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Tiere im Ausland


Ab Oktober 2004 gelten in der EU weitgehend einheitliche Regeln für Haustiere auf Reisen. Hunde, Katzen und Frettchen müssen mit einem Mikrochip (ISO-Norm 11784 oder 11785) oder - übergangsweise noch bis zum Jahr 2011- durch Tätowierung gekennzeichnet sein. Da die Kennzeichnung mittels Tätowierung in der Regel mit zunehmendem Alter der Tiere schlechter lesbar wird und ab 2011 die Kennzeichnung von Hunden, Katzen und Frettchen im Reiseverkehr nur noch mittels Mikrochip zulässig ist, wird empfohlen bereits jetzt von der Tätowierung abzusehen. Zudem ist für die Tätowierung grundsätzlich eine Betäubung erforderlich, bei der Implantierung des Mikrochips ist das nach dem Tierschutzgesetz nicht notwendig. Des Weiteren muss für Hunde, Katzen und Frettchen ein neuer, einheitlich gestalteter Heimtierausweis (gemäß der Entscheidung 2003/803/EG) mitgeführt werden, aus dem die gültige Tollwutschutzimpfung hervorgeht.

Tiere, die ab dem 01.10.2004 die genannten Anforderungen nicht mehr erfüllen, können gemäß Art. 14 der VO (EG) Nr. 998/2003 auf Kosten des Einführers in das Herkunftsland zurückgesendet oder für die bis zur Erfüllung der Gesundheitsanforderungen erforderlichen Zeit kostenpflichtig in amtlicher Quarantäne untergebracht werden. In Einzelfällen – bei Vorliegen eines entsprechenden Krankheitsverdachts – kann die Tötung angeordnet werden!

Seit dem 01.01.2012 gilt zusätzlich die Verordnung (EG) Nr. 1151/2011 zur Ergänzung der Verordnung (EG) Nr. 998/2003. Die Regelung betrifft Hunde, die in das Vereinigte Königreich, oder nach Irland, Finnland oder Malta einreisen. Geregelt sind zusätzliche Anforderungen bezüglich der Echinokokkose.

Weitere Informationen zum Reisen mit Tieren in das Vereinigte Königreich finden sich unter dem folgenden Link: http://www.defra.gov.uk/wildlife-pets/pets/travel/pets/

Die EU-Heimtierausweise sind bei niedergelassenen Tierärzten erhältlich, die über eine entsprechende Ermächtigung verfügen. Inzwischen gilt in der Landeshauptstadt München eine Allgemeinverfügung, die alle im Stadtgebiet praktisch niedergelassenen Tierärzte ermächtigt.

Inzwischen ist die VO (EG) Nr. 438/2010 in Kraft, die Änderungen der VO (EG) Nr. 998/2003 enthält. Unter anderem ist jetzt in der Verordnung festgeschrieben, unter welchen Bedingungen die Tollwutschutzimpfung erfolgen muss, dass sie im Rahmen des Reiseverkehrs mit Tieren als gültig anerkannt wird. Damit die Impfung als gültig anerkannt wird, müssen folgende Punkte erfüllt sein:

  1. Datum der Impfung muss im Heimtierausweis dokumentiert sein
  2. Gültigkeitsdauer der Impfung muss im Heimtierausweis dokumentiert sein
  3. Nach Abschluss des Impfprotokolls gemäß Hersteller müssen mindestens 21 Tage verstrichen sein
  4. Der Zeitpunkt der Impfung darf nicht vor dem Zeitpunkt der Kennzeichnung mittels Mikrochip liegen

Die Dokumentation im Heimtierausweis erfolgt durch den ermächtigten Tierarzt.
Eine Auffrischungsimpfung ist als Erstimpfung anzusehen, wenn sie nicht innerhalb der Gültigkeitsdauer einer vorangegangenen Impfung vorgenommen wurde.

Daher wird dringend empfohlen, rechtzeitig vor einen geplanten Reise mit dem Tier (Hund, Katze, Frettchen) ins Ausland zu überprüfen, ob die erforderliche Tollwutschutzimpfung die oben genannten Anforderungen erfüllt.

Im Deutschen Tierärzteblatt 4/2010 fand sich folgender Hinweis: Eine Kennzeichnung von Hunden und Katzen sollte auch registriert werden. Registrierungsstellen sind z.B. Tasso, Internationale Zentrale Tierregistrierung oder das Deutsche Haustierregister.

Grundsätzlich ist es sehr zu empfehlen, rechtzeitig vor der geplanten Reise Kontakt zum Städtischen Veterinäramt aufzunehmen. Einige Länder stellen besondere Anforderungen (Laboruntersuchungen, Behandlungen), bei denen bestimmte Fristen bzw. auch Wartezeiten vorgeschrieben sind.

Telefon: 089/233-36313 oder
E-Mail: veterinaeramt.kvr@muenchen.de

Beim Städtischen Veterinäramt sind grundsätzlich Informationen bezüglich der Anforderungen der einzelnen Länder erhältlich. Die aktuellsten Informationen jedoch sind stets bei den zuständigen Stellen der jeweiligen Länder erhältlich.

Informationen bezüglich Flugreisen mit Tieren (Flughafen München) sind an der Grenzkontrollstelle erhältlich.

Reisen in EU-Länder

Für des Reisen mit Heimtieren innerhalb der EU sind keine amtstierärztlichen Gesundheitszeugnisse nötig. Pflicht ist:

1. Kennzeichnung (Mikrochip, bis 2011 noch Tätowierung gültig)
2. EU-Heimtierausweis
3. gültiger Tollwutschutz

Einige EU-Länder haben zusätzliche Anforderungen wie z. B. generelle Leinenpflicht von Hunden, Einfuhrverbote für bestimmt Rassen oder auch hinsichtlich der Echinokokkose (siehe oben). Informationen darüber sind bei den jeweiligen Mitgliedstaaten zu erfragen.

Reisen in Drittländer (Nicht-EU-Länder)

Für Drittländer gelten zusätzlich zu den Anforderungen für das Reisen mit Heimtieren innerhalb der EU deren eigene länderspezifisch unterschiedliche Bestimmungen, die für die Einreise erfüllt werden müssen. Diese Informationen können über das jeweilige Auswärtige Amt erfragt werden.

Notwendige amtstierärztliche Gesundheits- und Impfbescheinigungen sowie Transportzeugnisse werden vom Veterinäramt ausgestellt.
Die Öffnungszeiten sind dem unten angestellten Link zu entnehmen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass Parteiverkehr an den Dienstagen nachmittags nur nach vorheriger Terminabsprache möglich ist (Anmeldung bis spätestens 12 Uhr an jedem Dienstag). Zu den sonstigen Öffnungszeiten ist eine Terminvereinbarung im Vorfeld grundsätzlich nicht erforderlich.
Es wird jedoch empfohlen, sich im Vorfeld zu erkundigen, welche Anforderungen für das Zeugnis erfüllt werden müssen.

Telefon: 089/233-36313 oder
veterinaeramt.kvr@muenchen.de

Die EU hat eine Liste von Drittländern erstellt, bei denen der Tollwut-Status bekannt ist und dem der EU entspricht. Bei der Wiedereinreise ihres Haustiers aus einem dieser gelisteten Drittländer in die EU gelten somit gleiche Regeln wie für innergemeinschaftliches Reisen.

Bei der Wiedereinreise aus einem nicht gelisteten Drittland in die EU gelten weitergehende Anforderungen:

  • so muss mindestens 30 Tage nach der Impfung über eine Blutprobe der Tollwut-Antikörper-Titer in einem zugelassenen Labor bestimmt werden.
  • diese Tollwut-Titerbestimmung ist vor der Abreise ins nicht gelistete Drittland durchzuführen und im Heimtierausweis zu dokumentieren.
  • die Titerbestimmung braucht nicht wiederholt werden, wenn das Tier regelmäßig entsprechend den Vorgaben des Impfstoffherstellers einer Wiederholungsimpfung unterzogen wird.

Reist ein Tier aus einem nicht gelisteten Drittland zum ersten Mal in die Europäische Union ein, so ist nach der Titerbestimmung (durchzuführen in einem zugelassenen Labor in dem jeweiligen Drittland) eine Wartefrist von drei Monaten einzuhalten, bevor das Tier eingeführt werden darf. Mit dem Durchführungsbeschluss der Kommission (2011/874/EU) wurden die Muster für die Veterinärzertifikate geändert. Ab dem 01.03.2012 müssen für die Einfuhr in die EU die neuen Muster verwendet werden. Die Entscheidungen 2004/595/EG und 2004/824/EG wurden aufgehoben. 

Kontakt

Landeshauptstadt München

Hauptabteilung I Sicherheit und Ordnung. Gewerbe Abteilung I/5 Veterinärwesen Städtisches Veterinäramt

Thalkirchner Straße 106
80337 München