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Druckkammer


FW 5 - Stationäre-Überdruckkammer  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Behandlung

Die Branddirektion betreibt auf der Feuerwache 5 "Ramersdorf" eine stationäre Überdruckkammer zur Behandlung von Notfällen.

Sie wird zur Behandlung von

  • Tauchunfällen
  • CO- und Rauchgasvergiftungen
  • Infektionen mit gasbildenden Bakterien

eingesetzt.

 

Funktion

Während der Druckkammerbehandlung atmet der Patient unter Überdruckbedingungen von bis zu 3 bar reinen Sauerstoff. Bei dieser Behandlungsform entfaltet der Sauerstoff durch die Änderung des Partialdrucks seine verschiedenen therapeutischen Wirkungen.

In besonderen Fällen könnte der Druck in der Kammer bis auf 6 bar Gesamtdruck gesteigert werden. Das entspricht einer Tauchtiefe von 50 Metern.

Die Kammer bietet einen Behandlungsraum für zwei Intensivpatienten oder drei sitzende Patienten.

Die Bedienmannschaft hält mit den Personen in der Druckkammer über eine Gegensprechanlage und eine Videoüberwachung Kontakt. Ein Computer überwacht und dokumentiert die Druckkammerfahrt.

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Technik

In der Druckkammer stehen medizinische Geräte zur Überwachung und Behandlung von Patienten zur Verfügung. Dabei können bis zu zwei Patienten differenziert mit Intensivbeatmungsgeräten beatmet werden. Das Monitoring verfügt dabei über EKG, nichtinvasive und invasive Blutdruckmessung, Sauerstoffsättigung und endexspiratorische CO2-Messung der Atemluft. Eine Personenschleuse gestattet es, Behandlungspersonal jederzeit ein- oder auszuschleusen. Über eine kleinere Materialschleuse können Geräte, Medikamente und Verbrauchsmaterial in die Kammer verbracht werden.

Sie wollen sich die Druckkammer von Innen ansehen?

Personal

Alle Behandlungen werden unter der medizinischer Überwachung von erfahrenen Druckkammerärzten durchgeführt. Das speziell ausgebildete Bedienungs- und Assistenzpersonal wird von der BF München gestellt.

Beteiligt sind im Einzelnen:

  • ein Tauchermeister und ein Taucher der Berufsfeuerwehr - sie bedienen die Druckkammer
  • ein Taucherarzt - er sorgt für die therapeutische und notfallmedizinische Behandlung des Patienten
  • zwei Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr mit der Zusatzqualifikation "Hyperbarmedizin" - unterstützen den Taucherarzt bei den medizinischen Maßnahmen vor und während der Druckkammerbehandlung

Das Druckkammerpersonal (Bediener, Rettungsassistenten und Ärzte) wird in speziellen Kursen der Branddirektion München nach internationalen Standards aus- und regelmäßig fortgebildet. Dabei erfolgt die fachliche und medizinische Überwachung über den "verantwortlichen Druckkammerassistenten", den "ärztlichen Leiter Druckkammerzentrum" und den "leitenden Tauchermeister".

 

Notfallmanagement

  • nach Eingang der Notrufmeldung bei der Integrierten Leitstelle München oder dem Tauchernotruf München dauert es gerade einmal 15 Minuten bis die Druckkammer einsatzbereit ist
  • parallel zu den Vorbereitungen wird ein diensthabender Taucherarzt verständigt, der mit einem Einsatzfahrzeug der Berufsfeuerwehr zur Feuerwache 5 gebracht werden kann
  • die Patienten werden in der Regel über eine der drei Kooperationskliniken (Klinikum München Schwabing, Klinikum München Neuperlach, Klinikum rechts der Isar) der Druckkammer zugeführt
  • die Feuerwache verfügt über eine Notarztwagenzufahrt, ein Hubschrauberlandeplatz befindet sich in der Nähe
  • nachdem der Taucherarzt den Patienten vorbereitet hat, erfolgt die DK-Behandlung
  • die anschließende weitere Therapie in den Kooperationskliniken erfolgt in enger Abstimmung mit den Taucherärzten des Druckkammerzentrums der BF München