Top
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Fuchsbandwurm


Der kleine Fuchsbandwurm oder Echinococcus multilocularis ist ein Parasit, der vorwiegend beim Fuchs, aber auch bei Hunden und Katzen vorkommt. Man kann davon ausgehen, dass durchschnittlich 27 % der Füchse in Oberbayern vom kleinen Fuchsbandwurm befallen sind, wobei die Befallsrate regional schwanken kann.
Im Stadtgebiet München werden regelmäßig Füchse, die von den Stadtjägern erlegt werden, auf eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht. Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zeigen, dass von 624 erlegten Füchsen im Stadtgebiet München im Zeitraum vom 01.12.1988 bis 31.10.2003 insgesamt 64 mit dem kleinen Fuchsbandwurm infiziert waren. Dies entspricht einem Befall von 10,2 %, eine im Landesdurchschnitt sehr geringe Befallsrate. Zurückgeführt werden könnte es auf die komplett andere Ernährungsweise der reinen Stadtfüchse. Diese ernähren sich nicht mehr wie ihre Artgenossen zum überwiegenden Teil von Mäusen, sondern viel mehr von achtlos weggeworfenen Nahrungsresten der Stadtbevölkerung, plündern Mülltonnen, Komposthaufen, Vogelhäuschen und nehmen gerne Fallobst zu sich. Die Tendenz der letzten zwei Jahre ist jedoch leicht ansteigend. In den Jahren 2004 – 2007 wurden insgesamt 178 Füchse untersucht, die im Stadtgebiet München erlegt wurden. Bei insgesamt 31 Füchsen wurde der kleine Fuchsbandwurm nachgewiesen, wobei 2007 alle Befunde negativ waren. Im Jagdjahr 2008 (01.04.2008 – 31.03.2009) liegen bisher die Ergebnisse von 28 untersuchten Füchsen vor: 27 Befunde waren negativ, einer positiv.
Die Eier des kleinen Fuchsbandwurms werden über den Kot infizierter Endwirte (z.B. Füchse, Hunde und Katzen) ausgeschieden und können von Zwischenwirten mit der Nahrung aufgenommen werden. Als Zwischenwirte kommen in erster Linie kleine Nager (z.B. Mäuse) in Frage. In den Zwischenwirten kommt es zu Leberveränderungen. In seltenen Fällen kann auch der Mensch als "Fehl-Zwischenwirt" erkranken. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen erkranken offensichtlich nur ganz wenige der infizierten Menschen. So wurden im Rahmen einer landesweiten Studie für Bayern jährlich 3-4 Neuerkrankungen ermittelt. Allerdings handelt es sich bei der "alveolären Echinokokkose" bzw. Fuchsbandwurmerkrankung um eine ernst zu nehmende Krankheit, die ohne Behandlung in der Regel innerhalb von 10 Jahren durch Zerstörung der Leber zum Tode führt. Bei frühzeitiger Diagnose ist eine Heilung aber möglich.
Menschen infizieren sich direkt durch orale Aufnahme der Bandwurmeier z.B. beim Berühren des mit eihaltigem Kot verschmutzten Hundefelles. Kinder sind beim Spielen mit Hund und Katze besonders gefährdet.
 

Als Infektionswege können in Betracht kommen:

  • direkter Kontakt mit infizierten Tieren, z.B. beim Abbalgen eines Fuchses durch den Jäger
  • Kontakt mit Hunden und Katzen, die sich durch Fressen von befallenen Zwischenwirten (z.B. Mäusen) infiziert haben. Von ihnen geht eine nicht unerhebliches, weil permanent vorhandenes Gefahrenpotential aus
  • Verzehr von niedrig hängenden Waldfrüchten, wie Heidelbeeren oder Schwammerl, die mit Fuchskot bzw. Bandwurmeiern verunreinigt sind. Allerdings sind auf diesem Weg zustande gekommene Erkrankungsfälle bisher noch nie nachgewiesen worden.
     

Zum Schutz vor einer Infektion des Menschen werden deshalb folgende Vorsichtsmaßregeln empfohlen:

  • Vorsorglich Verzicht auf den Verzehr roher Waldfrüchte. Beeren und Pilze sollten nur nach Erhitzen auf über 60°C genossen werden. Ein Einfrieren bei minus 20°C führt nicht zur Abtötung der Bandwurmeier.
  • Jäger sollten beim Abbalgen von Füchsen in jedem Fall bestimmte Vorsichtsmaßregeln, wie Anfeuchten des Fells, Abbalgen mit Handschuhen und Mundschutz, beachten.
  • Waldnahe Gärten sollten fuchssicher eingezäunt werden. Im Falle von Fuchsbauten im Garten kann man sich an die Untere Jagdbehörde wenden
  • Im Umgang mit unseren Haustieren Hund und Katze sollten die Grundregeln der Hygiene beachtet werden.
  • Sind im Kot, insbesondere der Katze, weiße fliegeneiergroße Stippchen sichtbar, sollte sofort auf Echinococcose untersucht werden.
  • Hunde und Katzen sollten regelmäßig mit einem spezifisch gegen den Kleinen Fuchsbandwurm wirksamen Mittel entwurmt werden. Diese Entwurmung ist regelmäßig in vierteljährlichem Abstand und festgestelltem Befall zu wiederholen. Die Mittel zur Entwurmung sind beim praktizierenden Tierarzt erhältlich.
     

Die alveoläre Echinokokkose ist in Europa eine relativ seltene Erkrankung, wobei die tatsächliche Zahl der Fälle mangels zentraler Datenerfassung nicht bekannt ist. Die Relevanz besteht in der Schwere des Krankheitsbildes und den bislang unbefriedigenden Behandlungsmöglichkeiten.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Hauptabteilung I
Sicherheit und Ordnung. Gewerbe
Abteilung I/5 Veterinärwesen
Städtisches Veterinäramt

Thalkirchner Straße 106
80337 München