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Projektbeschreibung


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Ein Text von Benjamin Bergmann

Never Ever

Die Werke von Benjamin Bergmann sind kühne Behauptungen, gedankliche Experimente und sensible Gedankenspiele, in denen nicht selten das Absurde in den Vordergrund rückt. Seine Arbeiten erreichen oft bühnenhafte Dimension, sie sind geprägt von skulpturalem Grundverständnis und leben von ihrem performativen Charakter. „Das Schöne an der Absurdität ist für mich die Nachhaltigkeit der Verwirrung. Irgendwann ertappt man sich bei dem Gedanken, dass eine gänzlich absurde Welt vielleicht viel schöner wäre.“ (Benjamin Bergmann)

Die Installationen und Skulpturen Bergmanns leiten sich von der Wirklichkeit ab und spiegeln in ihrer Irrationalität, Fehlerhaftigkeit und der ihnen innewohnenden Hybris das menschliche Streben nach dem Austesten der eigenen Grenzen wieder. Der zwischen Werk und Publikum entstehende Dialog, in Form einer physisch erfahrbaren Gegenüberstellung, wird von Bergmann als spielerisches Experiment entwickelt. Fehlerermittlung und wiederholtes Scheitern sind Programm. Dabei umkreisen Bergmanns Arbeiten grundsätzliche und immer wiederkehrende Fragen des Menschen – seine Beschäftigung mit Werten, die Bedeutung seines alltäglichen Handelns, das Bedürfnis nach Erfüllung und Sinnstiftung, sein Umgang mit Zeit und Vergänglichkeit. Zumeist stellt sich Bergmann hierbei individuell auf den jeweiligen historischen, kulturellen und sozialen Ort seines Wirkens ein.
Wenn Bergmann also in schwindelerregender Höhe an der Gebäudefassade des ehemaligen Leibniz Rechenzentrums in der Barerstraße 21 eine Basketballkorbwand installiert, dann schafft er ein faktisches und metaphorisches Experiment mit hoch gestecktem Ziel, bei dem das Scheitern wahrscheinlicher ist als der Erfolg. Die auf diese Weise verdeutlichte Absurdität von „Never Ever“ provoziert Sinnfragen des Betrachters und bezieht diesen, wie auch die hinter der Fassade verborgene Institution bzw. seine Nutzer, direkt in seine Aussage mit ein. So kann ein Dialog darüber entstehen, wie das scheinbar Unmögliche letztlich vielleicht doch erreicht werden könnte.
"Never Ever" ist im Rahmen der von der Landeshauptstadt München und dem Kulturreferat initiierten Kunstprojekte im öffentlichen Raum entstanden. In diesem Zusammenhang war es dem Künstler ein wichtiges Anliegen ein Projekt zu realisieren, das nicht als bloße Momentaufnahme verstanden werden kann, sondern durch die längerfristige Aufstellung, über einen Zeitraum von zwei Jahren, einen nachhaltigen Dialog mit dem Stadtraum und seiner Öffentlichkeit eingeht. So ist es besonders erfreulich, dass sich im Zuge der einjährigen Planungsphase mit der Technischen Universität München ein aktiver Kooperationspartner gefunden hat, der das Projekt, „Never Ever“ über die institutionellen Grenzen hinweg begleitet, unterstützt und maßgeblich zur Standortfindung beigetragen hat.
Die Eröffnung von „Never Ever“ findet am Freitag, den 19. Oktober 2012 um 18:30 Uhr statt.
Ort: Foyer Barerstraße 21, ehemaliges Leibniz Rechenzentrum (LRZ), 80333 München.