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Analytische Task Force (ATF)


Logo der Analytischen Task Force München ATF  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Sonderschutz durch CBRN-Spezialkräfte

(bei chemischen, biologischen und radiologisch/nuklearen Gefahren)

Bereits 2002 wurde durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) ein flächendeckendes Netz der ATF-Einheiten zum Schutz der Bevölkerung über Deutschland gespannt. Die Verteilung erfolgte über die Vorgabe, dass gefährliche Stoffe (CBRN-Gefahren) in einem vorgeschriebenen Zeitfenster vor Ort analysiert werden können. Der Einsatzradius beträgt um jeden ATF-Standort ca. 200 km, sodass die CBRN-Spezialkräfte nach etwa zwei Stunden vor Ort sein können. Im Bedarfsfalle erweitert sich der Einsatzradius auf Teile der Nachbarländer Tschechien, Österreich und Teilen der Schweiz. Einer der acht Standorte in Deutschland wurde somit in München festgelegt und wird von der Feuerwehr München betrieben.

Grafischer Überblick über die Standorte der ATF  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Weitere Standorte sind:

  • ATF CBRN Berlin (Landeskriminalamt)
  • ATF C/RN Dortmund (FW)
  • ATF C/RN Hamburg (FW)
  • ATF C/RN Köln (FW)
  • ATF C/RN Leipzig (FW)
  • ATF C/RN Mannheim (FW)
  • ATF B Essen (FW)
Die vier Schutzstufen der ATF  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Stufen der Gefahrenabwehr

Die Gefahrenabwehr in Deutschland baut auf kommunale Einrichtungen in verschiedensten Stufen auf. Sind deren analytischen Möglichkeiten in einer Gefahrenlage jedoch erschöpft, so kann in der höchsten Stufe (Stufe 4) durch die Einsatzleitung die ATF hinzugezogen werden.

Die Fähigkeiten dieser Spezialeinheit gehen weit über das kommunale Gefahrenabwehrspektrum hinaus. Es ist 365 Tage / 24 Stunden eine Analytik in ähnlicher Qualität wie in stationären Laboratorien möglich. Die Messergebnisse liegen in der Regel in einem Zeitrahmen von 30 Minuten bis 2 Stunden vor, um einen Stoff identifizieren zu können. Auf Basis dieser Ergebnisse wird zusammen mit der örtlichen Einsatzleitung über weitere einsatztaktische Maßnahmen beraten.

Einsatzspektrum

  • Detektion und Identifikation chemischer und radiologischer Substanzen
  • Überwachung großer Areale bei chemischen Gefahrenlagen
  • Durchführung von CBRN-Probenahmen zur weiteren Identifikation
  • Bewertung der Einsatzsituation basierend auf Analyseergebnisse
  • Umfassende Beratung der Einsatzleitung
  • u.v.m.

Detaillierte Informationen über das Leistungsspektrum und Anforderungswege der ATF erhalten Sie mit der Infobroschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz.

Personal und Equipment

Die ATF München hat ihren Standort auf der Feuerwache 2 in Sendling. Das Personal setzt sich aus Angehörigen der Berufsfeuerwehr (Gerätetechnikern / Auswerter) und der Freiwilligen Feuerwehr (Auswerter / Probennahme) zusammen.

Auf der Feuerwache befindet sich der Fahrzeug- und Gerätepool, der im Einsatzfall noch durch einen weiteren CBRN-Erkundungskraftwagen der Freiweilligen Feuerwehr München ergänzt wird.

Eine enge Zusammenarbeit wird auch mit den Laboren aus dem NaLaDiBA- Netzwerk (Nationales Labornetzwerk für Diagnostik von BT-Agenzien) durchgeführt.

Hierzu zählen das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim sowie das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München.

Einsatzstufen

Stufe 1: Telefonische Beratung

Nach telefonischem Kontakt durch die Einsatzleitung vor Ort ist eine erste Beurteilung der Lage durch die ATF möglich.
Darauf aufbauend kann die fernmündliche Beratung fortgeführt werden, die Vermittlung weiterer Experten erfolgen oder die Entscheidung zur Erhöhung der ATF-Einsatzstufe getroffen werden.

Stufe 2: Unterstützung vor Ort

Aussendung einer kleinen Analysen- und Messeinheit zum Einsatzort. Es wird neben einer eingeschränkten Analytik auch eine Fernerkundung von Schadstoffwolken und die weiterführende Beratung der Einsatzleitung durchgeführt

Stufe 3: Entsendung der gesamten ATF-Einheit zum Einsatzort