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Wald und Wasser


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© Foto: Helmut Gutjahr

Die Bedeutung des Waldes für unser Trinkwasser

Die Städtische Forstverwaltung bewirtschaftet seit 60 Jahren im Auftrag der Stadtwerke München (SWM) circa 1.800 Hektar Wasserschutzwald. Das Gebiet erstreckt sich von den Quellgebieten am Taubenberg bis in die Münchner Schotterebene.

Naturgemäßer Waldbau

Die Städtische Forstverwaltung betreibt seit Jahrzehnten einen naturgemäßen Waldbau. Der ursprünglich reine Fichtenwald wurde zielstrebig mit Laubholzpflanzungen in einen Mischwald umgewandelt.
Denn gleichförmige Fichtenbestände tragen im jungen und mittleren Alter zu einer Verschlechterung des Nitrataustrages bei.
Damit das Waldwasser auf dem Weg zum Grundwasser nicht verdorben wird, ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger untersagt. Kahlschläge, die zu einer Offenlegung des Waldbodens und zur Auswaschung führen, sind ausgeschlossen.

So entstand ein strukturreicher Dauerwald, der den Boden konstant bedeckt und für einen ausgewogenen Wasserhaushalt sorgt.

Die Bedeutung des Waldes für Trinkwasser

Ein hoher Anteil von Buche, Tanne und Edellaubholz (Ahorn, Esche), angelehnt an die natürliche Waldvegetation, hat eine herausragende Bedeutung für die Qualität und Menge der Trinkwasserspende. Der Mischwald kann den Niederschlag von 1.400 Millimeter pro Jahr wirksam speichern, filtern und gleichmäßig an die Quellen abgeben.

Wasserspeicher

Der Waldboden ist ein idealer Wasserspeicher, denn die Wurzeln der Bäume und die Aktivität der Bodenlebewesen schaffen ein weitverzweigtes Hohlraumsystem. Der lockere Waldboden vermag so das Wasser, insbesondere bei Starkniederschlägen, wie ein Schwamm aufzusaugen und gibt den Überschuss gleichmäßig und stetig an das Grundwasser ab.

Damit mehr Wasser gewonnen werden kann, werden „offene Fenster im Wald geschaffen: zum Einen durch die gezielte, behutsame Entnahme von Bäumen, und zum Anderen durch die Förderung von winterkahlen Laubbäumen.

Waldränder mit tiefreichenden Baumkronen und Sträucher sowie ein strukturreicher Bestandsaufbau mit einem dichten Nebeneinander von jungen und alten Bäumen verhindern Verdunstungsverluste durch zu viel Wind und zu starke Sonnenbestrahlung.

Tiefwurzelnde Baumarten wie die Tanne, die vor allem am Taubenberg mit einem hohen Anteil vertreten ist, lockern verdichtete Böden auf und fördern ein gleichmäßiges Versickern in die tiefsten Bodenschichten zum Grundwasser.

Reinigungssystem

Das aktive Bodenleben eines Mischwaldes baut organische Verunreinigungen (zum Beispiel Luftschadstoffe) ab und verhindert den Eintrag von Schwemmmaterial. Die Biomasse der Bäume (Blätter und Holz) bindet Stickstoff und vermindert somit die Auswaschung von Nitrat.

Nationale und internationale Anerkennung

Die intensive, vorsorgende Waldpflege in den Münchner Wassergewinnungsbieten, insbesondere hier im Mangfalltal, ist national und international anerkannt.

2001 wurden die Wälder der SWM mit dem Forest Stewardship Council weiter ausgezeichnet, der Forstbetrieb wurde Mitglied im Naturland-Verband und das Mangfalltal und der Taubenberg wurden in das europäische Schutzgebietsnetz der Flora-Fauna-Habitate aufgenommen.


Das Fazit liegt also auf der Hand: Ein fachkundig gepflegter Wasserschutzwald sichert die Spitzenqualität des Trinkwassers. Die SWM werden sich deshalb auch künftig gemeinsam mit der Städtischen Forstverwaltung dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Waldpflege konsequent beibehalten werden.