Aktuelle Corona-Infos der Stadt unter www.muenchen.de/corona
zum Seitenanfang
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Kunst-Insel am Lenbachplatz: Motive 2021


Foto eine Clowns, der in einer "mean street" steht und ein überdimensionales Portrait betrachtet, das an einer Hauswand klebt.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Benjamin Bergmann

Being a clown for one day

Künstler: Benjamin Bergmann
Zeitraum: Mitte September bis Anfang November 2021

In „Being a clown for one day“ wird das Phänomen der Selbstwahrnehmung an der Schnittstelle von Individualität und Kollektivität thematisiert.

Als Clown verkleidet steht der Künstler in einer unbelebten Straße, versunken in die Betrachtung eines überdimensionalen Portraits. Diese Momentaufnahme aus der Distanz, der Blick des Anderen auf einen Anderen kann als Slogan verstanden werden, Andersartigkeit zu leben und dem inneren Gefühl eine äußere Entsprechung zu geben.

Benjamin Bergmann, geboren 1968 in Würzburg, lebt und arbeitet in München.

 

Vorder- und Rückseite des Billboards auf dem Lenbachplatz.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Gestaltung: alvh

im Grünen; zentral, offen, alt

Künstler*innen: Kunstpavillon Team
Zeitraum: 15. Juli bis Mitte September 2021

Das neue Motiv am Billboard markiert den Standort des Alten Botanischen Gartens und verweist auf seine vielschichtigen Bezüge. Auf den zwei Bildseiten nehmen Situations- und Umgebungsplan eine Bestandsaufnahme vor, die historische Elemente und vergangene Orte und damit die Vielschichtigkeit des Ortes vermitteln. Die hier sichtbare Methode des Kartografierens ist Grundlage des Projekts im Grünen; zentral, offen, alt, das sich dem vorhandenen Gesamtgefüge im Alten Botanischen Garten annähert. Das künstlerische Agieren ist von Mitte Juli bis Mitte September in der unmittelbaren Umgebung des Kunstpavillon – den umgebenden öffentlichen Raum – verortet.

Informationen zu Aktivitäten, Geschichten, Interventionen und Gesprächen sind ab 15. Juli auf der Projektseite sowie vor Ort vorhanden.

www.kunstpavillon-im-gruenen.org

Vorder- und Rückseite des Billboards auf dem Lenbachplatz  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Sandra Singh

„Reenactment des WM-Fußballländerspiels DDR – BRD 1974“

Künstler: Massimo Furlan
Zeitraum: 2. Juni bis 14. Juli 2021

Massimo Furlan inszenierte für das internationale Festival Public Art Munich 2018 ein Reenactment des WM-Fußballländerspiels DDR – BRD von 1974, das überraschend mit einem 1:0 für die DDR endete.

Furlan spielt die Spielzüge legendärer Fußballmatches nach. Das WM-Spiel DDR – BRD von 1974 war das einzige direkte Aufeinandertreffen beider deutscher Nationalmannschaften bei einer Weltmeisterschaft. Im Vordergrund stand dabei weniger die sportliche sondern mehr die politische Begegnung zweier Länder, die sich erst kurz zuvor politisch anerkannt hatten.

Die Motive auf der Kunstinsel am Lenbachplatz zeigen auf humorvolle und leicht absurde Weise, wie Sportereignisse Zeitgeschichte schreiben können. Das Reenactment DDR - BRD wurde 2018 im Münchner Olympiastadion von nur zwei Spielern und ohne Ball aufgeführt: Massimo Furlan als Sepp Maier und Franz Beil als Jürgen Sparwasser.

Vorder- und Rückseite des Billboards auf dem Lenbachplatz  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Christoph Knoch

„Whose utopia...“ und „I’m imitating you...“

Vollständige Titel: „Whose utopia we shall return to“ (2021) und „I’m imitating you, but you are changing all the time“ (2021)
Künstlerin: Flaka Haliti
Zeitraum: 8. März bis 1. Juni 2021

Flaka Halitis Arbeiten für das Billboard befragen gesellschaftliche und politische Deutungshoheiten und blicken auf Gesellschaften als Aushandlungsorte unterschiedlicher, zum Teil widersprüchlicher Vorstellungen, Werte und Wahrheiten. Im Fokus steht die Betrachtung unserer gegenwärtigen Utopien sowie Realitäten seit 1989. „Whose utopia we shall return to“ ist ein Vorschlag, den Begriff der Utopie als Möglichkeitsraum vielfältiger und multipler Wahrheiten jenseits einer „westlich“ ausgerichteten Idee von Politik und Gesellschaft zu denken. „I’m imitating you, but you are changing all the time“ befragt ironisch den Glauben an Demokratie und Marktwirtschaft als Kriterium und zugleich Garant westlichen Lebensstandards.

Flaka Haliti, geboren 1982 in Pristina, Kosovo, lebt und arbeitet in München.

Schriftzug "Düşler Ülkesi" auf hellblauem Hintergrund  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Cana Bilir-Meier, Grafische Gestaltung: Paran Pour

Düşler Ülkes

Künstlerin: Cana Bilir-Meier
Zeitraum: 15. Dezember 2020 bis 7. März 2021

Auf der einen Seite des Billboards ist zu lesen: „Ich will leben, wie ich es mir wünsche...Schmerzlos ohne Sorgen.“ ein Zitat aus dem Gedicht der Poetin Semra Ertan von 1982 auf deutsch und türkisch, auf der anderen Seite in Handschrift die Worte Düşler Ülkesi (Land der Träume).

Düşler Ülkesi bezieht sich auf ein Kinder- und Jugendtheaterstück von 1982, organisiert von migrantischen Kulturschaffenden aus München unter der Regie von Erman Okay und Mitarbeit von Zühal Bilir-Meier. Cana Bilir-Meier erinnert an dieses Theaterstück und an die Dichterin Semra Ertan. Dabei verweist sie auf die Bedeutung von aktivistisch-pädagogischen Communityarbeiten sowie Lebenswerken von Personen wie Semra Ertan und auf die Relevanz, diese ins Jetzt zurückzuholen.

Cana Bilir-Meier, geboren 1986 in München, lebt und arbeitet in München und Wien.

Grafische Gestaltung: Paran Pour

Was ist die Kunst-Insel am Lenbachplatz?

Mit der großformatigen Collage „Pay Nothing Until April“ von Ed Ruscha startete 2013 das neuartige Münchner Ausstellungsformat der „Kunst-Insel“ im öffentlichen Raum auf dem Lenbachplatz. Das fünf mal fünf Meter große Billboard war ein Teil der von Elmgreen & Dragset 2013 in München kuratierten Reihe „A Space Called Public / Hoffentlich öffentlich“. Seit 2013 ist diese „Kunst-Insel“ am Lenbachplatz eine zunehmend wichtige Adresse für temporäre großformatige Arbeiten Münchner Künstlerinnen und Künstler geworden. Formal den überdimensionierten Werbetafeln nachempfunden, ist die Kunst-Insel inhaltlich ein Ort für temporäre Kunst im öffentlichen Raum – garantiert kommerzfrei.

Kunst in öffentlichen Raum – ein Programm des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.