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Aerocene Munich


Ein Mann auf einem kahlen Acker mit drei großen, schwaren Ballons  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Studio Tomás Saraceno, 2017

Realisierung des Kunstprojekts von Tomás Saraceno beschlossen

München wird emissionsfrei - zumindest im Rahmen eines Kunstprojekts: Der renommierte argentinische Künstler Tomás Saraceno wird mit dem Projekt „Aerocene Munich“ für drei Monate im Sommer dieses Jahres in München ein Zeichen setzen für die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die Realisierung des Projekts hat der Kulturausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 31. Januar beschlossen.

An verschiedenen öffentlichen Freiflächen können Münchnerinnen und Münchner emissionsfreie Ballonflüge mit Solar-Skulpturen, die sich nur durch Sonnenhitze, Infrarot-Erdstrahlung und Wind fortbewegen, kennenlernen und ausprobieren. Der Künstler und das Team der Aerocene Foundation führen mit den einfach zu bedienenden „Aerocene Explorer Sets“ vor, wie Fortbewegung in der Luft allein mit den natürlichen Ressourcen Luft, Wärme und Wind möglich ist -  ohne jeden fossilen Brennstoff, ohne Kerosin, Gase (Helium) oder Batterien. Das Rahmenprogramm bietet über Kooperationen mit Münchner Institutionen Workshops zu solar getriebenen Ballonfahrten, thermodynamischer Physik oder Meteorologie an. Eine Publikation wird das mehrschichtige, partizipative Kunstprojekt dokumentieren. „Aerocene Munich“ zeigt nicht nur die Möglichkeit emissionsfreier Infrastrukturen für Mobilität auf, sondern stellt gleichzeitig den bestehenden globalen Status Quo von Grenzziehungen in Frage und fordert das Recht auf weltweite freie Mobilität, nach dem Motto :„the air belongs to everyone“.

Tomás Saraceno1973, arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Architektur, Technik und Wissenschaft. Er verfolgt in seinen Arbeiten konsequent die Vision einer nachhaltigen, schadstofffreien, menschlichen Mobilität im Luftraum. Saracenos Kunstbegriff zielt auf realisierbare Utopien, um das Zusammenleben von Mensch und Natur respektvoll zu gestalten. Das Konzept „Aerocene Munich“ geht aus der von Saraceno initiierten Aerocene Foundation hervor, einer international und multidisziplinär vernetzten Non-Profit-Organisation. Dabei steht „Aerocene“ für ein künftiges nachhaltiges und emissionsfreies „Luftzeitalter“, das den schädlichen Einfluss des jetzigen „Anthropozäns“ auf das Ökosystem der Erde ablösen soll. Weltweit wurde das Projekt bereits an Orten wie Barcelona (Spanien), Esperance (Australien), Cambridge, Massachusetts (USA) oder in den Salzwüsten Argentiniens realisiert.

„Aerocene Munich“ von Tomás Saraceno wird im Rahmen eines geladenen Kunstwettbewerbs   des Programms Kunst im öffentlichen Raum des Kulturreferats der Landeshauptstadt
München realisiert.

Der Künstler

Tomás Saraceno, 1973 in Argentinien geboren, absolvierte ein Kunst- und Architekturstudium in Buenos Aires. Ab 2001 Studium an der Frankfurter Städelschule bei Thomas Bayrle und Ben van Berkel. Teilnahme am International Space Studies Program der NASA im Silicon Valley (2009) und andauernde Kooperation mit dem renommierten Massachusetts Institute of Technology in Boston. Die neuesten Erkenntnisse aus Biologie und Ingenieurskunst fließen in seine Projekte ein. Aktuell würdigte das Pariser Palais de Tokyo Saraceno mit einer großen Einzelausstellung „On Air“ auf 13.000qm. Tomás Saraceno lebt und arbeitet in Berlin.