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Literavision 2016


Fernsehpreis LiteraVision geht an Anita Hugi und Benjamin Unger

Der städtische Fernsehpreis LiteraVision wurde im Rahmen des Literaturfestes München am 19.11.2016 in der Kategorie Langfilm an Anita Hugi vom Schweizer Fernsehen für ihren Film „Undine Gruenter: Das Projekt der Liebe“ und in der Kategorie Kurzbeiträge an Benjamin Unger für den Beitrag „Peter Wawerzinek:'Der Schluckspecht'' im NDR-Nordmagazin vergeben. Die mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preise wurden im Anschluss an die öffentlichen Jurysitzungen am 18. und 19. November durch Stadtrat Klaus Peter Rupp (SPD-Fraktion) in Vertretung des Oberbürgermeisters im Literaturhaus München überreicht.

Der Fernsehwettbewerb LiteraVision 2016 wurde von der Landeshauptstadt München zum 22. Mal veranstaltet. Alle zwei Jahre zeichnet der Preis Regisseurinnen und Regisseure aus, die herausragende Fernsehfilme über Bücher, Autorinnen und Autoren gedreht haben. Bei dem Wettbewerb können sich Filmemacher/innen aus dem deutschsprachigen Raum bewerben. Für den Wettbewerb 2016 wurden 66 Beiträge eingereicht. Die von der Fachjury ausgewählten vierzehn Filme wurden auf der zweitägigen öffentlichen Jurysitzung gezeigt und in Anwesenheit der Regisseurinnen und Regisseure diskutiert, direkt gefolgt von der Preisverleihung.

Der Fernsehwettbewerb ist in dieser Form einmalig in der deutschen Medienlandschaft. Sendungen über Literatur und Autoren animieren zum Lesen, aber sie haben im Fernsehen einen schweren Stand. LiteraVision will für Redakteure, Autoren und Regisseure Ansporn und Ermutigung sein.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für Anita Hugi wie folgt

Den Fernsehpreis LiteraVision in der Kategorie Langfilm 2016 an Anita Hugi vom Schweizer Fernsehen für ihren Film „Undine Gruenter: Das Projekt der Liebe“.

Die Jurybegründung lautete: „Die Jury vergibt den Preis einstimmig an Anita Hugi für den Film 'Undine Gruenter - Das Projekt der Liebe'. 'Freiheit beginnt, wo das reagieren aufhört, sagte diese Unbekannte der europäischen Literatur, die 2002 in Paris starb. Diese Freiheit atmet der Film von Anita Hugi, die Gruenters Dictum 'Individualität statt Konvention' folgt. Der Film begeistert die Jury durch seinen persönlichen Ansatz, jede Einstellung ist präzise, zieht uns in ein komplexes Sprach- und Lebensuniversum. Anita Hugi findet ihren eigenen Weg, sich dem Blick der Schriftstellerin anzuverwandeln: auf Montmartre, ihren verwunschenen Garten, den Nachthimmel, auf die Rillen einer verstaubten Platte. Gegenwart und Vergangenheit von Paris verbinden sich zu einer magischen Welt. In diesem Film stimmt alles, verbindet sich zu einem unvergesslichen Fluss von Bildern, Tönen, Worten und Klängen. Ein Film, der ein Projekt der Liebe ist“.

In der Kategorie Kurzbeiträge wurde der Fernsehpreis LiteraVision 2016 an Benjamin Unger für den Beitrag „Peter Wawerzinek: Der Schluckspecht'' im NDR-Nordmagazin vergeben.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für Benjamin Unger wie folgt

„In der Kategorie Kurzbeiträge geht der Preis an Benjamin Unger für seinen Film 'Der Schluckspecht'. Und kurz ist dieser Beitrag wirklich. In 3 Minuten und 11 Sekunden gelingt es ihm, nicht nur das Buch des Autors Peter Wawerzinek vorzustellen. Mit Witz und Entschlossenheit zur radikal-ironischen Inszenierung zeigt er das Schicksal eines heillosen, heiligen Trinkers. Dem Ingeborg-Bachmann-Preisträger Wawerzinek entlockt Benjamin Unger Aussagen, die dessen Innerstes und den Antrieb zum Schreiben offenbaren. Auch visuell bietet Unger viele Einfälle auf. Für ihn klebt der Schriftsteller sogar noch einmal einen seiner Sätze an die Wand: 'Am Anfang ist der Säufer noch Mensch, am Ende ist dieser Mensch nur noch ein Säufer'. Doch dieser Schluckspecht pocht auf sein Überleben“

Mitglieder der Jury

Der Jury 2016 gehörten an: Susanne Hermanski (Süddeutsche Zeitung), Kirsten Martins (Filmkritikerin), Doris Metz (Regisseurin), Fatema Mian (Bayerischer Rundfunk), Stephan Puchner (Autor) und Christiane Schmidt (Lektorin) sowie aus dem Stadtrat Beatrix Burkhardt, Kristina Frank (beide CSU-Fraktion), Kathrin Abele und Klaus Peter Rupp (beide SPD-Fraktion) sowie, Dr. Florian Roth (Die Grünen/Rosa Liste).