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Jüdische Spuren in Münchner Museen

Wie stellte Konrat Meit die Judith dar, ausgestellt im Bayerischen Nationalmuseum? Wie interpretierte Orson Welles die Rolle des Shylock in seiner Version von Shakespeares "Kaufmann von Venedig"? Das sensationelle Welles Archiv befindet sich im Filmmuseum München. Inwiefern inspirierte die Zwitschermaschine aus dem Deutschen Museum Paul Klee zur gleichnamigen Zeichnung, die 1937 in der Ausstellung "Entartete Kunst" in München ausgestellt war und die sich heute im MoMA in New York befindet. Hat der Generalmusikdirektor Hermann Levi gesammelt, was erzählt uns Lovis Corinths Portrait vom Soldaten Hermann Struck, wer war Fritz Pflaum?

Die Künstler STIH & SCHNOCK begaben sich mit dem Kunstprojekt "ZEIGE DEINE SAMMLUNG" im Auftrag des Kulturreferats der Landeshauptstadt München – Kunst im öffentlichen Raum - auf Spurensuche nach jüdischen Inhalten in Münchner Museen und Sammlungen.

Dabei stellen sie die Vielschichtigkeit jüdischer Kultur und Geschichte in neue Zusammenhänge. Das Unsichtbare hinter den Exponaten und Archivbeständen sichtbar zu machen, verborgene Beziehungen zwischen Sammlern, Museen und Artefakten aufzuspüren und nach außen zu tragen, ist das Ziel dieser Kunstintervention. Nach ca. 1 1/2jähriger Vorarbeit stellen sie nun mit „ZEIGE DEINE SAMMLUNG“ das Ergebnis ihrer Recherchen vor: Der Titel "ZEIGE DEINE SAMMLUNG" ist eine Referenz an Joseph Beuys und seine Installation "Zeige Deine Wunde" in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus.

Am Samstag, 25. Oktober 2008, 17:00 Uhr präsentieren Renata Stih und Frieder Schnock das Projekt als Aktion im öffentlichen Raum mit einer besonderen Museumsführung: Eine Gruppe von Kunstaktivisten geht mit Transparent, Mazze-Handreichung und Megaphon durch die Stadt, von Museum zu Museum. Vor den jeweiligen Institutionen schildern sie den Passanten und Museumsbesuchern die Geschichte einer Person oder eines Kunstwerkes und verweisen auf jüdische Kunst und Kultur. Die Führung startet um 17:00 Uhr beim Stadtmuseum am St.-Jakobs-Platz und bewegt sich in Richtung Museumsareal zu den Pinakotheken, dem Antikenmuseum am Königsplatz und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus.

Am Montag, den 27. Oktober 2008, 11:00 Uhr, findet im Jüdischen Museum, Foyer (St.-Jakobsplatz 16) die Vorstellung der zum Projekt gehörenden Publikation statt: Das Buch ist eine Sammlung von Kunst und Kunst-Geschichten, in das sich der Leser wie in ein virtuelles Museum vertiefen kann; eine Materialcollage mit Fotos, Zeichnungen und Text unterschiedlichster Herkunft auf Leerstellen in unserer Erinnerung. „Zeige Deine Sammlung – Jüdische Spuren in Münchner Museen“, mit Essays von Charles W. Haxthausen, Sebastian Preuss, Wolfgang Rath, Karen Till, 144 Seiten, erscheint auf deutsch/englisch im Verlag für Moderne Kunst Nürnberg, ISBN 978-3-941185-00-5