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München – Rechts der Isar


Temporäre Kunstprojekte in den östlichen Münchner Stadtgebieten im Sommer 2017

Im Sommer 2017 bereichern Künstlerinnen und Künstler mit temporären Einzelprojekten die östlichen Münchner Stadtgebiete.

Den Wettbewerb der Kunst im öffentlichen Raum „München - Rechts der Isar“ haben sechs Münchner Künstlerinnen und Künstler gewonnen. Von Juli bis Oktober 2017 bespielen sie die Stadtteile Haidhausen (Bordeauxplatz und Gasteig), Neuperlach, Giesing (Candidplatz, Heilig-Kreuz-Kirche, Hans-Mielich Platz und Weißenseestraße) und Harlaching (Marienklause) mit temporären Interventionen und akzentuieren diese Orte neu.

Der Künstler Alexis Dworsky eine Trimm-Dich-Übung machend  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Alexis Dworsky

Alexis Dworsky: „Urban Trimm Dich!“

Ein Fitness-Parcours am Candidplatz
1. bis 31. Juli 2017

Am Candidplatz entstand ein frei zugänglicher Trimm-Dich-Pfad. Hierfür wurden aber keine Fitnessgeräte aufgestellt, sondern bestehende Situationen radikal umgedeutet: Über Mülleimer konnte man Bocksprünge machen und während die Ampel rot war, hieß es HAmpelmann-Hüpfen. Schilder wiesen auf zum Teil abstruse Übungen hin. Das irritierte den Betrachter, setzte manchmal ein Nachdenken über den öffentlichen Freiraum in Gang oder motivierte vielleicht tatsächlich zu körperlichem Aktivismus.

Radio-Picknick am 15. Juli 2017 auf dem Bordeauxplatz, 2. Sendung  live von "Haidhausen ON Air"  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Ralf Homann und Manuela Unverdorben

Ralf Homann und Manuela Unverdorben: „Haidhausen On Air“

Micro-Radio live vor Ort (Bordeauxplatz und Postwiese an der Lothringer Straße) und auf UKW 90,5 MHz
8., 15., 23. und 29. Juli 2017

„Haidhausen On Air“ war eine Radioskulptur auf UKW 90,5 MHz. Dieses Radio zielte nicht auf eine Zielgruppe wie ein Massenmedium, sondern rief alle Hörerinnen und Hörer ins Studio. Das Studio war der Bordeauxplatz und die Postwiese an der Lothringer Straße.

Installation von römischen Ziffern als eine lineare Zahlenreihe am Geländer der vor der Heilig-Kreuz-Kirche in München-Giesing  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Christoph Brech

Christoph Brech: „It's about Time“

Installation mit zwölf goldenen Ziffern
Giesinger Berg, vor der Heilig-Kreuz-Kirche
14. Juli bis 15. Oktober 2017

Bezug nehmend auf die Ziffern der Uhren des benachbarten Glockenturms der Heilig-Kreuz-Kirche hatte Christoph Brech deren zwölf römische Ziffern als eine lineare Zahlenreihe am Giesinger Berg installiert. Das Aufbrechen des Zwölf-Stunden-Kreises der Uhr zu einer endlichen linearen Zahlenreihe machte aus einer endlos kreisenden, sich ständig wiederholenden Zeit geschichtliche Zeit, der die Stunde der gelebten Zeitgeschichte unwiderrufbar geschlagen hat.

Frau und zwei Kinder in einem Bunker. Die Mutter putzt die Platte eines alten Holztischs, die Kinder halten sich die Faust an die Stirn.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stephan Vorbrugg, FortisGreen Film+Medien

Veronika Veit: „Im Bunker“

Multimediainstallation von Veronika Veit am Gasteig, S-Bahn Ausgang Rosenheimer Straße
10. September bis 9. Dezember 2017

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ Mit dieser Sentenz von Adorno klingt die Intention des Projektes an, mit dem Veronika Veit einen Bunkereingang im Außenbereich des Gasteig platziert. Ein Fenster erlaubt den Blick auf den streng strukturierten Alltag einer isoliert lebenden Familie. In einer Zeit, in der es zunehmend um Individualisierung statt um Gemeinschaft geht und Selbstoptimierung bereits im Kindergarten ein Thema ist, soll diese Intervention stören, aufrütteln und provozieren.

Figur bestehend aus einem Schrein in dem sich Konsumartikel befinden, einem weiblichen Kopf und zwei Armen, die ein Banner im der Aufschrift "Unsere Konsum-Werte" in die Luft halten  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Stephanie Senge

Stephanie Senge: „Eine Konsum-Werte-Madonna und drei Freie Frauen“

Skulpturen, Performances, Musik und Vorträge
10. bis 21. September 2017

Die Konsumkünstlerin Stephanie Senge sammelt seit Jahren in Supermärkten und Discountern weltweit Konsumprodukte. Seit einigen Jahren fallen der Künstlerin „Werte“ auf, mit denen auf Verpackungen geworben wird, z.B. Freiheit, Liebe, Stärke, Solidarität. Stephanie Senge ging in den Supermärkten und Geschäften „Rechts der Isar“ einkaufen, auf der Suche nach „unseren Werten“. Die Produkte wurden in der „Konsum-Werte-Madonna“ ausgestellt und öffentlich diskutiert.

Plastik, in Form einer überdimensionierten Kamera auf dem Grünstreifen vor der  Weißenseestraße 7 in München-Giesing  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Alexander Steig, VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Alexander Steig: „Kamera“

Skulptur und Veranstaltungsreihe
Weißenseestraße 7 (Grünstreifen), München-Giesing
24. September bis 22. Oktober 2017

Die Skulptur „Kamera“ und die gleichnamige Veranstaltungsreihe widmen sich dem Gedenken an die etwa 550 Zwangsarbeiterinnen des Giesinger Außenlagers Agfa-Kommando des Konzentrationslagers Dachau, die von 1944 bis kurz vor ihrer Befreiung am 30. April 1945 im Wohnhaus Weißenseestraße 7-15 interniert gewesen waren.

Kunst im öffentlichen Raum

Ein Programm des Kulturreferats der Landeshauptstadt München