und so weiter). Lage: Zwischen Tal, Marienplatz, Rosen- und Sendlinger Straße. Anderer Name: Bis zum 16. Jahrhundert nach dem Rindermarkt „Rindermarkt-Viertel" genannt.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.

Graggenau(er) Viertel:

Erstnennung: 1458 Dezember 29 Gragkenaw viertail.
Bedeutung des Namens: Ableitung von der „Graggenau" (Krack = Rabe, Krähe). Der Name erstmals 1325 in der Stadtkammer-Rechnung („Grakkaw"), 1326/27 „Gragkenawe". Die Steuerbücher verstehen unter Graggenau das Gebiet zwischen dem Wurzer- oder Kosttor bis zur Ledererstraße und vom Sparkassenbach im Westen bis zur Hochbrückenstraße im Osten. Im Zentrum dieses Gebietes liegt das Platzl. Auch das Gebiet außerhalb der Mauer bis etwa zur heutigen Prinzregentenstraße zählte bis ins 16. Jahrhundert zur Graggenau (später Lehel). Lage: Zwischen Theatiner-, Weinstraße, Marienplatz und Tal. Andere Namen (nach dem jeweiligen Viertelhauptmann): (des) Wilbrechts Viertel, Hansen Barts Viertel, des Scharfzahns Viertel.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.

Hacken-Viertel:

Erstnennung: 1458 Dezember 29 Hagken vierteil.
Bedeutung des Namens: Abgeleitet vom „Hacken" (Hag, Hac, Hagen, auch Gehag = eigefriedetes oder gehegtes Grundstück). Das seit 1326 so bezeichnete Gebiet läßt sich mit dem Straßenquadrat zwischen Hotterstraße, Altheimer Eck, Damenstift- und Brunnstraße bis zur Hotterstraße umschreiben. Lage: Zwischen Sendlinger, Rosen-, Kaufinger- und Neuhauser Straße. Andere Namen: 1363 Kramen-Viertel.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.

Kleinhesselohe, Gemeinde Schwabing:

Erstnennung: 1791 Heselloh, 1793 "Gegend, die von den Münchnern das Kleine Hesellohe genannt wird". Bedeutung des Namens: Hesel = Hasel(staude, -nuß). Klein- im Gegensatz zu Großhesselohe bei Pullach. Lohe ist ein lichter Wald. Hesselohe bedeutet also einen lichten Wald von Haselstauden. Entstanden 1790 als Bierzäpflerei für die Arbeiter bei der Anlage des Englischen Gartens, bald eine Ausflugsgaststätte im neu angelegten Park. Der See wurde um 1800 von Friedrich Ludwig von Sckell angelegt.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.

Kreuz-Viertel:

Erstnennung: 1458 Dezember 29 Kreutz vierteil.
Bedeutung des Namens: Abgeleitet vom Namen „Kreuzgasse" (deshalb auch „Kreuzgassen-Viertel"), einem Straßenzug, der heute dem Promenadeplatz und der Pacellistraße entspricht. Name Kreuzgasse erscheint erstmals 1368 im Steuerbuch und ist ungeklärt.
Lage: Zwischen Neuhauser, Kaufingerstraße, Marienplatz, Wein- und Theatinerstraße. Andere Namen: 1363 Eremiten-Viertel (nach dem Kloster der Augustiner-Eremiten an der Neuhauser Straße), 1410 des Katzmairs Viertel, 1445 des Ligsaltz Viertel.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.

Lehel:

Erstnennung: 1525 "auf den lehen", 1537 "auf dem lehen", 1581 "auf den lechen", 1696 "auf dem Lehel". Bedeutung des Namens: Abgeleitet von den städtischen Gewerken (Mühlen, Eisen- und Messinghämmer, Schmieden, Bleichen, Lohstampf, Loderrahmen, Färbhaus und so weiter), die an die Handwerke oder einzelne ihrer Vertreter verliehen (als Lehen vergeben, verpachtet) waren. Man unterschied seit 1641 auch ein unteres von einem oberen Lehen.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.

München:

Erstnennung: 1158 Juni 14 Munichen.
Bedeutung des Namens: Wahrscheinlich abgeleitet vom Althochdeutschen „Munich", Mittelhochdeutsch „Münch" = „Mönch. Ungeklärt ist, ob Mönche eines bestimmten Klosters gemeint sind (Tegernsee, Schäftlarn) oder Einsiedler, etwa bei St. Jakob am Anger. Neuere Deutungsversuche leiden darunter, daß sie den Namen alleine sprachwissenschaftlich ableiten und damit in abgelegene Sprachlandschaften abdriften (zum Beispiel ins Alt-Baskische). Hier ist abzuwarten, ob diese Versuche auch einer historischen Durchleuchtung standhalten werden.

 

St.-Anna-Vorstadt (= Lehel):

Erstnennung: 14. Dezember 1812.
Entstehung: Name der ersten Generation von Stadtbezirksnamen außerhalb der mittelalterlichen Stadt, benannt nach der Kloster- und seit der Säkularisation ersten Pfarrkirche St. Anna im Lehel, die 1808 zur Pfarrei erhoben wurde. Auf der Stadtkarte von 1812 noch als "äußeres Graggenauer Viertel" zum Graggenauer Viertel gezählt.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.

Tivoli, Gemeinde Schwabing:

Erstnennung: 1808 Tivoli.
Entstehung: Name von einer Gartenwirtschaft "Zum Tivoli", die 1830 aus dem Sommersitz eines Münchner Bürgers (Raphael Kaula) entstand und bis 1923 betrieben wurde. "Tivoli" war eine beliebte Bezeichnung für Vergnügungsparks, nachgebildet dem Tivoli in den Sabinerbergen bei Rom. 1839 wurde auf diesem Gelände die Ludwigs-Walzmühle errichtet, die 1872/73 den Namen "Kunstmühle Tivoli" übernahm. Die Wirtschaft bestand weiter und wurde 1924 abgebrochen, die Geschichte der Mühle endete 1969. Vgl. Tucherpark.
Eingemeindung: 20. November 1890.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.

 

Tucherpark:

Entstehung: Als am 31. März 1969 die Geschichte der Tivoli-Kunstmühle endete, errichtete die Bayerische Vereinsbank auf dem Gelände ihr technisches Zentrum und mehrere Verwaltungsgebäude sowie ein Sportzentrum mit Schwimmhalle und Tennisplätzen und gab dem ehemaligen Tivoli jetzt den Namen Tucherpark, benannt nach Hans Christoph Freiherrn von Tucher, von 1959 bis 1968 Sprecher des Vorstandes der Bank.
Stadtbezirk 2001: 1 - Altstadt-Lehel.