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Partizipative Tanz- und Theaterproduktionen und –projekte mit Laien


Geförderte Projekte in 2020

Puls der Gemeinschaft: Suche nach Verbindung

Ein Tanzprojekt von und mit Menschen mit Depressionserfahrung

Callie Arnold

„Puls der Gemeinschaft“ ist ein partizipatives Tanzprojekt für Laien, die Erfahrung mit Depression haben und sich zusammen auf die Suche nach Gemeinschaft machen. Die Choreographie erforscht die Verknüpfungen zwischen den Themen „Gemeinschaft“ und „Depression“. Ziel ist es, eine Form des Tanzes zu entwickeln, die auch dem tanzenden Laien den Raum gibt, persönliche Lebenserfahrungen auf die „Bühne des Lebens“ zu bringen und ihre Feinwahrnehmung für Facetten des Seins und Zusammenseins mit dem Publikum künstlerisch zu teilen. Choreographische Techniken von Anna Halprin sollen mit theoretischem Verständnis für Beziehungsgestaltung verknüpft werden, um einen einzigartigen künstlerischen Blick ins Mensch-Sein zu ermöglichen.

Bei dieser Arbeit wird die systemische Tanztherapeutin und Choreographin Callie Arnold unterstützt von der Choreographin Angela Guerreiro, mit einschlägiger Erfahrung in Bühnenproduktion, und der aus dem Bereich Community Dance kommenden Ellen Steinmüller, die vielfältige Bühnenproduktionen mit Laien kreiert hat. Dabei werden Menschen mit einem Spektrum von Lebenserfahrungen, ihre Gemeinsamkeiten und einzigartigen Perspektiven sichtbar machen.

Die Kommunikation mit der Zielgruppe wird aktuell geknüpft über den Berufsverband der Tanztherapeutinnen Deutschlands (BTD) und das Europäische Zentrum für Tanztherapie (EZETTHERA), Ärzte in psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken, das Tamalpa Institut, das Theater „Viel Lärm um Nichts“ und Internet Gruppen für Menschen mit Depression. Es besteht außerdem der Wunsch zur Verstetigung des Projekts in 2021.

Aufführungen sind für den 20. und 21. November 2020 im Theater VIEL LÄRM UM NICHTS in der Pasinger Fabrik geplant. Eine gefilmte Aufführung wird im Internet ab Mitte Dezember verfügbar sein.

WIR

Ein Tanz- und Theater- Filmprojekt mit jugendlichen Migrant*nnen in Kooperation mit der Berufsschule zur Berufsintegration an der Balanstraße

Angela Guerreiro

Die afro-portugiesische Kuratorin, Choregraphin und Tänzerin (u.a. Resident Choreographin Kampnagel Hamburg, sowie Initiatorin des Festivals „Dance Kiosk Hamburg“) wird zusammen mit ihrem Team und den Schüler*innen der Berufsschule zur Berufsintegration an der Balanstraße das Filmprojekt „WIR“ entwickeln.

An dieser Schule werden jugendliche Neuzugewanderte innerhalb von zwei Jahren zur Absolvierung des erfolgreichen und qualifizierenden Mittelschulabschlusses geführt. Das Projekt „WIR“ richtet sich an diese sehr heterogene Gruppe. Es verfolgt das Ziel der Sensibilisierung für individuelle Ausdrucksmöglichkeiten und der Stärkung der eigenen Persönlichkeit in einem neuen und fremden Umfeld, in dem man sich selbst permanent neu definieren muss. Mit Hilfe Tanz, Theater und Film Techniken soll erprobt werden, wie sich der/die Einzelne in einer künstlerischen Sprache artikulieren und letztendlich positionieren kann. Der künstlerische Arbeitsprozess orientiert sich an den persönlichen Geschichten und Bedürfnissen der Teilnehmenden.

Geplant ist folgender (Film-)Produktionsablauf: Über 4 Wochen wird das Team nach dem Unterricht Workshops abhalten, an denen alle interessierten Schüler*innen der Schule eingeladen sind, teilzunehmen. Im weiteren Verlauf entstehen von den einzelnen Schüler*innen filmische Portraits an verschiedenen Orten der Stadt, die dann zu einem kurzen Film montiert werden. Die Schüler*innen sind sowohl vor als auch hinter der Kamera am künstlerischen Prozess beteiligt.

Das Team von Angela Guerreiro besteht aus der Schauspielerin, Theaterpädagogin und Dozentin Angelika Krautzberger (u.a. Gruppe Drama Köln, Zeiten Festival am Pathos München, Münchner Kammerspiele, Kooperation u.a. mit Judith Huber und Caitlin van der Maas), dem Musiker Benno Heisel (u.a. künstlerische Leitung HochX) und die Film- regisseurin Stephanie Felber. Eva Gahl, die an der Schule als Lehrerin arbeitet, begleitet das Projekt als Dramaturgin.

Am Ende des Prozesses sollen Film-Präsentationen an der Balanstrasse sowie an anderen Schulen und Kulturzentren stehen.

Kommen wir zusammen?

Ein musikalisch-performatives Projekt auf der Basis des Minimal Stücks „In C“ von Terry Riley

AsylArt e.V.

Der interkulturelle Verein Asyl Art wurde von Stephan Lanius gegründet und ist aus einer Gruppe engagierter junger Musiker hervorgegangen, die sich die interkulturelle künstlerische Zusammenarbeit mit Geflüchteten und Migrant*innen zum Ziel gesetzt haben.

Zielgruppe des Projekts „Kommen wir zusammen?“ sind professionelle und nichtprofessionelle Musiker*innen und Tänzer*innen aus sozialen Einrichtungen wie Asylbewerberunterkünften wie auch aus der allgemeinen Bürgerschaft. In mehreren Workshops wird durch die beteiligten Performer*innen und Musiker*innen ein neues eigenes Werk aus Musik und Tanz erschaffen und aufgeführt.

Das Minimal-Stück „In C“ des zeitgenössischen Komponisten Terry Riley wird als Grundlage zur künstlerischen Auseinandersetzung genommen. Die Musiker*innen und Tänzer*innen aus unterschiedlichsten Kulturen begegnen sich durch die Erarbeitung dieses musikalischen Werks. Es kann mit jedem Instrument gespielt und durch zeitgenössischen Tanz visualisiert werden und ist für eine große Anzahl von Beteiligten geeignet. Das gegenseitige Reagieren, Zuhören und die Interaktionen stehen im Mittelpunkt.

Ruth Golic, eine langjährige und sehr erfahrene Tänzerin und Performerin, sowohl auf der Bühne als auch im pädagogischen Bereich, leitet eine Gruppe von Laienperformenden, sich in das Werk von Terry Riley zu integrieren.

Stephan Lanius, seit über 20 Jahren im musikalischen wie auch theatralischen-sozialen Bereich tätig, leitet die musikalische Umsetzung an. "In C" von Terry Riley beinhaltet über 50 kurze minimalistische Elemente, durch die sich alle beteiligten Musiker*innen gleichermaßen das Stück aneignen und interagieren.

Die öffentlichen Aufführungen finden vom 7.–10. Dezember im Schwere Reiter statt.

Die Resi und der Kasperl

Begehbare Videoinstallation in der Sammlung Puppentheater mit Laiendarsteller*innen aus dem Seniorenheim Residenzia für Kinder in der Sammlung Puppentheater des Stadtmuseums München

Theaterkollektiv „what you see is what you get“

Die Resi – das sind die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums Residenzia. Und der Kasperl – nun, das ist wohl eine der berühmtesten Puppentheaterfiguren überhaupt. Die Resis entführen die kleinen und großen Besucher*innen in die Welt des Puppen-Altersheimes: Die Sammlung Puppentheater des Münchner Stadtmuseums. Wen haben die Puppen in der Ausstellung früher dargestellt? Was ist ihre Geschichte? Und was würden wir ihnen heute erwidern? Gemeinsam mit dem Kasperl zeigen die Resis das Universum des So-Tun-Als-Ob und des Was-Wäre-Wenn. Es geht um Erinnerungen, Geschichten und Träume. Dabei treten die Damen und Herren in einen Dialog mit den ausrangierten Puppen, die so wie sie selbst ‚aufbewahrt‘ werden... abgeschirmt von der Außenwelt.

Die Besucher*innen können sich frei durch die Puppentheaterausstellung bewegen. Sie ist erweitert um eine zweite, nachgebaute Museumswelt aus Pappe: mit zusätzlichen Vitrinen und Ausstellungsstücken. In ihr kann man viele kurze Videos und dreidimensionale Audioaufnahmen entdecken. Den hinter Glas aufbewahrten Exponaten stehen so an allen Ecken und Enden die digitalen Abbilder der Senior*innen gegenüber – mal in Interviews, mal in Szenen. Mal ganz persönlich, mal animiert. Es entsteht ein Kaleidoskop, das so vielfältig wie die Erzählenden und so einzigartig wie die Puppen ist.

Schon zum vierten Mal arbeitet das Kollektiv ‚what you see is what you get‘ zusammen mit Bewohner*innen des Seniorenzentrums Residenzia, die an Demenz und/oder anderen Erkrankungen erkrankt sind. Entstanden ist eine Videoinstallation zum Thema Figurentheater, die vom 17. bis 25. Oktober in der Sammlung Puppentheater des Münchner Stadtmuseums im Rahmen des „Wunder. Internationales Figurentheaterfestival‘ München 2020 zu sehen ist. Für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren.

Künstlerisches Team: Julia Müller, Felix Kruis und Dorothea Streng
Mit Bewohner*innen des Seniorenzentrums Residenzia

Young Pathos Kollektiv

Multimediale Theaterperformance mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kooperation mit dem Pathos Theater

Chris Hohenester

Mit dem Projekt „Young Pathos Kollektiv“ führt Chris Hohenester den „Pathos Jugendclub“ fort.

Ziel dieses Theaterclubs ist es, junge Menschen als künstlerisch Handelnde zu beteiligen und ihnen mit dem Pathos Theater einen Ort anzubieten, den sie durch aktive darstellerische Prozesse gemeinsam gestalten und bespielen können. Es geht um die Ermächtigung durch das Erzählen von Geschichten und Aufzeigen kausaler Zusammenhänge unter Einbeziehung des Bedürfnisses junger Menschen nach politischen Handlungsmöglichkeiten.

Das „Young Pathos Kollektiv“ wird von der Regisseurin und Choreographin Chris Hohenester in Zusammenarbeit mit Münchner Künstler*innen u. a. der Schauspielerin Rena Dumont und der Performance und Medienkünstlerin Marie Kaksch geleitet. Das Projekt 2020 entsteht zusammen mit der Bühnen und Kostümbildnerin Elisabeth Pletzer.

Das Pathos Theater hat sich als Ort für Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, Nationalität und sozialem Hintergrund geöffnet und etabliert. Die beteiligten Jugendlichen werden aktiv in die Vorbereitungs- und Produktionsprozesse einbezogen und im Pathos eine Aufführung analog oder digital präsentieren.

In Anpassung an die Corona Pandemie arbeitet das Team an einer digitalen und filmischen Umsetzung. Durch regelmäßige digitale Treffen ab September 2020 entwickelt das Ensemble das Projekt anhand von Gesprächen, Textwerkstätten und Aufgabenstellungen. Das Endprodukt ist ein Film bzw. eine filmische Collage.

 

Tanz.Die.Invasion

Ein partizipatives Kunstprojekt mit Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum

Spielen in der Stadt e.V.

Der Verein Spielen in der Stadt e.V. setzt seit 2001 partizipative Kunstprojekte für Jugendliche im öffentlichen Stadtraum um.

Im Projekt „Tanz.Die.Invasion“ sind die Teilnehmer*innen eingeladen, durch künstlerisch-tänzerische Annäherung eine (temporäre) Veränderung öffentlicher Räume selbst herbeizuführen. Dabei stellt das Projekt Stadträume mit ihren vorgegebenen Wegen und Bewegungsmustern in Frage und lässt sie durch die tänzerische Intervention neu erlebbar werden.

Der öffentliche Raum bietet hier die größtmögliche Chance auf ein Zusammentreffen über Milieus, Generationen, Religionen, Kulturen und Wertvorstellungen hinweg, denn in ihm ist nahezu jedes Mitglied einer Stadtgesellschaft anzutreffen. Gerade für Kinder und Jugendliche spielt der öffentliche Raum als Aufenthaltsort eine große Rolle, besonders in der Perspektive der aktuellen Entwicklungen, in denen sich die Zeiträume und Möglichkeiten zum Aufenthalt im Stadtraum für Kinder und Jugendliche stark verändert.

Unter der Anleitung erfahrener Tänzer*innen und Tanzpädagog*innen wie u.a. Nelli Stein und Judith Hummel tauchen die Kinder und Jugendlichen in eine Vision ein, die mit gestalterischen Mitteln den öffentlichen Platz zum Spiel- und Tanzfeld für ihre eigene Kreativität macht.

Es wurden Kooperationen mit Einrichtungen in der unmittelbaren Umgebung der jeweiligen Projektorte aufgenommen. Dazu zählen Kinderhorte, Mittagsbetreuungen, (Ganztags)schulen, Tagesheime, Förderzentren, Gemeinschaftsunterkünfte, Sozialbürgerhäuser und Behinderteneinrichtungen etc. aber auch u.a. Mitglieder des Jugendtanzensembles You Dance, Jugendliche aus Münchner Tanzstudios, Jugendliche aus einer Münchner Gemeinschaftsunterkunft und Jugendliche mit Beeinträchtigungen als künstlerische Mitarbeiter*innen.

Die erste Phase des Projekts hat im Juli 2020 stattgefunden und wird nach der Ferienpause nun im September fortgesetzt. Die Initiatoren haben in den ersten Wochen das neue Konzept aufgehen sehen: Tanz als Einladung und Tanzende im Alter zwischen 3 und 80 Jahren. Kinder und Jugendliche, die sich mit ihren Bewegungen im öffentlichen Raum zeigen.