Aktuelle Corona-Infos der Stadt unter www.muenchen.de/corona
zum Seitenanfang
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Ausschreibung


Wettbewerb Kunst im öffentlichen Raum zum Thema „Denkmäler in der Diskussion“

„past statements. Denkmäler in der Diskussion“. Projektanträge bis zu 15.000 Euro

Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München lädt in einem öffentlichen Wettbewerb  dazu ein, sich mit diskussionswürdigen Denkmälern und Erinnerungszeichen zu beschäftigen.

Es geht um Denkmäler oder Erinnerungszeichen im Münchner Stadtgebiet, die in Bezug auf Nationalismus, Demokratiefeindlichkeit, Militarismus, Kolonialismus, hegemoniale Männlichkeitsbilder, Unterrepräsentation von Frauen, nicht-binären Menschen und Diversität einer kritischen Betrachtung bedürfen. Zugelassen für Einreichungen sind alle Sparten des künstlerischen Schaffens. Die Kunstprojekte werden temporär im öffentlichen Stadtraum frei zugänglich durchgeführt. Bedingung ist die Auseinandersetzung mit der genannten Thematik.

Wichtig ist außerdem, wie bei allen Kunstwettbewerben im öffentlichen Raum, der Ortsbezug. Der für das jeweilige Konzept ausgewählte Ort muss in Bezug zu der inhaltlichen Thematik des eingereichten Beitrages stehen.

Hintergrund

Denkmäler prägen Plätze, sie sind Treffpunkte im öffentlichen Raum oder Kulissen für Feste und Demonstrationen. Ihre heutige Rolle kann sehr unterschiedlich sein. Sie stehen im Mittelpunkt bei Gedenktagen oder sind inzwischen übersehen oder vergessen. Standbilder, Gedenktafeln oder Kunstwerke tragen Botschaften, die bis heute Bedeutung haben, oder sie transportieren bisweilen Inhalte, die längst überholt sind oder bewusst abgelehnt werden: sie verherrlichen Krieg und Gewalt, feiern Helden vergangener Zeiten, transportieren Vorurteile und grenzen aus. Sie sind fragwürdig geworden.

Mit der Reihe "past statements. Denkmäler in der Diskussion" möchte die Stadt München an die internationale und lokale Diskussion um diskussionswürdige Denkmäler anknüpfen und kritische, vielstimmige und kreative Debatten über Formen und Inhalte des Erinnerns in einer diversen und demokratischen Stadtgesellschaft anregen. Das Kulturreferat lädt ein, sich im Rahmen dieses Wettbewerbs in Form von temporären Projekten kritisch-künstlerisch mit derartigen problematischen Erinnerungsorten bzw. -zeichen auseinanderzusetzen.

Denkbare Orte der künstlerischen Auseinandersetzung im städtischen Besitz gibt es reichlich. Exemplarisch genannt seien der Bismarck-Brunnen am Wensauer Platz oder das Kriegerdenkmal in der Bäckerstraße in Pasing, der Bismarcktum in Starnberg/Berg (im städtischen Unterhalt), das Kriegerdenkmal an der Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing, die Statue Julia am Alten Rathaus und die mit ihr verbundene Praxis, die weibliche Brust zu berühren; darüber hinaus nicht zuletzt die vielen Reiterstandbilder oder eben gerade die Leerstellen in der Münchner Denkmalslandschaft. Diese genannten Beispiele sind ohne Gewähr hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit einer Kunstintervention zu verstehen.

Begleitend zu einem internationalen Symposium zu diesem Thema sollen die Projekte im Zeitraum Juni, Juli, August 2022 durchgeführt werden.

Wer kann sich für ein Projekt bewerben?

Teilnehmen können alle Künstler*innen mit Wohnsitz im S-Bahnbereich München. Drei bis vier Kunstinterventionen werden im öffentlichen Stadtraum Juni, Juli, August 2022 verwirklicht werden. Der Etat je Einzelprojekt beträgt maximal 15.000,- Euro (brutto).

Formale Rahmenbedingungen

  1. Alle Formensprachen und Medien des aktuellen Kunstdiskurses sind erlaubt.
  2. Bedingung ist die Auseinandersetzung mit der beschriebenen Thematik.
  3. Aussagen zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Standort sowie den formalen und inhaltlichen Bezügen des jeweiligen Denkmals/Erinnerungsorts müssen getroffen werden.
  4. Die einzureichenden Projekte sind ausschließlich temporär.
  5. Aussagen zu Vermittlungs- und Kommunikationsstrategien sind nötig.
  6. Die Organisation und Durchführung der Kunstprojekte sowie das Genehmigungsverfahren erfolgt durch die Künstler*innen.

Wie bewerbe ich mich?

Für eine Bewerbung wird benötigt:

  1. Schriftliches Kunstkonzept (Text maximal 2 DIN-A4-Seiten, grafische Illustration max. 3 DIN-A4-Seiten)
  2. Angaben zum Beginn und zur Laufzeit/Dauer des temporären Kunstprojekts
  3. Aussagen zum Standort / zu Standorten
  4. Kostenkalkulation (Kostenschätzung)
    4.1  Projekt- und Betriebskosten: Planung, Realisation, Betreuung, Versicherungen etc.
    4.2  Künstler*innenhonorare
    4.3  Kommunikationsmaßnahmen und Vermittlung.
  5. Kurzbiographie (maximal 1 DIN-A4-Seite)

Einreichungen ausschließlich per E-Mail

Bitte reichen Sie Ihre Projektanträge als PDF per E-Mail ein. Die Dateigröße der Bewerbung darf nicht mehr als 10 MB umfassen. Senden Sie Ihren Projektantrag an die E-Mail-Adresse kunst-wettbewerb@muenchen.de. Sollte Ihnen dies nicht möglich sein, senden Sie bitte Ihre Bewerbung an folgende Adresse:


Kulturreferat der Landeshauptstadt München
Abt. 1 - Kunst im öffentlichen Raum
Burgstraße 4
80331 München

Bewerbungsfrist

Einsendeschluss ist Freitag, 19. November 2021.

Wie geht es weiter?

Ein Auswahlgremium im Kulturreferat wird zeitnah eine Entscheidung über die zu realisierenden Kunstprojekte treffen. Sie werden über Zu- und Absagen etwa zwei Monate nach Ende der Bewerbungsfrist informiert.
Das Kulturreferat behält sich das Recht vor, die eingereichten Vorschläge öffentlich zu präsentieren. Mit der Teilnahme am Wettbewerb erklären Sie sich damit einverstanden und treten die Nutzungsrechte (print und online) an Texten und Abbildungen beschränkt für diesen Zweck an das Kulturreferat ab.

Kontakt

Haben Sie Fragen vor der Einreichung Ihrer Bewerbung? Melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie gerne.

Dr. Daniel Bürkner
daniel.buerkner@muenchen.de

Nicola Harenberg
nicola.harenberg@muenchen.de

Kerstin Möller
kerstin.moeller@muenchen.de