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Der Kreativpark: Die Jutier- und Tonnenhalle


Die Jutierhalle und die Tonnenhalle  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Jutierhalle und Tonnenhalle
© Kulturreferat

Das kulturelle und kreativwirtschaftliche Zentrum des Kreativquartiers

Auf der Fläche der ehemaligen Luitpoldkaserne und angrenzenden Gebieten entsteht ein urbanes Stadtquartier, das Kreativquartier. Neben kulturellen, kreativwirtschaftlichen, sozialen und gewerblichen Nutzungen sind Wohnungen, eine Grundschule, ein Hochschul-Neubau und öffentliche Grün- und Freiflächen vorgesehen. Die Industriebauten Jutier- und Tonnenhalle werden das kulturelle und kreativwirtschaftliche Zentrum im dazugehörenden Kreativpark bilden.

Was ist die Zielsetzung des Projektes?

Die denkmalgeschützten Industriehallen Jutier- und Tonnenhalle sollen im Rahmen der städte­baulichen Planungen „Kreativquartier München“ instandgesetzt werden. Mit dem Umbau der Hallen soll ein Ort für Kunst und Kultur sowie für Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft ge­schaffen werden.

Welche Ziele sind mit der künftigen Nutzung der Hallen verbunden?

Der Kreativpark ist programmatisch geprägt von Offenheit, Flexibilität und Spartenvielfalt, ver­steht sich als Bereicherung der vielfältigen Kulturlandschaft in München und soll deren Potenti­al nutzen und exponieren.

Er ist ebenso ein offener Ort des kreativen Schaffens wie der Erholung, Begegnung, Inspirati­on, Diskussion, Bildung und Vernetzung. Der Kreativpark ist dem Zeitgenössischen verpflich­tet, verbindet die Sparten und schafft interdisziplinäre Ansätze. In seiner programmatischen Ausrichtung erstrebt der Kreativpark lokale, überregionale und internationale Bedeutung. Er versteht sich dabei auch als Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Ziel ist es, Freiräume für die Kunst zu schaffen und die Bevölkerung auch an kreativen Prozes­sen und nicht nur deren Ergebnissen teilhaben zu lassen. Er ist daher auch ein ganztägig of­fen zugänglicher Produktions- und Präsentationsort.

Somit schafft er kulturell, sozial und ökonomisch einen Mehrwert. Das Nutzungskonzept steht auf fünf Säulen und umfasst im Wesentlichen die Bereiche Produktion, Präsentation, Vermitt­lung, Vermarktung und Vernetzung.

Es wird angestrebt in den Hallen in einem verträglichen und sinnvollen Maß so viel Nutzfläche wie möglich zu schaffen. Die konkrete Ausgestaltung wird dabei dem obersten Grundsatz un­terliegen, Investitions- und Betriebskosten zu minimieren, um so Mieten und Nebenkosten so gering wie möglich zu halten. Dennoch soll kreative Entfaltung ermöglicht werden.

Was ist bisher passiert?

Nach einem aufwändigen und mehrjährigen Beteiligungsprozess der Münchner Stadtrates im November 2013 das weitere Verfahren zur kulturellen und kreativwirtschaftlichen Nachnutzung der beiden Industriebaudenkmäler Jutierhalle und Tonnenhalle beschlossen.

Er ist damit den Empfehlungen des Kulturreferates gefolgt, das mit dem vorgeschlagenen Konzept einen weiteren Schritt zu einem Produktions- und Präsentationsort des freien Kunst-, Kultur- und Kreativschaffens geht.

Der Stadtrat wurde darauf aufbauend in 2014 und 2016 jeweils mit dem Nutzerbedarfsprogramm und in 2016 zusätzlich mit dem Betriebskonzept befasst.

Das endgültige Nutzerbedarfsprogramm konnte dem Münchner Stadtrat im Juli 2019 zur Ge­nehmigung vorgelegt werden. Gleichzeitig wurde der Projektauftrag zur Generalinstandset­zung und Umbau beider Hallen erteilt. Die Projektkosten betragen ca. 99 Mio. Euro. General­planer ist das Architekturbüro Bez + Kock.

Als Arbeitstitel für die beiden Hallen und deren unmittelbareren Umgriff wurde „Kreativpark“, angelehnt an die städtebauliche Bezeichnung des Teilquartiers Kreativpark, gewählt.

Welche Nutzung wird für die Jutier- und Tonnenhalle angestrebt?

Jutierhalle

Die Jutierhalle soll vorrangig als Arbeitsort für Künstlerinnen und Künstler sowie Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft ausgestaltet werden. Die Mischung aus künstlerischen, kulturel­len und kreativwirtschaftlichen Nutzungen auf den Flächen in den Atelier-und Büroräumen soll in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Die Arbeitsräume sollen nach einem Bewerbungs- und Auswahlverfahren jeweils zeitlich befristet zu günstigen Konditionen angemietet werden können.

Tonnenhalle

Die Bespielung der Tonnenhalle soll vorrangig durch die Produktion und Präsentation der per­formativen Künste (Theater, Tanz, Performance, Musik etc.) geprägt sein. Zum Teil können die Räume auch für kleinere Kongresse, Diskursveranstaltungen und Messen genutzt werden.

Wie sieht das Planungskonzept für beide Hallen aus?

Die Kubatur der denkmalgeschützten Jutier- und Tonnenhalle wird erhalten. Dem Nutzerbe­darfsprogramm entsprechend erfolgt der Ausbau der Jutierhalle weitgehend als „Haus-im-Haus-Konzept“. Der Ausbau der Tonnenhalle ist als Vollausbau geplant. Grundsätzlich ist es das Ziel, die Anpassungen des Bestandes, resultierend aus der neuen Nutzung so gering wie möglich zu halten.

In der Jutierhalle werden in modularer Bauweise auf 2 Ebenen ca. 60 Atelier- und Arbeits­räume für Künstlerinnen und Künstler sowie Akteure der Kreativwirtschaft entstehen. Zudem sind Musikprobenräume sowie Kommunikationszonen geplant. Die Andienung der Hallen ist von der Heßstraße vorgesehen.

Die Tonnenhalle wird zu einem Produktions- und Präsentationsort besonders für die performa­tiven Künste ausgebaut werden. Geplant sind zwei unterschiedlich dimensionierte Säle, Foyer, Studios, Produktionsbüros, Gruppenräume und ein Gastronomiebereich.

Die Stellplätze werden in einer Tiefgarage zwischen den Hallen nachgewiesen.

Was ist die Grundlage für den Betrieb der beiden Hallen?

Grundlage für den Betrieb der beiden Hallen ist das dem Münchner Stadtrat im Oktober 2016 vorgelegte Betriebskonzept mit dem Nutzerbedarfs- und Raumprogramm, welches final im Juli 2019 genehmigt wurde.

Wer wird die Hallen künftig betreiben?

Das Kulturreferat wird die Details der Unternehmensform erarbeiten und die Gründung einer Gesellschaft oder eines Eigenbetriebes vorbereiten. Die Ergebnisse werden dem Stadtrat recht­zeitig zur Entscheidung vorgelegt.

Wann sollen die Hallen in Betrieb gehen?

Die Inbetriebnahme der beiden Hallen ist in 2025 geplant.

Wer hat die Hallen erbaut und wie wurden sie früher genutzt?

Jutierhalle

Die Jutierhalle wurde 1926 im Reduktionsstil durch Bauamtmann Ernst Henle als Eisenbetonkonstruktion errichtet, ist durch Wandpfeilerintervalle gegliedert und verfügt über ein Dach in offener Fachwerkkonstruktion mit Oberlichten. Im Jahr 1952 wurde die Halle nach Südosten erweitert. 2000 bis 2003 wurde die Halle während der Sanierung der Münchner Kammerspiele als Interimsspielstätte genutzt. Der Name der Jutierhalle resultiert daraus, dass in dieser Halle Wasserleitungsrohre zur Isolierung mit Jute umwickelt wurden.

Grundfläche: Zirka 2.500 Quadratmeter
Länge: Zirka 92 Meter
Breite: Zirka 27 Meter
Höhen: 11 Meter / 17,4 Meter

Tonnenhalle

Die Tonnenhalle, auch Rohrlagerhalle, entstand ebenfalls 1926. Sie wurde durch die Baufirma Wayss und Freytag errichtet, ist eine als Flachtonne ausgebildete freitragende Eisenbetonkonstruktion und gilt als formalästhetisch überzeugender Funktionsbau.
Die Tonnenhalle ist wegen ihrer Dachform so benannt und diente zuletzt als Hochregallager der Münchner Stadtentwässerung.

Grundfläche: Zirka 2.500 Quadratmeter
Länge: 106 Meter
Breite: Zirka 23 Meter
Höhe: 8,70 / 14,30 Meter

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