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Spielstraßen/ Verkehrsberuhigte Bereiche


Schild Verkehrsberuhigter Bereich - Foto: KVR  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Verkehrsberuhigter Bereich Preßburger Straße

Die Bezeichnungen "Spielstraße" und "Verkehrsberuhigter Bereich" werden oft verwechselt.  Es gibt im Straßenverkehrsrecht und in der Praxis beides:

Zeichen 250 StVO  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Die Spielstraße

Zeichen 250 StVO
Zeichen 1010-10 StVO

und den

Zeichen 325 StVO  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

"Verkehrsberuhigten Bereich"

Zeichen 325-1 StVO

Die Spielstraße

Sie wünschen sich eine Straße, die für den Fahrverkehr, auch für Müllabfuhr und Anwohner, komplett gesperrt wird. Stattdessen möchten Sie und die anderen Anwohner eine Spielstraße auf der Sport und Spiele, wie Fußball, Inline-Skaten, Skateboard fahren und Seilspringen stattfinden, dann können Sie Kontakt zu Ihrer Straßenverkehrsbehörde (in München also das Kreisverwaltungsreferat), Ihrer Straßenbaubehörde (also dem Baureferat) oder Ihrer Polizeidienststelle aufnehmen. Dort wird Ihr Antrag auf eine Spielstraße sorgfältig geprüft. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass es wegen der besonderen Voraussetzungen in der Praxis nur äußerst selten zur Einrichtung einer "Spielstraße" kommt. 

Doch auch, wenn die Kriterien für das Einrichten einer Spielstraße nicht vorliegen, gibt es mit dem Verkehrsberuhigten Bereich eine andere Alternative. Hier sind Kinderspiele wie zum Beispiel Fahren mit Dreirädern und Rollern, Hüpfen und Fangen erlaubt.

Verkehrsberuhigten Bereich

Selbstverständlich sind nur relativ kurze Wohnstraßen mit geringem, langsam fahrenden Verkehr für diesen Straßentyp geeignet. Überwiegt die Aufenthaltsfunktion und hat der Fahrzeugverkehr (fahrend und parkend) eine untergeordnete Bedeutung, dann lohnt sich eine nähere Überprüfung.

Innerhalb der Verkehrszeichen "Verkehrsberuhigter Bereich" gilt folgendes:

  1. Fußgänger dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen; Kinderspiele (siehe die Erklärung bei der Spielstraße) sind überall erlaubt. Es muss sich jedoch um wirkliche Kinder (bis 14 Jahre) und wirkliche Kinderspiele, wie zum Beispiel Dreiradfahren, Fängen oder ähnliches handeln. Aufbauten oder Spiele von Jugendlichen sind dagegen nicht erlaubt. Auch Spiele, die für die anderen Verkehrsteilnehmer gefährlich werden könnten, sind nach gängiger Rechtsmeinung nicht gestattet.
  2. Der Fahrzeugverkehr, also auch der Fahrradverkehr muss Schrittgeschwindigkeit (dass heißt zirka 5 Stundenkilometer) einhalten.
  3. Die Fahrzeugführer dürfen die Fußgänger weder gefährden noch behindern; wenn nötig, müssen sie warten.
  4. Die Fußgänger dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig behindern (ein Schachspiel zum Beispiel mitten im Fahrweg dürfte also meist nicht möglich sein).
  5. Das Parken ist außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen unzulässig (was meist die größte Hürde für einen gut funktionierenden "Verkehrsberuhigten Bereich" ist), ausgenommen zum Ein- und Aussteigen, zum Be- und Entladen.

Der "Verkehrsberuhigte Bereich" soll also eine Mischverkehrsfläche eigener Art sein und keine Fahrbahn oder Gehbahn besitzen - gewünscht ist ein friedliches, verkehrssicheres Nebeneinander. Das heißt aber auch, dass ein "Verkehrsberuhigter Bereich" besondere bauliche Voraussetzungen haben muss.

Und die Anlieger sollten schon im Vorneherein wissen: Egal ob Neubau oder Umbau - bezahlen müssen zumindest den größten Teil sie selbst.

Sollte nun weder eine "Spielstraße" noch der "Verkehrsberuhigte Bereich" zur Lösung Ihrer Verkehrssicherheitsprobleme beitragen können, kommen auch noch viele andere Maßnahmen in Frage, zum Beispiel die Tempo-30-Zonen.