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Public Art Munich 2018: Game Changers


Massimo Furlan im Trikor der DDR-Fußballnationalmannschaft von 1974  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Massimo Furlan, PAM 2018

Performative Kunst in der Stadt. Kuratiert von Joanna Warsza

30. April bis 27. Juli 2018

„Public Art Munich 2018 – Game Changers“ wird am 30. April mit einer Kunstperformance im Münchner Olympiastadion eröffnet. Es ist der Auftakt eines internationalen, dreimonatigen Programms der Kunst im öffentlichen Raum, das jedes Wochenende von 30. April bis 27. Juli eine der insgesamt 20 performativen Kunstaktionen im Stadtraum präsentiert.

Eröffnung von Public Art Munich 2018

Am 30. April um 19 Uhr eröffnet Public Art Munich 2018 (PAM2018) mit Massimo Furlans Reenactment des legendären WM Fußballländerspiels DDR – Bundesrepublik Deutschland 1974, das mit einem 1:0 Sieg der DDR endete. Unter dem ikonischen Schwebedach des Olympiastadions, konzipiert als Symbol für Frieden und Toleranz, führt der Schweizer Performance-Künstler Furlan das historische Match mit nur zwei Spielern als Sepp Maier und Jürgen Sparwasser auf. Die Kunst bringt an diesem Abend den Fußball zurück ins Olympiastadion. Eingespielt werden dazu die Original- Radiokommentare der DDR und Bundesrepublik Deutschland. Bitte mobiles Radio mitbringen!

Eröffnung für alle Interessierten ist am Montag, 30. April, 19 Uhr,
Olympiastadion München. Eintritt frei.

Blick in die Ost-West-Friedenskirche  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Leah Kawka

Kunstprojekte vom 30. April bis 27. Juli

Ebenso am 30. April zeigt die polnische Künstlerin Aleksandra Wasilkowska ihre Installation einer frei schwebenden Decke mit dem Titel Gold für Natascha, Silber für Timofei. Der russische Eremit Timofei und seine Frau Natascha – beide kamen nach dem Zweiten Weltkrieg nach München – errichteten 1952 eine Kirche für den Frieden, die Ost-West-Friedenskirche auf dem Gelände des Oberwiesenfelds, wo später der Olympiapark entstand. Der Legende nach inspirierte dieser aus Kriegsschutt errichtete Schwarzbau die Olympiaplanungen und die Konstruktion für das Zeltdach des Stadions.

30. April, 16 bis 18 Uhr, Ost-West-Friedenskirche, Spiridon-Louis-Ring 100
Aleksandra Wasilkowskas Installation „Gold für Natascha, Silber für Timofei“.
Tee und Artist Talk im Garten
30. April, 18:15 Uhr Kunst-Prozession Parade of the W(e/a)k von Anna McCarthy und Gabi Blum von der Ost-West-Friedenskirche zum Olympiastadion.

Am 1. Mai setzt sich das Programm um 14 Uhr mit Live-Zeichnungen von Dan Perjovschi im MaximiliansForum fort; Jonas Lund präsentiert sein Facebook-Projekt Hi Munich: This One is For You! Seine personalisierten Mitteilungen sollen alle BewohnerInnen Münchens erreichen und problematisieren den Gebrauch von social media als vermeintlich öffentlichen Raum.
Am selben Tag findet zudem ab 16 Uhr die Einweihung des PAM-Pavillons statt, der während der Sommermonate als zentraler Ort der Information, Dokumentation und Vermittlung dient. Das künstlerische Konzept verantworten Flaka Haliti und Markus Miessen.
Der 1. Mai ist auch Auftakttermin für das Diskursprogramm, kuratiert von Gürsoy Doğtaş.

Am 4. und 5. Mai endet das Eröffnungsprogramm mit der 24-stündigen Konzert-Installation Music from a Frontier Town von Michaela Melián im Amerikahaus. Das Haus wurde als eine der ersten Einrichtungen der Reeducation nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland eröffnet, und besteht als eine der letzten Institutionen seiner Art bis heute.

Luftbild vom Olympiastadion in München  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Anders Eiebakke

Game Changers

In einer Zeit einschneidender Veränderungen lädt PAM 2018 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ein, game changers am Beispiel der Stadt München zu untersuchen: von der Bayerischen Räterepublik über die Entnazifizierung der Nachkriegszeit, Radio Free Europe, die 68er-Bewegung, den architektonischen Optimismus des Olympiastadions, das Wendejahr 1989, den Empfang von Geflüchteten im Hauptbahnhof 2015 bis hin zu den Einflüssen von Digitalisierung, künstlicher Intelligenz oder der #MeToo-Bewegung auf unser Leben.

Die Frage ist nicht, ob wir Teil der Veränderungen unserer Zeit sein wollen, sondern wie wir uns darin positionieren. Was soll bleiben? Was soll sich ändern?

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler

Lawrence Abu Hamdan, Cana Bilir-Meier, Anders Eiebakke, Leon Eixenberger, Massimo Furlan, Mariam Ghani, Flaka Haliti & Markus Miessen, Rudolf Herz & Julia Wahren, Alexander Kluge, Anna McCarthy & Gabi Blum, Michaela Melián, Ari Benjamin Meyers, Dan Perjovschi, Alexandra Pirici & Jonas Lund, Olaf Nicolai, Studierende der Akademie der Bildenden Künste München, The 9th Futurological Congress / Julieta Aranda & Mareike Dittmer, Franz Wanner, Aleksandra Wasilkowska.

Foto von Joanna Warsza  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Joanna Warsza

Die Kuratorin

Joanna Warsza (geboren in Warschau, lebt in Berlin) arbeitet als Kuratorin vorzugsweise im urbanen, weniger im musealen Kontext. U.a. kuratierte sie den Georgischen Pavillon auf der 55. Biennale von Venedig 2013, und das öffentliche Programm der Manifesta 10 in St. Petersburg 2014. Warsza ist Herausgeberin zahlreicher Publikationen, unter anderem I Can’t Work Like This: A Reader on Recent Boycotts and Contemporary Art bei Sternberg Press 2017 und Empty Stages, Crowded Flats. Performativity as Curatorial Strategy (mit Florian Malzacher), Alexander Verlag Berlin 2017. Derzeit leitet sie das kuratorische Programm CuratorLab an der Konstfack in Stockholm.

Die Idee von Public Art Munich

In der Reihe „Public Art Munich“ stellt sich die Stadt München mit ihrem öffentlichen Raum und ihren gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und historischen Koordinaten internationalen Kuratoren und Künstlern und ihrem Blick von außen zur Verfügung.

PAM 2018 ist die zweite Ausgabe der großen, von der Landeshauptstadt München initiierten, internationalen Projektreihe für den Stadtraum, die erstmals 2013, kuratiert von Elmgreen & Dragset, unter dem Titel A Space Called Public / Hoffentlich Öffentlich stattfand.