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Höhenretter


Höhenrettung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Am 1. Mai 1996 begann der Dienstbetrieb für die Höhenrettungsgruppe (Hörg) der Berufsfeuerwehr München auf der Feuerwache 8 "Föhring". Diese Spezialeinheit kommt zum Einsatz, wenn herkömmliche Rettungsmittel wie Absturzsicherungen, tragbare Leitern, Drehleitern oder Teleskop-Gelenkmastbühnen ihre Grenzen erreichen.

Die zusammengefassten Erfahrungen aus Bergrettung, Höhenrettung und Industrieklettern auf hohem internationalem Standard bilden die Grundlage der Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr München.

Rund um die Uhr sind mindestens fünf Höhenretter – davon ein Rettungsassistent – im feuerwehrtechnischen Dienst in Bereitschaft. Sie leisten ihren Dienst auf dem Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) und rücken damit ganz normal aus, wie jede andere HLF-Besatzung. Wird zu einem Einsatz allerdings zusätzlich die Höhenrettung mit alarmiert, rückt dieses HLF zusammen mit dem Gerätewagen Höhenrettung aus.

Gerätewagen Höhenretter  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Deutschlands erste Höhenrettungsgruppe

Die Höhenrettungsgruppe wird jährlich bei zirka 110 Einsätzen alarmiert. Als deutschlandweit erste Höhenrettungsgruppe wird seit 1996 in enger Kooperation mit verschiedenen Hubschrauberbetreibern wie Polizei, ADAC, Bundesgrenzschutz und Bundeswehr gearbeitet.

Auf der Feuerwache 8 befindet sich die Seilwerkstatt in der sämtliche Gerätesätze Absturzsicherung, Ausrüstung der Höhenrettung und Flaschenzüge der Feuerwehr München überprüft und dokumentiert werden. Jeder Höhenretter ist Sachkundiger nach BGG 906 für persönliche Schutzausrüstung.

Die Hörg besteht im Augenblick aus 36 Beamten, die ihren Dienst auf der Feuerwache 8 verrichten. Durch ständiges Training und einer Ausbildung, die sich an den neuesten Erkenntnissen der Bergrettung orientiert, bleibt die Gruppe auf dem neuesten Stand der Technik.

Verantwortlicher Ausbilder der Hörg und Mitglied im Ausschuss Rettungsdienst der Bergwacht Bayern ist der international aktive staatlich geprüfte Bergführer Helmut Schmidt.

Höhenrettung Hubschrauber  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Einsatzspektrum

  • Rettung von Personen und Tieren aus Höhen und Tiefen
  • Sicherung von Einsatzpersonal an Absturz gefährdeten Bereichen
  • Unwettereinsätze: Sichern von Baugerüsten, Abdichten von Hausdächern, Kirchtürmen etc.
  • Evakuierung in Extremsituationen mittels Hubschrauber
  • Rettung an Baukränen von erkrankten / verletzten Personen mit dem Hubschrauber
  • Sicherung und Rettung von Suizid gefährdeten Personen in Höhen
  • Medizinische Notfälle in Höhen und Tiefen
  • Seilbahnrettung
  • Überlandhilfe nach Anforderung
Höhenrettung Ärzte  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Außergewöhnlich: Notärzte mit Einweisung "Höhenrettung"

In Zusammenarbeit mit dem Klinikum München-Bogenhausen wurden zirka 50 Notärzte auf der Feuerwache 8 in die Rettungstechniken der Höhenrettung eingewiesen. Auf diese Weise ist es möglich, Patienten, die in großen Höhen oder sonstigen exponierten Lagen notärztliche Hilfe benötigen, noch vor Ort notfallmedizinisch optimal zu versorgen. Die technische Rettung erfolgt anschließend unter weit geringerem Zeitdruck und daher schonender für den Patienten.

Höhenrettung historisch  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Kurze Historie

Der Ursprung der Höhenrettung findet sich in den 80er Jahren in der ehemaligen DDR. Die Münchner Spezialeinheit besteht seit dem 1. Mai 1996. Der damalige Chef der Berufsfeuerwehr München, Oberbranddirektor Dipl.-Ing. Günther Hölzl, hat sie ins Leben gerufen. Anfänglich noch mit einem 5er BMW als Materialwagen, seit 1998 mit einem eigenen MB-Transporter.

Nötig ist der Schritt zur Spezialisierung aus einem einfachen Grund geworden: Viele Alarme waren mit den herkömmlichen Mitteln der Feuerwehr nicht durchführbar oder stellten die Einsatzkräfte vor große Schwierigkeiten.

Hinzu kommt natürlich, dass die Gebäude immer neue Dimensionen annehmen und vorzugsweise in die Höhe wachsen. Viele Stockwerke und Gebäude sind mit der Drehleiter nicht mehr zu erreichen.

So entstand eine Spezialeinheit, mit dem vorrangigen Ziel der Menschenrettung aus großen Höhen, zum Beispiel Suizidanten auf Baukränen oder Hochhäusern.