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Kunst-Insel am Lenbachplatz: Motive 2016


Zwei Fotos des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Links - auf der Vordersetie des Billboards - vergrößertes, rotstichiges Polaroidfoto abgebildet, das ein Netz vor einer Wolkenstruktur zeigt. Von oben ragt ein orangefarbenes Dreieck ins Bild, das wohl ein altersbedingter Schade des Bildes ist. Darunter steht in geschwungener Schrift: "Hysterie und Abstraktion". Rechts - auf der Rückseite ist im Stil der 1970er Jahre ein kleiner Swimming-Pool mit einem Wasserball darin zu sehen. Darunter steht in geschwungener Schrift: "Abstraktion und Hysterie".  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Hansjoerg Dobliar

Hysterie und Abstraktion / Abstraktion und Hysterie

Künstler: Hansjoerg Dobliar.
Zeitraum: 24. Oktober 2016 bis 16. Januar 2017.

Für die doppelseitige Bildsituation am Lenbachplatz hat Dobliar zwei Polaroids gewählt, deren quadratisches Format dem vorgegebenen Display entspricht. Die Polaroids mit ihren verfremdeten, verblassten Farben, und altersbedingten „Fehlern" in der Bildfläche stehen stellvertretend für Projekte, die er in der Provence und in Davos realisiert hat und verweisen auf vom Künstler präferierte Themen wie Landschaft, Abstraktion und die Erscheinung von geometrischen Figuren.

Zwei Fotos des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Darauf ist ein Foto der Schutzabdeckung eines Werbedisplays abgebildet, das die Anmutung einer gelb-orangefarbenen, nach unten zerbrochenen Fläche hat.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Carsten Nolte. Foto: Simone Gänsheimer

Die Sonne von einst war runder

Künstler: Carsten Nolte.
Zeitraum: 25. Juli bis Mitte Oktober 2016.

Die Installation verwies auf eine Wandinstallation des Künstlers, die zu der Zeit in der Ausstellung „Favoriten III - neue Kunst aus München“ im Kunstbau des Lenbachhauses zu sehen war. Carsten Nolte verwendete dafür ausrangierte Schutzabdeckungen für Werbedisplays, die während des heißen Sommers 2015 durch das Sonnenlicht ihre Transparenz verloren und nutzlos, bestenfalls noch recycelbar wurden. Indem Nolte die Objekte ihrer ehemaligen Funktion als Schutz enthob und zum Gegenstand und Träger einer Botschaft machte, widerrief er diesen scheinbaren Endzustand und unterbrach den auf Konsum ausgerichteten Warenkreislauf der Werbeindustrie. Die durch die farbliche Veränderung sichtbare Beschädigungen des Materials stand dabei symbolisch für das Prinzip der geplanten Obsoleszenz, bei dem zur Konsumsteigerung die Lebensdauer von Produkten bereits bei der Herstellung durch Sollbruchstellen verringert wird. Die auf der Kunstinsel präsentierte Arbeit verdeutlichte zudem die paradoxe Doppelrolle der Sonne. Einerseits ist die Lesbarkeit der darunter präsentierten Werbung von ihrem Licht abhängig, aber andererseits wirkt das selbe Licht letztendlich schädlich – es beeinträchtigt die Sichtbarkeit der Werbebotschaft.

Zwei Fotos des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Links - auf der Vordersetie des Billboards - Beine einer Frau auf einem Plakat abgebildet mit der Aufschrift "Anina Stolz: für mich die Welt. Erst Lenbachplatz, dann Lenbachhaus. Neu!! Jetzt auch in 2D". Rechts - auf der Rückseite ist ein bstraktes Gemälde von Antje Zeiher in Blau- und Rottönen gehalten zu sehen.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Anina Stolz, Antje Zeiher

„Öffentlichkeit!!“ und „Viel zu still“

Künstlerinnen: Anina Stolz und Antje Zeiher.
Zeitraum: Juni bis Juli 2016.

Mit der Arbeit „Öffentlichkeit!!“ ließ sich Anina Stolz in den Himmel der Öffentlichkeit liften. „Viel zu still“ von Antje Zeiher glich einem Video-Standbild. Für einen kurzen Moment nur, wurde der Bewegungsfluss eingefroren und man meinte, lediglich ein zitterndes, Flimmern wahrzunehmen, bis die Handlung wieder ihren Lauf nahm.

Zwei Fotos des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Auf der Vorder- und der Rückseite sind schwarze Linien auf weißem Grund zu sehen, die sehr stark abstrahiert die räumliche Situation des Lenbachplatzes darstellen.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Fotos: Sebastian Schels

Possible Spaces

Künstlerin: Nina Annabelle Märkl.
Zeitraum: 4. April bis 15. Juni 2016.

Nina Annabelle Märkl arbeitete mit der Idee, die existierenden Raumlinien und Blickachsen, die sich von zwei unterschiedlichen Standpunkten aus am Lenbachplatz ergeben - einmal vom Brunnen aus in Richtung Stachus blickend, einmal von der schmalsten Stelle der Insel aus zurück in Richtung Brunnen blickend - in eine neue Ordnung zu überführen und auf der Leinwand, der Projektionsfläche in der Mitte der Insel, zu bündeln. Die Fläche bildete eine Schnittstelle unterschiedlicher Wahrnehmungen des Platzes, sie vereint ungleichzeitige räumliche Seherfahrungen und Perspektiven, die sich dort wie in einem Brennglas treffen und in zwei Zeichnungen mögliche Räume eröffnen. Die Fläche wurde dabei von beiden Seiten her bespielt.

Zwei Fotos des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Links - auf der Vorderseite des Billboards - ist ein abstraktes Kunstwerk abgebildet. Gelbe, rote, orangefarbene und schwarze Linien verteilen sich gerade von einem Ursprungspunkt in der Mitte des oberen Randes über das Bild. Rechts - auf der Rückseite ist die Rückseite des Gemäldes inklusive Keilrahmenkreuz zu sehen.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stefanie Ullmann

snowy

Künstlerin: Stefanie Ullmann.
Zeitraum: 22. Januar bis 31. März 2016.

Auf den beiden bespielbaren Flächen der Kunst-Insel am Lenbachplatz wurde ein quadratisches Keilrahmenbild von beiden Seiten gezeigt. Die Vorderseite des Bildes wies in Richtung Künstlerhaus, die Rückseite zum Wittelsbacherbrunnen.

Vor über hundert Jahren spielte der Ort Lenbachplatz eine wichtige Rolle bei den Künstlern. Im nahe gelegenen Künstlerhaus war der Treffpunkt der Malerfürsten und der Künstlerszene. Auf diesen Ort bezog sich Ullmanns Bild, stand als Tafel in der Mitte des Platzes und verwies auf Kunst und Malerei.

Um 1900 war großformatige Malerei bestimmend in München. Nun behauptete wiederum Malerei das Zentrum des Platzes, eine „stehende Leinwand“, zeitgenössisch und ungegenständlich aus dem Jahr 2015. Es wurde dadurch auch die Entwicklung der Malerei sichtbar, die in den letzten 100 Jahren stattgefunden hatte.

In einer gängigen Ausstellungssituation mit Präsentation an der Wand wird die Rückseite eines Bildes nicht wahrgenommen. Hier wurde nun auch die Rückseite zum Bild. Das Keilrahmenkreuz offenbarte den Unterbau, den Zusammenhalt des Bildes und überlagerte die von der Vorderseite durchschimmernde Farbe.

Foto des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Darauf sind Kleine Portraitfotos von ca. 1000 Studierenden der der Tel Aviv Universität zu sehen.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Foto: Sebastian Gabriel

Israelisches Kollektivportrait

Künstler: Roland Fischer.
Zeitraum: 10. November 2015 bis 22. Januar 2016.

Ca. 1000 Studierende der Tel Aviv Universität wurden im Herzen Münchens, nahe der ehemaligen Synagoge, sichtbar. Neben Fragen zur Identität des Menschen wurden mit diesem Kollektivportrait auch die deutsch-israelischen Beziehungen thematisiert.

Was ist die Kunst-Insel am Lenbachplatz?

Mit der großformatigen Collage „Pay Nothing Until April“ von Ed Ruscha startete 2013 das neuartige Münchner Ausstellungsformat der „Kunst-Insel“ im öffentlichen Raum auf dem Lenbachplatz. Das fünf mal fünf Meter große Billboard war ein Teil der von Elmgreen & Dragset 2013 in München kuratierten Reihe „A Space Called Public / Hoffentlich öffentlich“. Seit 2013 ist diese „Kunst-Insel“ am Lenbachplatz eine zunehmend wichtige Adresse für temporäre großformatige Arbeiten Münchner Künstlerinnen und Künstler geworden. Formal den überdimensionierten Werbetafeln nachempfunden, ist die Kunst-Insel inhaltlich ein Ort für temporäre Kunst im öffentlichen Raum – garantiert kommerzfrei.

Kunst in öffentlichen Raum – ein Programm des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

Standort

Kunst-Insel am Lenbachplatz