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FSC-Zertifizierung


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Seit 2001 ist der Stadtwald mit dem FSC Zertifikat ausgezeichnet

Seit Oktober 2001 ist der Wald der Landeshauptstadt München mit dem weltweit anerkannten Forest Stewardship Council ® Zertifikat (FSC) ausgezeichnet und gilt gleichzeitig als anerkannter Naturland Waldbetrieb. Damit hat sich der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in Bayern zur ökologischen Waldwirtschaft bekannt und verpflichtet. Die Städtische Forstverwaltung betreut neben dem Stadtwald den Wald der Stadtwerke München GmbH (circa 1.800 Hektar) sowie den Wald der Heiliggeistspitalstiftung (Forst Kasten) mit circa 800 Hektar. Ziel des FSC-Zertifikats ist die Sicherung der nachhaltigen, naturgemäßen Bewirtschaftung des Ökosystems Wald, das weltweit oft durch Raubbau gefährdet und zerstört wird.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit

Seit über 150 Jahren ist der Nachhaltigkeitsgedanke in der deutschen Forstwirtschaft gesetzlich verankert. Zu Beginn bezog man dieses Prinzip nur auf die Fläche (jede eingeschlagene Waldfläche war sofort wieder aufzuforsten, um so den Waldanteil konstant zu halten) und auf die Holzmasse (es darf nur soviel Holz genutzt werden wie gleichzeitig nachwächst).

Später hat man den Nachhaltigkeitsgrundsatz auf alle Funktionen des Waldes ausgedehnt:
Die Schutzfunktionen (Boden-, Wasser-, Arten- und Biotopschutz) und die Erholungsfunktion (Gesundheit und Freizeiterlebnis) sind ebenso zu bewahren wie es gilt, die Bedürfnisse der nachfolgenden Generationen zu berücksichtigen. Dieser Generationenvertrag ist nur durch ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur möglich.


Der Wald - ein Spiegelbild der Gesellschaft

Die Geschichte unserer Wälder ist eng mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbunden.
So war das Holz bis ins 18. Jahrhundert wichtigster Rohstoff als Baumaterial und Energieträger. Bis zur Einführung der geregelten und nachhaltigen Forstwirtschaft wurden die Wälder dementsprechend geplündert. Die entwaldeten Flächen wiederaufzuforsten wurde zur Jahrhundertaufgabe.

Vielfach wurde mit schnellwachsenden Nadelbäumen aufgeforstet, da man hoffte, die drängenden Probleme der Holzversorgung schneller lösen zu können. Massenerkrankungen dieser Bäume (Kalamitäten) zerstörten diesen Wald und zwangen immer wieder zu Neuaufforstungen.

Dazu kam die Brennholznot während der beiden Weltkriege. So trug der Stiftungswald Forst Kasten wesentlich zur Versorgung der Münchner Bevölkerung bei, musste dafür aber einen großen Verlust seiner Holzreserven ertragen.
In den Wirren der Nachkriegszeit dauerte es Jahre bis die mittlerweile vergrasten Flächen wiederaufgeforstet werden konnten.


Der Wald im Umbau - Naturgemäße Waldwirtschaft

Seit dieser Zeit baut die Städtische Forstverwaltung den Wald zu stabilen Mischbeständen um. Auf großer Fläche werden gleichaltrige Fichtenwälder durch Pflanzung von heimischen Laubbaumarten wie zum Beispiel Buche und Eiche zu standortgerechten, arten- und strukturreichen Wäldern umgewandelt.

Ziel ist ein vielschichtiger, ungleichaltriger Wald, der dauerhaft und nachhaltig die Funktionen Wasserschutz, Arten- und Biotopschutz, Erholungswert und Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz erfüllt. Kahlschlag und Biozideinsatz sind ausgeschlossen.

Seit über 50 Jahren wird im Wald der Stadtwerke München in den Trinkwasserfassungsgebieten im Mangfalltal sowie am Taubenberg besonders sensible Waldpflege durchgeführt, so dass für die Millionenstadt ein Trinkwasser von europäischer Spitzenqualität gewonnen wird.


Das FSC-Zertifikat - Leitfaden für eine ökologische Waldbewirtschaftung

Ökologische Waldnutzung nach FSC strebt die Strukturvielfalt als Ergebnis einer natürlichen Walddynamik an.

  • Die Gewinnung des umweltfreundlich produzierten Rohstoffes Holz erfolgt durch die Entnahme einzelner Bäume oder kleiner Baumgruppen. Auf Kahlschläge wird verzichtet.
  • Das hohe Erntealter einzelner Stämme lässt ungleichaltrige, ökologisch wie ökonomisch wertvolle Bestände entstehen.
  • Das Holz wird von qualifiziertem Personal und Unternehmern aus der Region eingeschlagen und an ortsnahe, holzverarbeitende Betriebe - zur Förderung der Mittelstandsunternehmen - vermarktet.
  • Für die Verjüngung des Waldes wird das Vermehrungspotential der Altbäume ausgenutzt. Durch eine beständige und behutsame Waldpflege entsteht an vielen Stellen eine reiche Naturverjüngung. Auf Pflanzungen muss so nur beim Umbau instabiler Bestände zurückgegriffen werden.
  • Ein Totholzmanagement (Kennzeichnung und Sicherung von Bäumen mit Spechthöhlen, Belassen von liegenden und stehenden abgestorbenen Bäumen) bereichert die Biotop- und Artenvielfalt. Äste und Wipfelteile verbleiben auf der Waldfläche und werden in den natürlichen Nährstoffkreislauf integriert. Chemie wird im Wald nicht eingesetzt und auch das Befahren der Waldböden mit Maschinen erfolgt ausschließlich über ein geordnetes Rückegassensystem, so dass die Bodenverdichtung minimiert wird.
  • Zu den genutzten Waldflächen werden Beispielflächen ausgewiesen, auf denen forstwirtschaftliche Eingriffe gänzlich unterbleiben. Sie sollen ständiger Wegweiser für natürliche Prozesse sein und als Hilfe für waldbauliche Entscheidungen dienen.

Die FSC-Zertifizierung als Gütesiegel ist der Lohn für die jahrzehntelang konsequente und naturgemäße Bewirtschaftungsweise der Städtischen Forstverwaltung. Für die Zukunft spornt sie alle Beschäftigten an, weiterhin das hohe ökologische Niveau zu halten und ständig zu verbessern.

Das FSC-Zertifikat wird weltweit von allen Umweltorganisationen wie Greenpeace, WWF, BUND et cetera anerkannt und ist damit auch für die kritische Kaufentscheidung des Verbrauchers besonders geeignet.


FSC-Zertifikat

Der Münchener Stadtwald ist unabhängig zertifiziert nach den Naturland Richtlinien zur Ökologischen Waldnutzung und im Rahmen einer Gruppenzertifizierung nach den Deutschen FSC-Standards.
FSC Trademark © Forest StewardshipCouncil A.C.
Gruppenzertifikat: IMO - FM / COC-009887

Kontakt

Landeshauptstadt München

Kommunalreferat
Forstverwaltung

Kilian 1
83629 Weyarn