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Au-Haidhausen


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Am Galgenberg:

Erstnennung: 1852/53.
Herkunft des Namens ungeklärt. Wahrscheinlich reine Erfindung ohne historischen Hintergrund, da in dieser Gegend nie eine Hinrichtungsstätte nachgewiesen ist. Lage: Das Gelände wurde später mit dem Ostbahnhof überbaut.
Stadtbezirk 2001: 5 – Au-Haidhausen.

Am Kirchstein:

Entstehung: 1855 erwarb der Kirchenbauausschuß Haidhausen einen bereits seit etwa 1830 bestehenden Ziegelstadel an der Äußeren Wiener Straße (heute Einsteinstraße), nebst Lehmgrund, und gab ihm den Namen "Kirchstein", weil dort die Steine für den Bau der neuen Pfarrkirche Haidhausen erzeugt wurden. Offizielle Benennung durch die beiden Stadtratskollegien am 07. März / 01. April 1856. Das gleichnamige städtische Gaswerk lag später zwischen der Leuchtenbergstraße (heute Leuchtenbergring), dem Bahngelände und der Einstein-/Truderinger Straße. Heute Straßenbahn- und Busdepot.

Au:

Erstnennung: 1340 Dezember 12 Awe ze Gyesingen.
Bedeutung des Namens: Awe = Land am Wasser. Stadterhebung: 1808, mit der amtlichen Bezeichnung "Vorstadt Au". Gemeindebildung: 1818 eigene Gemeinde, mit Untergiesing. Lage: Ortskern um den Mariahilfplatz und die Kirche Maria Hilf. Eingemeindung: 1. Oktober 1854.
Stadtbezirk 2001: 5 - Au-Haidhausen.

Auf den Alpen:

Entstehung: Für das weitgehend noch unbebaute Land östlich der Hochstraße im Bereich der heutigen Rablstraße enthält eine Karte von 1829 die Bezeichnung "Auf den Alpen", wahrscheinlich wegen des freien Blicks auf diese, ähnlich wie es mit dieser Begründung später in Giesing einen Alpenplatz und eine Alpenstraße gab.
Stadtbezirk 2001: 5 – Au-Haidhausen

Beim Kuisl:

Erstnennung: 1852/53.
Bedeutung des Namens: Kuisl ist ein im 19. Jahrhundert verbreiteter Familienname in Haidhausen. Lage: Das Gelände wurde mit dem Ostbahnhof überbaut.
Stadtbezirk 2001: 5 – Au-Haidhausen.

Falkenau, Gemeinde (Ober-)Giesing:

Erstnennung: 1733 Falckhenau.
Bedeutung des Namens: Abgeleitet vom Falkenhof Herzog Wilhelms IV., der bis 1723 in der Au bestand. Er wurde in diesem Jahr vom Kurfürsten zur "Falkhonerie-Jagdlust" an den kurfürstlichen Rat Johann Georg Messerer gegeben und zum adeligen Sitz erhoben. Gemeindebildung: 1818, Teil der Gemeinde Obergiesing. Laut allerhöchster Entschließung, mitgeteilt am 06. Juli 1812 durch das Generalkommissariat des Isarkreises, sollen die Ortschaften Lohe und Obere Falkenau von der Vorstadt Au getrennt werden und mit der Ortschaft Obergiesing eine eigene ländliche Gemeinde bilden. Eingemeindung: 01. Oktober 1854.
Stadtbezirk 2001: 5 - Au-Haidhausen.

Franzosenviertel:

Entstehung: Volkstümlicher Name für das Gebiet zwischen Rosenheimer Straße, Steinstraße und Ostbahnhof, auch "Ostbahnhofviertel" genannt, dessen Straßen nach Schlacht-Orten des Krieges von 1870/71 gegen Frankreich benannt wurden (Orleansplatz, -straße, Weißenburger Platz, Pariser Platz und Straße, Gravelotte-, Sedanstraße). Die Bebauung erfolgte ab 1870.
Stadtbezirk 2001: 5 - Au-Haidhausen

Gasteig:

Erstnennung: 23. Februar 1293 "auf dem Gasteig ze München".
Bedeutung des Namens: Ableitung entweder von Ga-steige, Ge-steige, einem Sammelwort mit Präfix ge- wie in Ge-filde, Ge-birge, also: "steile Anhöhe, sofern ein oder mehrere Wege über sie führen", auch "Hohlweg, der auf eine Anhöhe, besonders ein hohes Flußufer führt". Andere leiteten den Namen von "Gaise-steigen" oder "Gäh-steigen" ab und damit von einer Steige für Geißen oder von "gach" im Sinne von "jäh" oder "steil".
Stadtbezirk 2001: 5 - Au-Haidhausen.

Giesing (Ober-, Unter-):

Erstnennung: 790/808 Juli 14 Kyesinga.
Bedeutung des Namens: Vom Namen Kyeso/Kyso. Lage: Das alte Untergiesing lag auf der Anhöhe des Nockherberges, an der Hochstraße. Das alte Obergiesing lag auf der Anhöhe über dem Giesinger Berg, um die Ichostraße, Martin-Luther-Straße und im Osten begrenzt von der Tegernseer Landstraße, Ortsmitte um die (1888 abgebrochene) alte und (1886 fertiggestellte) neue Heilig-Kreuz-Kirche. Die Einordnung nach "oben" und "unten" richtete sich nach dem Lauf der Isar. Im Gegensatz dazu versteht man heute unter Untergiesing die ehemalige Auenlandschaft unterhalb des Hanges, im Bett der Isar, mit Obergiesing meint man das Land oben auf der Anhöhe.
Gemeindebildung: 1818 Obergiesing, mit Birkenleiten, Falkenau, Lohe, Papiermühle. Untergiesing war Teil der Vorstadt Au. Die Gemeinde wurde meist "Giesing", aber auch "Obergiesing" genannt. Eingemeindung: 1. Oktober 1854 mit Verleihung des Titels "Vorstadt Giesing".
Stadtbezirk 2001: teils 17 - Obergiesing, teils 5 - Au-Haidhausen (Teil des alten Untergiesing am Nockherberg).

Haidhausen:

Erstnennung: 808 Februar 12 Heidhusir.
Bedeutung des Namens: Häuser auf der Heide. Gemeindebildung: 1818. Patrimonialgericht. Lage: Alter Ortskern um die alte Kirche St.-Johann-Baptist an der Kirchenstraße 39, dann Wiener Platz, Einsteinstraße und so weiter. Eingemeindung: 1. Oktober 1854 mit Verleihung des Titels "Vorstadt Haidhausen".
Stadtbezirk 2001: 5 - Au-Haidhausen.

Kuisl:

siehe Beim Kuisl

 

Lüften (Auf der Lüften, Ramersdorfer Lüften):

Erstnennung: 1760.
Bedeutung des Namens: Entweder wegen der zugigen Luft auf der Hochebene oberhalb des Rosenheimer Berges, jenseits der Isar, so genannt oder - wie es Lipowski erklärt - "weil ein Wirth daselbst ein Sommerhaus auf einen Lind[en]baum erbauen ließ".
Stadtbezirk 2001: 5 - Au-Haidhausen.

Marquartskreith (-reuth):

Erstnennung: 1775 April 29.
Entstehung: Der Oberst und kurfürstliche Kämmerer Johann Marquart Graf von Kreuth hatte einen Teil vom Kotterhof in Untergiesing erhalten und erhielt auf diesem Teil am genannten Tag die Gerechtigkeit als Edelsitz unter dem Namen Marquartskreith. Der Sitz besteht nicht mehr.
Stadtbezirk 2001: 5 – Au-Haidhausen.

Neudeck in der Au:

Erstnennung: Ursprünglich Name für zwei Mühlen, zuerst überliefert 1353 in einem Personennamen: "Ott der Müllner, genant der Neydegker". Er saß auf der Unteren Kelblmühle (Kälbl-, Kaiblmühle), Buttermelcherstraße 16. 1383 ist der Name auch als Name für die Mühle selbst belegt ("auz dem pachh zue Neydekk"). Mit dem 1430 genannten "Ulrich Verrer auf Neidegk" ist aber die Kelblmühle in der Au, Am Kegelhof, gemeint (1555 "Neideckhmul"). In der Nähe der letzteren hatten später die Herzöge ein kleines Jagdschloß mit dem Namen Neudeck.
Bedeutung des Namens: "Eck" = Spitze, vorspringender Berg. Daher die Silbe Eck häufig in Burgennamen. Eck kann aber auch Winkel bedeuten. "Neid" ist ein bei Burgennamen nicht selten vorkommendes Trotzwort.
Stadtbezirk 2001: 5 – Au-Haidhausen.

Papiermühle, Gemeinde [Ober-]Giesing:

Erstnennung: 1808.
Quelle: Meßtischaufnahme zur Flurkarte. Lage: In der Au, Birkenleiten Nummer 41, auch Krämermühle genannt. Gemeindebildung: 1818, Teil der Gemeinde Obergiesing. Eingemeindung: 1. Oktober 1854.
Stadtbezirk 2001: 5 – Au-Haidhausen.

Untergiesing siehe Au und Giesing:

Gemeindebildung: 1818, Teil der Gemeinde Au. Lage: Auf dem Nockherberg, an der Hochstraße. Eingemeindung: 1. Oktober 1854.
Stadtbezirk 2001: 5 - Au-Haidhausen.

Wageck:

Entstehung: 1563 unter dem Namen Wagegg zum Edelsitz ernanntes Gut in der Lilienstraße in der Au. Besitz aus Mahlmühle, Sägemühle, Hammerschmiede und Schlösschen wurden nach 1780 zertrümmert, die niederen Gebäude des letzteren ab 1786 aufgestockt und darin eine Tabakfabrik errichtet. 1813 kam es an den Pächter der Paulanerbrauerei Martin Zacherl.
Bedeutung des Namens: "Wag" bedeutet Wasser in einem Graben, Wasserfang, Teich, See, Flut. Am unteren Lehel gab es auch eine Wagmühle. Schmeller verweist auch auf ein Lustschloß der Fürstäbte von Kempten mit dem Namen Wagegk. "Eck" ist ein beliebter Bestandteil von Burgennamen.