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Bahnübergänge


Bahnübergang Graf-Lehndorff-Straße - Foto: KVR  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© KVR

Bahnübergänge mit Schienenbahnen werden mit dem Zeichen 150 (Bahnübergang mit Schranken oder Halbschranken) oder dem Zeichen 151  (unbeschrankter Bahnübergang) der Straßenverkehrsordnung (StVO) angekündigt. In der Regel stehen sie 240 Meter vor dem Übergang auf beiden Straßenseiten und werden durch eine dreistreifige Bake ergänzt. Etwa nach je 80 Metern folgen zweistreifige und einstreifige Baken. Der Straßenverkehr darf sich nur mit mäßiger Geschwindigkeit nähern.

Unmittelbar vor dem Bahnübergang steht das Zeichen 201 StVO (Andreaskreuz) mit der Bedeutung "Dem Schienenverkehr Vorrang gewähren!". Es kann mit rot/gelben Lichtzeichen oder Blinklicht kombiniert sein. Ein Blitzpfeil in der Mitte des Andreaskreuzes zeigt an, dass die Bahnstrecke eine elektrische Fahrleitung hat. Auch ohne Andreaskreuz gilt der Vorrang für Schienenfahrzeuge an Fuß-, Feld-, Wald- oder Radwegen.

Verkehrszeichen Bahnübergang Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Verkehrszeichen Bahnübergang

Fahrzeuge haben vor dem Andreaskreuz, Fußgänger in sicherer Entfernung vor dem Bahnübergang zu warten, wenn

  • sich ein Schienenfahrzeug nähert.
  • rotes Blinklicht oder rote oder gelbe Lichtzeichen gegeben werden,
  • die Schranken sich senken oder geschlossen sind oder
  • ein Bahnbediensteter Halt gebietet.

Ebenfalls muss dort gewartet werden, wenn der Bahnübergang wegen des Straßenverkehrs nicht zügig und ohne Aufenthalt überquert werden kann.

Ist das Andreaskreuz mit einem Zusatzschild mit schwarzem Pfeil versehen, so gilt es nur für den Straßenverkehr in Richtung dieses Pfeiles. Gleiches gilt für ein rotes Blinklicht in Form eines Pfeiles.

An Bahnübergängen ohne Vorrang für Schienenfahrzeuge (also ohne Andreaskreuz) ist ebenfalls in sicherer Entfernung zu warten, wenn an diesem rote oder gelbe Lichtzeichen gegeben werden oder ein Bahnbediensteter mit einer rot-weißen Fahne oder einer roten Leuchte Halt gebietet.

Andreaskreuz Orleansplatz  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© KVR

Das Andreaskreuz kann auch bei Straßenbahnkreuzungen zur Anwendung kommen. Eine solche Regelung gibt es in München am Orleansplatz/ Ecke Wörthstraße.

Gegenüber Fußgängern hat die Tram immer Vorrang - es sei denn, es handelt sich um einen mit Lichtzeichen geregelten Übergang.

Lebenswichtige Tipps für das richtige Verhalten an Bahnübergängen

  • Schienenverkehr hat an Bahnübergängen mit Andreaskreuz oder an Bahnübergängen von Fuß-, Feld-, Wald- oder Radwegen immer Vorrang - und das aus gutem Grund: Der Bremsweg eines Stahlrades auf einer Stahlschiene ist um ein Vielfacher länger als der eines Autos und der Zug kann nicht ausweichen.
  • Fahren Sie mit mäßiger Geschwindigkeit auf den Bahnübergang zu beziehungsweise halten Sie sich an eine vorgeschriebene Geschwindigkeit.
  • An nur mit Andreaskreuzen gesicherten Bahnübergängen gilt der Grundsatz "Hören - Sehen - Warten": Vergewissern Sie sich, dass sich kein Schienenfahrzeug nähert. Schalten Sie das Radio oder andere Wiedergabegeräte aus, stellen Sie Gespräche und Telefonate ein, lassen Sie gegebenenfalls beschlagene oder verschmutzte Seitenscheiben herunter, setzen Sie gegebenenfalls einen Gehörschutz oder Kopfhörer ab und achten Sie aufmerksam auf akustische und optische Zugsignale.
  • Versuchen Sie nie, den Bahnübergang noch vor herannahenden Zügen zu queren. Der Zug kann nicht ausweichen und wegen seines langen Bremsweges nicht rechtzeitig anhalten. Rechnen Sie bei mehrgleisigen Bahnstrecken auch mit mehreren Zügen.
  • Missachten Sie nie rote oder gelbe Lichtzeichen und Blinklichter beziehungsweise die Anweisungen von Bahnbediensteten und umfahren Sie nie erst halbseitig heruntergelassene Schranken oder Halbschranken.
  • Überholen Sie nicht an Bahnübergängen.
  • Achten Sie immer darauf, dass Sie den Bahnübergang komplett überqueren können, also dahinter ausreichend Platz für Ihre Fahrzeuglänge vorhanden ist. Halten Sie nie auf einem Bahnübergang an.
  • Halten oder parken Sie nicht bis zu 10 Metern vor einem Andreaskreuz, wenn dieses Zeichen dadurch verdeckt wird. Parken Sie innerhalb geschlossener Ortschaften nicht 5 Meter vor und hinter einem Andreaskreuz. Außerorts gilt ein Parkverbot von 50 Metern.
  • Parken Sie nie neben durchgezogenen oder einseitig durchgezogenen Mittellinien, Wenn nicht mindestens 3 Meter Fahrstreifenbreite verbleibt.
  • Sind die Schranken wieder geöffnet, darf erst weitergefahren werden, wenn das Lichtzeichen erloschen ist.
  • Queren Sie Bahnstrecken als Fußgänger oder Radfahrer nur an Bahnübergängen.

Viele Unfälle mit Fußgängern passieren, wenn Bahnstrecken oder Trampelpfade neben den Gleisen als verbotene Abkürzungen benutzt werden. Auch nachts, wenn keine S-Bahnen oder Personenzüge mehr verkehren, können Züge fahren. Das Lichtraumprofil der Züge ist breiter als das Gleis und schnellfahrende Züge können einen gefährlichen Luftsog auslösen.