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Grünpfeilschild


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© KVR

Seit Mai 2000 wird auch in München an ausgewählten Lichtzeichenanlagen (Ampel) das "Grünpfeilschild" angebracht. Allgemein wird der Pfeil auf dem Schild auch als "Grünpfeil" bezeichnet. Anfang März 2014 waren an 43 Kreuzungen insgesamt 43 Schilder angebracht.

  

Das neben dem Lichtsignal "Rot" immer rechts angebrachte Grünpfeilschild bedeutet: 

  • das Rechts-Abbiegen bei "Rot" ist erlaubt
  • vorher aber "Stop" an der Haltelinie
  • Fußgänger und Radfahrer haben immer Vorrang
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Warum gibt es Grünpfeilschilder auch in München?

Die Möglichkeit für den Fahrzeugführer "bei Rot nach rechts abbiegen, wenn das durch einen zusätzlichen grünen Pfeil angezeigt ist", galt in den neuen Bundesländer bereits seit 1978. Ergänzt um die Anhaltepflicht an der Haltelinie wurde die Regelung 1994 als "Grünpfeilschild" in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen.

Die Diskussion um den "Grünpfeil" ist aber noch nicht ganz erloschen. Die einen empfinden das Grünpfeilschild als ein Stück zurückgewonnene Freiheit, als ein Instrument zur Verflüssigung des Verkehrs und als ein klein wenig Umweltschutz. Andere sehen darin nur ein Zugeständnis an die Autofahrer oder gar ein Gefährdungspotenzial für Fußgänger und Radfahrer.

Das Kreisverwaltungsreferat hat sich intensiv mit dem Für und Wider des Grünpfeilschildes auseinandergesetzt. Die Erfahrungen mit den ab Mai 2000 eingeführten Grünpfeilen haben gezeigt, dass bei sorgfältiger Auswahl der Standorte das Unfallgeschehen an Kreuzungen mit Grünpfeilschildern keine signifikanten Veränderungen aufweist, insbesondere auch nicht mit Fußgängern und Radfahrern. Eine sorgfältige Auswahl der Standorte ist dafür ebenso unerlässlich wie eine gelegentliche Überprüfung. Deshalb wird an der Grünpfeilbeschilderung in München weiter festgehalten.

Welchen Nutzen leisten Grünpfeilschilder?

  • eine Verflüssigung des Verkehrs, das heißt
    - weniger Wartezeiten für Autos an Ampeln
    - und gelegentlich auch für Linienbusse;
  • weniger Umweltbelastung, weil
    - weniger Abgase durch bei Rot wartende Fahrzeuge und
    - weniger Lärm verursacht werden;
  • die Rückgabe von Eigenverantwortung an die Autofahrer;
     
  • die Möglichkeit zur "Mitnutzung" von "Grünen Wellen" der Querrichtung.
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Was Verkehrsteilnehmer wissen und berücksichtigen müssen!

Beim "Grünpfeil" darf nach rechts auch bei einer Ampel mit Hauptsignal "Rot" abgebogen werden, bei "Gelb" oder "Rot/Gelb" aber nicht! Damit verbunden sind aber Regeln, deren Einhaltung für die Sicherheit von maßgeblicher Bedeutung sind.

 
 

Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor:

  • Wenn ein Autofahrer beim "Grünen Pfeil" nach rechts abbiegen will, muss er zunächst an der Haltlinie anhalten und auf Fußgänger und Radfahrer achten.
    Sind keine Fußgänger und Radfahrer da, darf er langsam bis zur Sichtlinie vorfahren.
    Kommt kein Querverkehr, darf er, auch ohne nochmals anzuhalten, nach rechts abbiegen.
  • Fußgänger, Radfahrer und der Querverkehr haben Vorfahrt!
  • Eine Gefährdung anderer muss ausgeschlossen sein!

Wichtige Hinweise für die ganz eiligen Verkehrsteilnehmer:

  • Das Abbiegen bei "Rot" ist nicht vorgeschrieben, sondern nur erlaubt. Daher besteht keine Verpflichtung zum Abbiegen!
  • Es ist nicht erlaubt, andere Autofahrer per Hupe zum Fahren aufzufordern. Innerorts darf nur hupen, wer sich oder andere gefährdet sieht.
  • Regelverstöße sind keine Kavaliersdelikt. Dementsprechend kann es drei Punkte "in Flensburg" geben und bis zu 75 Euro Geldbuße.

Den meisten Verkehrsteilnehmern ist der kleine grüne Pfeil und die mit dem Schild verbundenen Regeln bekannt – aber noch nicht allen.

Aus diesem Grunde wird parallel zur Montage eines neuen Grünpfeilschildes eine Hinweistafel aufgestellt, welche leicht erfassbar erklärt, da vor dem Abbiegen bei "Rot" ein Stop an der Haltelinie zwingend vorgeschrieben ist und auf Fußgänger und Radfahrer zu achten ist.

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Auswahlkriterien für Standorte: Sicherheit geht vor!

Bei der Auswahl der Standorte für Grünpfeilschilder achten wir besonders auf die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Die Straßenverkehrsordnung § 37 und die entsprechenden Verwaltungsvorschriften schreiben genau vor, wo die grünen Blechpfeile aufgestellt werden dürfen und wo nicht.

Hier die Zusammenstellung der Ausschlusskriterien:

  • Keine ausreichende Sicht auf
    - Fußgänger,
    - Radfahrer,
    - motorisierten Individualverkehr (Auto, Lkw, Motorrad, Bus)
    welche Grün haben und gehen oder fahren dürfen.
  • Entgegenkommender Verkehr hat zum Linksabbiegen ein eigenes Signal (Pfeil im Signalgeber).
  • Eigene Rechtsabbieger-Signale (Pfeil im Signalgeber) oder Rechtsabbiege-Hilfssignale.
  • Gleise müssen gekreuzt werden.
  • Starker, freigegebener Fußgänger- oder Radverkehr muss gekreuzt werden.
  • Zu kreuzender Radweg ist Zweirichtungsradweg (nicht paralleler Radweg).
  • Für Rechtsabbieger steht mehr als eine Spur zur Verfügung.
  • Ampelanlage dient der Schulwegsicherung, dem Schutz von Behinderten oder älteren Menschen (in München werden deshalb zum Beispiel an Ampelanlagen mit zusätzlichen Signalgebern für blinde Mitbürgerinnen und Mitbürger keine Grünpfeilschilder angebracht).
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Und auch so etwas ist möglich!

Achtung Autofahrer!

Sie gefährden mit Ihrem Fehlverhalten den Verbleib des Grünpfeilschildes.

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Erstmalig und einmalig in München: Grünpfeilschild für Radfahrer

Im März 2006 ordnete die Verkehrssteuerung des Kreisverwaltungsreferates ein Novum bei der Verkehrsregelung für Radfahrer an. Erstmalig wurde damit in Deutschland das bisher nur für den Straßenverkehr geltende Grünpfeilschild exklusiv auch für den Radwegverkehr verwendet.

Das Bayerische Staatsministerium des Innern hatte dazu mitgeteilt, dass der Wortlaut des § 37 StVO (Straßenverkehrs-Ordnung) eine Verwendung von Grünpfeilschildern an nur für Radfahren geltenden Lichtzeichen nicht ausschließt.

Auch die Regierung von Oberbayern hatte sich als Aufsichtsbehörde dem Vorhaben gegenüber nicht verschlossen gezeigt.

Somit entschied sich das Kreisverwaltungsreferat eigenverantwortlich im Rahmen seiner Amtspflicht und unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen und verkehrlichen Begebenheiten zur Anordnung des Grünpfeilschildes für den Radwegverkehr.

Die baulichen Voraussetzungen waren:

  • der Radfahrsignalgeber muss in jeden Fall baulich getrennt vom Fahrverkehrssignalgeber sein;
  • die Größe des Radfahrsignalgebers muss der eines regulären Signalgebers von 200 mm Durchmesser entsprechen;
  • das Grünpfeilschild mit seiner Standardgröße von 250 mal 250 Millimeter wird rechts neben dem roten Signalfeld montiert.
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Nunmehr können also die Radfahrer von der Wendl-Dietrich-Straße kommend nach rechts in Richtung Rotkreuzplatz abbiegen.

Zeitgleich wurde auch das Rechtsabbiegegebot in der Leonrodstraße / Rotkreuzplatz für Radfahrer außer Kraft gesetzt. Radfahrer haben jetzt die legale Möglichkeit von der Leonrodstraße kommend, den Rotkreuzplatz in direkter Linie zu erreichen.

Die Attraktivität dieser häufig genutzten Radwegverbindung hat sich damit deutlich erhöht.