Top
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Georg Elser - Kunstwettbewerb


Georg Elser Denkmal „8. November 1939“ von Silke Wagner  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Die Siegerarbeit von Silke Wagner

Im Oktober 2008 entschied der Münchner Stadtrat auf Empfehlung der Jury für den Georg Elser - Kunstwettbewerb den Vorschlag von Silke Wager zu realisieren.

Aus der Jurybegründung

Silke Wagners Kunstwerk „8. November 1939“ verortet die Erinnerung an Georg Elser in einem dichten urbanen Raum auf innovative Weise. Formal tritt ihre künstlerische Arbeit in Dialog mit den gegebenen Strukturen des Georg-Elser-Platzes. Mit der Formensprache greller Neonwerbung bezieht sie sich direkt auf das urbane Stadtbild. Durch die Konzentration auf einen bestimmten Augenblick thematisiert Wagner konkret das historische Vorhaben Georg Elsers. Um 21.20 Uhr am 8. November 1939 detonierte die von ihm entwickelte und gebaute Bombe, mit der Hitler und die Führungsspitze der NSDAP im Bürgerbräukeller getötet werden sollten. Die Arbeit der Künstlerin lenkt den Blick daher gezielt auf das Wesentliche, den Moment des Attentats.

Das verwendete Neonglas ist transparent, wodurch die Arbeit in ausgeschaltetem Zustand kaum wahrnehmbar ist. Dadurch werden im Werk Sichtbarkeit mit Unsichtbarkeit konterkariert. Die ambivalente gesellschaftliche Rezeption der Person Elser, dessen Tat für den Widerstand in Deutschland bis in die 1990er Jahre hinein wenig Würdigung erfuhr, wird somit auf ästhetische Weise transportiert. Die Arbeit verweigert sich so den Mechanismen zahlreicher traditioneller Ehrendenkmäler, die eine nachträglich konstruierte Vorstellung von Heldentum statuieren und damit den Betrachter von seiner eigenen sozialen Verantwortung ablenken.

Durch die rein punktuelle Leuchtkraft des Kunstwerks wird die Öffentlichkeit hingegen zur Reflektion aufgefordert. So ist das Kunstwerk weit davon entfernt, in die übliche Unsichtbarkeit konventioneller, heroisierender Denkmäler zu fallen. Geschichte bleibt damit im öffentlichen Diskurs verankert.

In Wagners Arbeit findet sich eine Auseinandersetzung mit dem Raum in seiner ganzen Vielschichtigkeit, wodurch es ihr gelingt, den öffentlichen Raum zeitgemäß und kritisch für die Bevölkerung zu öffnen.