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Für gentechnische Veränderungen


Bezüglich der Verwendung gentechnisch veränderter Lebensmittel sind neben der sonstigen im Lebensmittelrecht verpflichtenden Vorgaben spezielle Vorschriften zur Kennzeichnung anzuwenden.

Definition:

Bei einem gentechnisch veränderten Lebensmittel (GVL) handelt es sich um ein Lebensmittel, das aus gentechnisch veränderten Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen besteht, diese enthält oder daraus hergestellt ist.

GVL sind seit etwa 1990 legal im Handel erhältlich (hauptsächlich Soja und Mais).
Die EU-Kommission erstellt und unterhält ein Gemeinschaftsregister zugelassener genetisch veränderter Lebensmittel und Futtermittel, das der Öffentlichkeit zugänglich ist. Den Link finden Sie unten bei "weitere Informationen".

Im Handel erhältlich sind beispielsweise gentechnisch veränderte Sojaöle (beispielsweise Sedina Sojaöl)

Wichtige gesetzliche Grundlagen:

1. VO (EG) 1829/2003:

Diese Verordnung regelt unter anderem die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel.
Dies betrifft alle Lebensmittel, die Material enthalten, das GVO enthält, aus solchen besteht oder aus solchen hergestellt ist, die an den Endverbraucher oder an Anbieter von Gemeinschaftsverpflegungen geliefert werden sollen.

Ausnahme: Lebensmittel, die Material enthalten, das GVO enthält, aus solchen besteht oder aus solchen hergestellt ist, mit einem Anteil, der nicht höher ist als 0,9%, da dieser Anteil zufällig beziehungsweise technisch nicht zu vermeiden ist.

Dies gilt auch für Bio-Produkte:
Hier sind zufällige GVO-Beimischungen bis 0,9 % ebenfalls erlaubt.
Grund hierfür ist, dass eine zufällige Beimischung von GVO-Produkten mit konventionellen Produkten kaum vermeidbar ist. Beimischungen sind während des Anbaus, bei Ernte, Transport, Lagerung und Verarbeitung möglich – etwa durch Windverwehung oder nicht völlig saubere Transportbehälter. Unter natürlichen Bedingungen ist es daher nicht möglich, absolut gentechnikfreie Produkte zu erzeugen.

Anforderungen hinsichtlich der Kennzeichnung beim Hersteller und im Großhandel:

1.Besteht das Lebensmittel aus mehr als einer Zutat, ist der Zusatz „genetisch verändert“ oder „aus genetisch verändertem ...... hergestellt“ im Zutatenverzeichnis in Klammern unmittelbar nach der betreffenden Zutat aufzuführen.

2.Wird die Zutat mit dem Namen einer Kategorie bezeichnet, sind die Wörter „enthält genetisch veränderten [Bezeichnung des Organismus]“ oder „enthält aus genetisch verändertem [Bezeichnung des Organismus] hergestellte(n) [Bezeichnung der Zutat]“ im Zutatenverzeichnis aufzuführen.

3.Wird kein Verzeichnis der Zutaten angegeben, sind die Wörter „genetisch verändert“ oder „aus genetisch verändertem [Bezeichnung des Organismus] hergestellt“ deutlich auf dem Etikett anzubringen.

4.Die unter 1. und 2. genannten Angaben können in einer Fußnote zum Verzeichnis der Zutaten aufgeführt werden. In diesem Fall sind sie in einer Schriftgröße zu drucken, die mindestens so groß ist wie die Schriftgröße in dem Verzeichnis der Zutaten. Wird kein Verzeichnis der Zutaten angegeben, sind die Angaben deutlich auf dem Etikett anzubringen.

5.Wird das Lebensmittel dem Endverbraucher unverpackt oder in kleinen Verpackungen angeboten, sind die geforderten Angaben entweder auf oder in unmittelbarem Zusammenhang mit der Auslage des Lebensmittels oder aber auf der Verpackung anzubringen.


Anforderungen bezüglich der Kennzeichnung in Gaststätten:

Wird das Lebensmittel dem Endverbraucher unverpackt oder in kleinen Verpackungen angeboten, sind die Angaben entweder auf oder in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Lebensmittel zu kennzeichnen.
Es gilt das Anwendungsprinzip, das heißt, die Kennzeichnungspflicht gilt auch dann, wenn der verwendete gentechnisch veränderte Organismus (zum Beispiel Sojaöl) im verzehrfertigen Lebensmittel nicht mehr nachweisbar ist.

Dies trifft vor allem bei der Kennzeichnung auf Speisekarten zu:
Obwohl das beispielsweise verarbeitete, gentechnisch-veränderte Öl in einer Speise eventuell keinerlei nachweisbare Rückstände hinterlässt, besteht die Pflicht der Kennzeichnung!
Sollte eine entsprechende Kennzeichnung in der Speisekarte nicht enthalten sein, so handelt es sich hierbei um einen Bußgeldtatbestand, der mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

2. EGGenTDurchfG

Das EGGenTDurchfG ist das Gesetz zur Durchführung der Verordnungen der Europäischen Gemeinschaft auf dem Gebiet der Gentechnik und über die Kennzeichnung von Lebensmitteln, die ohne Anwendung gentechnischer Verfahren hergestellt wurden.

Der Hinweis „ohne Gentechnik“ darf ausschließlich genutzt werden, um auf die Nichtanwendung gentechnischer Verfahren bei der Herstellung hinzuweisen. Dies muss durch entsprechende Rückverfolgbarkeit nachweisbar sein.
Für die so beworbenen Lebensmittel ist die Schwellenwertregelung von 0,9 % aufgehoben.
Die Folge daraus ist, dass jeglicher Spurennachweis von GVO zu einem Verbot der „ohne-Gentechnik“-Kennzeichnung führt.

Erleichterungen gibt es dagegen im Bereich der tierischen Lebensmittel hinsichtlich der verwendeten Futtermittel.
Der Hinweis „ohne Gentechnik“ darf auch verwendet werden, wenn bei tierischen Produkten innerhalb der gesetzlich definierten Sperrfristen im Anhang des EG-Gentechnik-Durchführungsgesetzes keine gentechnisch veränderten, kennzeichnungspflichtigen Futtermittel mehr verfüttert wurden. Das bedeutet, dass mit dem Ausdruck „ohne-Gentechnik“ geworben werden darf, obwohl unter Umständen vor dieser Sperrfrist gentechnisch veränderte Futtermittel verfüttert wurden.
Ebenso schließt die Verwendung gentechnisch veränderter Verarbeitungshilfsstoffe, Enzyme, Aminosäuren oder Futtermittelzusatzstoffe während der Sperrfrist die Werbung „ohne Gentechnik“ nicht aus.

Wegen weiterer Fragen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Lebensmittelüberwachung (Bezirksinspektion)

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