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Überraschungsbesuch am Nachmittag


Gruppenbild der Rettungskräfte mit der erfolgreich reanimierten 35-Jährigen und deren Familie.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Wiedersehen mit den Lebensrettern

Es ist Freitag, der 28. September, 15.15 Uhr – und ein ganz normaler Nachmittag an der Münchner Hauptfeuerwache. Bis eine junge Familie den Eingangsbereich zur Nachrichtenstelle betritt.

Die 35 Jahre junge Frau, die ihre zehn Monate alte Tochter auf dem Arm hat, und ihr Ehemann wollen aber keinen Notfall melden. Im Gegenteil.

Vorsichtig und eher skeptisch blickt das kleine Mädchen auf die Männer in ihren dunklen Uniformen. Dafür strahlt die Mutter umso mehr. Denn sie will sich heute bedanken - bei ihren Lebensrettern.

Ein Blick zurück: Am Dienstag, den 14. August 2018 wird um 13.31 Uhr ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) und der Rettungswagen (RTW) der Hauptfeuerwache sowie das Feuerwehr-Notarztteam Thalkirchen in die Au alarmiert. Das Meldebild lautete „laufende Reanimation“. Die Frau wird bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte durch ihren Mann, der selbst Arzt ist, wiederbelebt – dann übernehmen die Beamten der Hauptfeuerwache und der Notarzt die weiteren Maßnahmen. Nach mehreren Defibrillationen setzt bei der 35-Jährigen wieder ein Herzrhythmus ein. Um kurz nach 14 Uhr kann die Frau in den Schockraum einer Klinik gebracht werden, tief bewusstlos und künstlich beatmet, aber mit eigenem Herzschlag.

Am Krankenhaus trennen sich die Wege

Und hier, am Krankenhaus, trennen sich nach der Übergabe an das Klinikpersonal normalerweise die Wege der Einsatzkräfte und der Patienten. Ausrüstung und Fahrzeuge werden für den nächsten Einsatz vorbereitet. Abschlussmeldung an die Leitstelle, vielleicht doch noch der ein oder andere Gedanke an das weitere Schicksal der jungen Familie. Es war kein alltäglicher Einsatz, die Reanimation der Mutter in Anwesenheit ihrer acht Monate alten Tochter, in der eigenen Wohnung.

Doch diesmal läuft es anders! Mit einem selbstgebackenen (und sehr leckeren) Feuerwehr-Kuchen und einem herzlichen Dankesschreiben schaute die Frau gemeinsam mit ihren Liebsten persönlich auf der Hauptfeuerwache vorbei. Der Dienstplan hatte es so gewollt, dass sie sich bei sieben der zehn am Einsatz beteiligten Feuerwehrmänner persönlich bedanken konnte. Für die Kollegen war das eine sehr bewegende und schöne Begegnung.

"Ihr seid der Grund, warum ich heute mit meiner Tochter spielen kann"

Zum einen ist es die Bestätigung dafür, dass die fundierte Ausbildung und fortlaufende Weiterbildung das Niveau hervorbringen, Mitmenschen qualifiziert helfen zu können. Und auf der anderen Seite war es für die Kollegen der Hauptfeuerwache (Wachabteilung B) einfach ein hochemotionaler Moment – eine ehemalige Patientin wiederzusehen, die vor etwas mehr als sechs Wochen dem Tod noch näher war als dem Leben, und jetzt mit einem Lachen von ihrem ganz „normalen Leben“ sprechen kann, welches ihr Dank der schnellen Hilfe der Feuerwehr wieder möglich wurde.

"Ihr seid der Grund, warum ich heute mit meiner Tochter spielen kann, mit meinem Mann in der Sonne spazieren gehen kann und die schönen Sommertage genießen darf. Ihr habt dafür gesorgt, dass unsere kleine Familie unversehrt bleibt und dafür bin ich und sind wir Euch unendlich dankbar", schreibt die junge Mutter in ihrem Brief. Aber auch wir möchten uns ganz herzlich bei der Familie für den fast zweistündigen Besuch auf der Hauptfeuerwache bedanken - und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute!