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Kunst-Insel am Lenbachplatz: Motive 2017


Das Gemälde „Selbstbildnis im Pelzrock“ von Albrecht Dürer, stark verpixelt auf dem fünf mal fünf Meter großen Display auf dem Lenbachplatz  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Sofie Bird Møller.

Dürer sure is pixelated!

Künstlerin: Sofie Bird Møller.
Zeitraum: November 2017 bis Januar 2018.

Sofie Bird Møller verwandelte das berühmte Gemälde „Selbstbildnis im Pelzrock“ von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1500 in große Pixel und spielte damit eine Art Versteckspiel mit dem Original. Von weitem war Sofie Bird Møllers Pixelbild als Dürers Selbstbildnis zu erahnen, was die allgemeine Erkennbarkeit des Gemäldes verdeutlichte. Je näher man jedoch an das fünf mal fünf Meter große Billboard herankam, desto mehr löste sich das Motiv in grau getönte Quadrate auf und das Selbstbildnis von Dürer verschwand.

Die Arbeit unterstrich einerseits die Berühmtheit des Werkes, andererseits warf sie die Frage auf, ob das Verpixeln das Bild schützen soll, so wie zum Daten- bzw. Personenschutz Auto-Kennzeichen oder Augen verpixelt werden. Oder wird „Selbstbildnis im Pelzrock“ für einen fremdartigen Zweck (aus)genutzt? Darüber hinaus äußerte sich Sofie Bird Møllers Arbeit kritisch zum Thema Original und Kopie. Wer nicht im Museum das Original betrachtet hat, kennt das Selbstbildnis heutzutage nur gepixelt als Reproduktion.

Zwei Fotos des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Links - auf der Vordersetie des Billboards - steht in weißen Buchstaben auf schwarzem Grund: »Auf der Rückseite sage ich die Wahrheit.«. Rechts - auf der Rückseite steht in schwarzen Buchstaben auf weißem Grund: »Auf der Rückseite lüge ich wie gedruckt.«  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Timm Ulrichs. Fotos: Wilfried Petzi

Auf der Rückseite …

Künstler: Timm Ulrichs.
Zeitraum: 7. September bis Ende Oktober 2017.

Auf der Vorderseite des Displays war in riesigen weißen Buchstaben auf schwarzem Grund zu lesen: „'Auf der Rückseite sage ich die Wahrheit 'Timm Ulrichs“. Auf der Rückseite hieß es in schwarzen Lettern auf weißem Grund: „'Auf der Rückseite lüge ich wie gedruckt' Timm Ulrichs“. In Zeiten, die von Schlagwörtern wie „fake-news“ und - auch im damals anstehenden Bundestagswahlkampf, transformierte Timm Ulrichs die Fragestellung nach „der Wahrheit“ auf die ihm eigene subtile humorvolle Art. Mit dem Kunstwerk nutzte Timm Ulrichs die Gelegenheit, künstlerische Aussagen in einer reduzierten formal-ästhetischen Setzung im öffentlichen Raum zu positionieren. In der konsequenten Beziehung beider Plakatwände zueinander und dem eindeutigen Wahrheitsanspruch jeder Einzelaussage brachte Timm Ulrichs ein hintergründiges Kunstprojekt in den öffentlichen Raum.

Foto des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Drauf ist ein Muster in den Farben Grün, Blau und Türkis zu sehen, das dem Tarnmusters ähnelt. Links unten ist durch die Tarnung schwer erkennbar eine gelbe Schlange zus sehen, die in das Bild hineinzukriechen scheint.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Susi Gelb

No such things grow here

Künstlerin: Susi Gelb.
Zeitraum: Juli bis August 2017.

„No such things grow here“ war ein Projekt der Münchner Künstlerin Susi Gelb im öffentlichen Raum in Münchens Innenstadt. Tropische Pflanzen, intelligente Materialien und hybride Formationen verschmolzen auf dem Max-Joseph-Platz, dem Odeonsplatz und dem Lenbachplatz zu einer urbanen Biosphäre.

Dabei verwandelte sie die Kunst-Insel am Lenbachplatz in eine Bananenplantage inklusive Albino-Python, die auf dem fünf mal fünf Meter großen Display zwischen natürlich wie künstlich oszillierenden Farbwechseln schwamm.

Comic-Kunst von Uli Oesterle  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Grafik: Uli Oesterle, Fotos: Marcus Antritter

Auf geht`s mein Freund. Die Stadt gehört uns!

Künstler: Uli Oesterle.
Zeitraum: 2. Mai bis 30. Juni 2017.

Anlässlich des Comicfestivals München 2017 wurden auf der Kunst-Insel am Lenbachplatz erstmals Comic-Motive gezeigt. Exklusiv für diese Örtlichkeit hatte der international renommierte Münchener Comic-Künstler Uli Oesterle zwei sehr unterschiedliche Bilder gestaltet, die jedoch durch identische Sprechblasen-Texte zusammenhingen.

Gezeigt wurden Figuren und Situationen aus Oesterles Erfolgs-Serie “Hector Umbra“ sowie aus seiner damals in Entstehung befindenden Graphic Novel “Vatermilch“. In letzterer erzählt Uli Oesterle vom Absturz eines gut situierten Familienvaters in Alkoholsucht und Obdachlosigkeit. Für diese fiktive, aber zum Teil auch biografische Geschichte über den eigenen Vater erhielt Uli Oesterle 2016 den Comic-Buchpreis der Berthold-Leibinger-Stiftung, der für Graphic Novels in der Entstehung vergeben wird.

Links: Foto einer Frau mit einer nicht näher definierbaren Brille, die sie mit beiden Händen vor ihre Augen hält. Rechts: Foto eines Mannes mit einer "Virtual Reallity" (VR)-Brille auf den Augen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Susanne Steinmaßl

Signale aus der Unwirklichkeit

Künstlerin: Susanne Steinmaßl.
Zeitraum: 27. März bis 1. Mai 2017.

„Signale aus der Unwirklichkeit“ war eine Collage aus Realität und Fiktion, die beide Bereiche aus ihrer Abgeschlossenheit herauslöste. Der Trailer für das Münchner Festival „Kino der Kunst 2017“ setzte sich assoziativ mit dem Umgang virtueller Welten auseinander. Wie gehen wir mit einer parallelen Realität um, die sich immer mehr mit unserer analogen Realität vermischt? Werden unsere Körper obsolet? Ist das Virtuelle Bereicherung oder Ablenkung? „Kino der Kunst 2017“ zeigte Spielfilme von Kunstschaffenden, die unsere derzeitige Wirklichkeit unter die Lupe nahmen.

Farbstrukturen, die an ein Stadtkarten erinnern soll.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Andreas Bärnthaler

Space Invasions, zrinc und xerox

Künstler: Andreas Bärnthaler
Zeitraum: 16. Januar bis 27. März 2017.

Die zwei Bildmotive zeigten ein Stadtbild mit Infrastruktur von oben gesehen, die eine Aufhebung von Raum und Zeit andeuteten. Sie waren denkbar als hypothetische Karte und einen außer Kontrolle geratenen Abdruck menschlicher Geographien, der traditionelle Grenzen überschreitet und eher aus der fernen Zukunft erscheint.

Zwei Fotos des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Links - auf der Vordersetie des Billboards - vergrößertes, rotstichiges Polaroidfoto abgebildet, das ein Netz vor einer Wolkenstruktur zeigt. Von oben ragt ein orangefarbenes Dreieck ins Bild, das wohl ein altersbedingter Schade des Bildes ist. Darunter steht in geschwungener Schrift: "Hysterie und Abstraktion". Rechts - auf der Rückseite ist im Stil der 1970er Jahre ein kleiner Swimming-Pool mit einem Wasserball darin zu sehen. Darunter steht in geschwungener Schrift: "Abstraktion und Hysterie".  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Hansjoerg Dobliar

Hysterie und Abstraktion / Abstraktion und Hysterie

Künstler: Hansjoerg Dobliar.
Zeitraum: 24. Oktober 2016 bis 16. Januar 2017.

Für die doppelseitige Bildsituation am Lenbachplatz hat Dobliar zwei Polaroids gewählt, deren quadratisches Format dem vorgegebenen Display entspricht. Die Polaroids mit ihren verfremdeten, verblassten Farben, und altersbedingten „Fehlern" in der Bildfläche stehen stellvertretend für Projekte, die er in der Provence und in Davos realisiert hat und verweisen auf vom Künstler präferierte Themen wie Landschaft, Abstraktion und die Erscheinung von geometrischen Figuren.

Was ist die Kunst-Insel am Lenbachplatz?

Mit der großformatigen Collage „Pay Nothing Until April“ von Ed Ruscha startete 2013 das neuartige Münchner Ausstellungsformat der „Kunst-Insel“ im öffentlichen Raum auf dem Lenbachplatz. Das fünf mal fünf Meter große Billboard war ein Teil der von Elmgreen & Dragset 2013 in München kuratierten Reihe „A Space Called Public / Hoffentlich öffentlich“. Seit 2013 ist diese „Kunst-Insel“ am Lenbachplatz eine zunehmend wichtige Adresse für temporäre großformatige Arbeiten Münchner Künstlerinnen und Künstler geworden. Formal den überdimensionierten Werbetafeln nachempfunden, ist die Kunst-Insel inhaltlich ein Ort für temporäre Kunst im öffentlichen Raum – garantiert kommerzfrei.

Kunst in öffentlichen Raum – ein Programm des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

Standort

Kunst-Insel am Lenbachplatz