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Kunst-Insel am Lenbachplatz: Motive 2020


Eine junge Frau und ein junger Mann, gut gekleidet im Stil der 1930er Jahre auf einer Parkbank sitzend mit je einer Flasche Bier in der Hand. Die Frau trinkt aus der Flasche.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Emeka Ogboh. Foto: Kulturreferat

Sufferhead Original – Munich Edition

Kunst im öffentlichen Raum auf fünf mal fünf Meter von Emeka Ogboh. 2. Januar bis 15. März 2020.

Im Zentrum des Projekts von Emeka Ogboh stehen ein speziell gebrautes Bier sowie eine dazugehörige Werbekampagne mit Videospot und Plakaten. „Sufferhead“ ist der Name eines Schwarzbiers, das Ogboh seit 2016 an verschiedenen Orten in lokalen Geschmacksvarianten brauen lässt. Für das Aroma des Biers befragt der Künstler vor Ort lebende Menschen mit afrikanischem Hintergrund nach ihren Geschmacksvorlieben und verbindet diese mit lokalen Brautraditionen. Mit seiner Arbeit spielt Ogboh auf ebenso subtile, sinnliche wie humorvolle Weise auf tradierte Vorstellungen von Migration, Heimat, Fremdheit, Identität, Stereotype und Rassismen an.

Die Plakatmotive sind im Münchner Hofgarten entstanden. Szenerie und Kostüme nehmen Bezug auf die historische Bedeutung des Orts als Schauplatz der nationalsozialistischen Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ im Jahr 1937. Die „Munich Edition“ von „Sufferhead“ wurde für die Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“ im NS-Dokumentationszentrum München realisiert, in der bis 30. August 2020 eine Installation von Ogboh zu sehen ist.

Foto des Lenbachplatzes mit einer fünf mal fünf Meter großen, aufgestellten Tafel. Darauf ist ein Verpackungskarton abgebildet, auf der rechten Seite sieht man die Beine eines Mannes herausragen. In fetten, weißen Großbuchstaben ist das Wort „Home“ im Vordergrund zu sehen.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Home/Shopping

Kunst im öffentlichen Raum auf fünf mal fünf Meter von Matthias Edlinger. 20. November 2019 bis 2. Januar 2020.

Karton ist heutzutage allgegenwärtig und wirkt auf den ersten Blick bedeutungslos. Doch das Material erzählt Geschichten von extremen Gegensätzen und Kontrasten.

Die Altpapiertonnen quellen über: Wer es sich leisten kann, kauft heute alles online und lässt nach Hause liefern: Vom Flanksteak über die Schuhe bis hin zum dritten Flatscreen für das Kinderzimmer. Und jede Lieferung ist verpackt in Karton. Schnell wird die Ware von der Verpackung befreit und der Karton landet im Müll.

Auf der anderen Seite wird das Leben in der Stadt immer teurer. Immer mehr Menschen können sich die hohen Mieten nicht mehr leisten. Wer in der Stadt kein zu Hause mehr bezahlen kann, der verwendet die weggeworfenen Kartons und baut sich daraus sein improvisiertes Heim.
Diese extremen Gegensätze standen im Mittelpunkt der Arbeit „Home/Shopping“.

Was ist die Kunst-Insel am Lenbachplatz?

Mit der großformatigen Collage „Pay Nothing Until April“ von Ed Ruscha startete 2013 das neuartige Münchner Ausstellungsformat der „Kunst-Insel“ im öffentlichen Raum auf dem Lenbachplatz. Das fünf mal fünf Meter große Billboard war ein Teil der von Elmgreen & Dragset 2013 in München kuratierten Reihe „A Space Called Public / Hoffentlich öffentlich“. Seit 2013 ist diese „Kunst-Insel“ am Lenbachplatz eine zunehmend wichtige Adresse für temporäre großformatige Arbeiten Münchner Künstlerinnen und Künstler geworden. Formal den überdimensionierten Werbetafeln nachempfunden, ist die Kunst-Insel inhaltlich ein Ort für temporäre Kunst im öffentlichen Raum – garantiert kommerzfrei.

Kunst in öffentlichen Raum – ein Programm des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

Standort

Kunst-Insel am Lenbachplatz