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Distanzen | Distances


Wettbewerb Kunst im öffentlichen Raum für Projektanträge bis zu EUR 15.000,-

Einsendeschluss für 2021: Freitag, 27. November 2020

Im Jahr 2020 wurde mit „Social Distancing“ ein Begriff allgegenwärtig, der den meisten Menschen bis dahin wohl wenig geläufig war. Der Ausdruck, der zunächst einmal die räumliche Distanzierung zwischen Personen zur Infektionskontrolle meint, scheint im Jahr 2020 fast eine neue Lebensrealität zu beschreiben. Vom Abstandshalter im Supermarkt bis hin zum ungelenken Winken zur Begrüßung. Von Home Office und Home Schooling hin zu Besuchsbeschränkungen in Pflegeheimen: Distanz bestimmt unseren Alltag derzeit in kleinen wie in großen Dingen.

Distanz im Sinne von Ab- und Ausgrenzungen führt uns aber auch gesellschaftliche Missverhältnisse vor Augen. Denn die gegenwärtige Situation lässt soziale, ökonomische oder ethnische Ungleichheiten noch deutlicher zu Tage treten. Das hat nicht zuletzt dazu geführt, dass in vielen Ländern der Welt die Formen der Repräsentation im öffentlichen Raum auf den Prüfstand gestellt werden.

Gleichzeitig kommt man beim Sprechen über Distanz nicht umhin, auch an Nähe zu denken. Wohl selten haben wir soziale Interaktionen so hinterfragt und reflektiert, ist uns die globale Vernetzung als eine Summe menschlicher Kontakte und Begegnungen so bewusst geworden. Und dabei sind der Distanz auch viele Momente der Fürsorge und Solidarität entsprungen.

Was machen letztlich Monate der Distanz also mit einer Stadt und ihrer Gesellschaft, die sich durch dichtes Zusammenleben konstituiert? Was bedeutet Distanz für uns als Individuum und als Gemeinschaft?

Auch im Kunstkontext macht sich die neue Distanz nachdrücklich bemerkbar. Geschlossene bzw. begrenzt zugängliche Institutionen, abgesagte Veranstaltungen, Arbeitsausfall und ausbleibendes Publikum sind an der Tagesordnung. Zugleich haben sich in kürzester Zeit neue (digitale) Ausstellungs- und Diskursformate und Vermittlungswege etabliert, die der neuen Situation Rechnung tragen. Was heißt Distanz letztlich für Kunst – ein Medium, das so stark auf Zusammenkunft und Austausch verschiedener Personen ausgerichtet ist? Was bedeutet sie für künstlerische Arbeitsweisen, institutionelle Strukturen, aber auch ganz allgemein für den gesellschaftlichen Wert (und Selbstwert) von Kunst? Und wie geht man als Künstlerin, als Künstler damit um?

Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München lädt in einem öffentlichen Wettbewerb dazu ein, sich mit dem Begriff der Distanz in all ihren Kontexten und Lesarten zu beschäftigen. Zugelassen sind alle Sparten des künstlerischen Schaffens. Die Kunstprojekte werden temporär im öffentlichen Stadtraum frei zugänglich durchgeführt. Bedingung ist die Auseinandersetzung mit der vorgegebenen Thematik. Wichtig ist zudem, wie bei allen Kunstwettbewerben im öffentlichen Raum, der Ortsbezug. Der für das jeweilige Konzept ausgewählte Ort muss inhaltlich in Bezug, in Spannung und/oder Auseinandersetzung mit der inhaltlichen Thematik des eingereichten Beitrages stehen.

Es wird ein öffentlicher Kunstwettbewerb plus Zuladungen ausgelobt. Teilnahmeberechtigt an dem öffentlichen Wettbewerb sind alle Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz im S-Bahnbereich München. Zur Realisation im öffentlichen Stadtraum in 2021 werden bis zu sechs Kunstinterventionen kommen. Der Etat je Einzelprojekt ist mit max. EUR 15.000,- (brutto) beziffert.

Einreichung

1. Schriftliches Kunstkonzept (Text max. 2 DIN-A4-Seiten, grafische Illustration max. 3 DIN-A4-Seiten)
2. Angaben zum Beginn und zur Laufzeit/Dauer des Kunstprojektes
3. Aussagen zum Standort/zu Standorten
4. Kostenkalkulation (Kostenschätzung)
4.1  Projekt- und Betriebskosten: Planung, Realisation, Betreuung, Versicherungen etc.
4.2  Künstlerinnen- und Künstlerhonorare
4.3  Kommunikationsmaßnahmen und Vermittlung
5. Kurzbiographie (max. 1 DIN-A4-Seite)

Kriterien

1. Alle Formensprachen und Medien des aktuellen Kunstdiskurses sind erlaubt.
2. Bedingung ist die Auseinandersetzung mit der vorgegebenen Thematik.
3. Aussagen zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Standort müssen getroffen werden.
4. Der künstlerische Schwerpunkt liegt auf temporären Projekten.
5. Aussagen zu Vermittlungs- und Kommunikationsstrategien sind nötig.
6. Die Organisation und Durchführung der Kunstprojekte erfolgt durch die Künstlerinnen und Künstler.

Auswahlgremium

Ein internes Auswahlgremium im Kulturreferat wird zeitnah eine Entscheidung über die bis zu sechs im Jahr 2021 zu realisierenden Kunstprojekte treffen.
Einsendeschluss: Freitag, 27. November 2020 (Poststempel)
Ausdrücklich gewünscht ist die Einreichung der Projektanträge als pdf via E-Mail. Bitte beachten Sie hierbei, dass die Dateigröße der Bewerbung nicht mehr als 10 MB umfassen darf.
Bitte senden Sie Ihren Projektantrag an die E-Mail-Adresse
kunst-wettbewerb@muenchen.de

Kontakt Kulturreferat, Abt. 1 – Kunst im öffentlichen Raum

Daniel Bürkner: daniel.buerkner@muenchen.de; Tel. 089 233 26691
Erwin Hartel: erwin.hartel@muenchen.de; Tel. 089 233 25453
Kerstin Möller: kerstin.moeller@muenchen.de; Tel. 089 233 26087
Cordula Schütz: cordula.schuetz@muenchen.de; Tel. 089 233 24431

Postanschrift

Landeshauptstadt München
Kulturreferat, Abt. 1 - Kunst im öffentlichen Raum
Burgstraße 4
80331 München