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Stipendien für Musik 2014


Jurybegründungen

Musikstipendien der Landeshauptstadt München 2014 und Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis für Musik 2014

Musikstipendien

Komalé Jonathan Akakpo

Komalé Akakpo bewarb sich für das Stipendium für Musik der Landeshauptstadt München mit dem Projekt der Weiterentwicklung des Hackbretts, er selbst nennt es “Hackbrett XL, Versuch einer Horizonterweiterung”. Auf seine Initiative hin wird in Zusammenarbeit mit dem Hackbrettbauer Klemens Keitsch eine Sonderanfertigung des Hackbretts entstehen, die den Tonumfang des Instruments erweitert: spielbar wird der Umfang vom Großen C bis zum fünfgestrichenen c, damit umfasst er zukünftig sechs Oktaven. Durch die Wahl der Vollholzbauweise lässt sich außerdem das Klangvolumen verbessern. Gleichzeitig wird ein sechselementiges Nanoflex-Tonabnehmersystem eingebaut, um auch mit elektrischer Verstärkung spielen zu können und zu ermöglichen, die verschiedenen Register des Hackbretts einzeln anzusteuern.

Komalé Akakpo möchte mit den neuen, erweiterten Möglichkeiten seines Instruments Interesse bei verschiedensten Komponisten im In- und Ausland wecken und Auftragskompositionen vergeben. Diese Auftragswerke wird er in mehreren Konzerten vorstellen. Komalé Akakpo gilt als äußerst kreativer Musiker, er erfand für das Spielen des Hackbretts während seines Studiums die Vierschlägeltechnik und wendet diese seither in Konzerten und Aufnahmen an. Dadurch erweiterte er die Spieltechnik des Instruments und stieß damit auf großes Interesse bei Komponisten und Musikern. Die Jury ist davon überzeugt, dass auch seinem neuen Vorhaben “Hackbrett XL, Versuch einer Horizonterweiterung” Erfolg beschieden sein wird, und spricht sich dafür aus, ihn mit einem Stipendium der Landeshauptstadt München auszuzeichnen.

Monika Roscher

Hart prallen die Genres aufeinander, abrupt sind die Übergänge, aber so natürlich und selbstverständlich, dass es kaum anders vorstellbar wäre: Song, Rock, Jazz, Folk, Happening. Wenn die Bandleaderin Monika Roscher singend mit ihrer Gitarre in bester Liedermacher-Tradition an der Rampe steht, blitzt die Big Band-Geschichte auf vom Cotton Club bis zu den Musikerkollektiven des Freejazz; die gegensätzlichen Spielarten aktueller Popmusik sind kein Tabu, sondern eingebettet in komplexe kompositorische Strukturen. Hier passiert jenseits von Fusion, Crossover oder sonstigen Etikettierungen etwas Neues, Belebendes, gleichzeitig Unterhaltsames wie Anspruchsvolles, das von München aus schon nach kurzer Zeit weit über die Stadtgrenzen hinaus auch international Aufsehen erregt und bereits im maßgeblichen amerikanischen Jazz Magazin down beat seinen Widerhall gefunden hat.

Alles an dieser jungen Big Band, die Monika Roscher mit Absolventen und Studenten der Jazzabteilung der Hochschule für Musik und Theater München gegründet hat, ist höchst professionell: Die Kompositionen und Arrangements, das „unglaubliche Spiel-Niveau“ (FAZ) ebenso wie die gesamte Organisation. Monika Roscher hält die Fäden in der Hand und verantwortet nahezu alles im Alleingang. Dass eine Big Band trotz großer Erfolge sich finanziell nicht tragen kann und vor allem von der Leidenschaft und dem Einsatz aller Beteiligten lebt ist kein Geheimnis. Mit dem Musikstipendium will die Landeshauptstadt München Monika Roscher ein weiteres Mal bei einem qualitativ äußerst vielversprechenden Projekt ihrer Big Band unterstützen, um diesen außergewöhnlichen Erfolg nachhaltig zu festigen.

Diana Syrse Valdés Rosado

Frisch, originell, stilpluralistisch, undogmatisch und interkontinental: Die Jury war sich einig, dass die Musik des noch jungen Münchner Ensembles „Breakout“ in München ein Publikum finden wird. Daher hält sie das Vorhaben der Mitgründerin und Leiterin des Musikerkollektivs, der Sängerin und Komponistin Diana Syrse Valdés Rosado, noch im Jahr 2014 zwei weitere Konzerte mit dem und für das Ensemble zu organisieren, für preiswürdig und empfiehlt die Vergabe eines Musikstipendiums an sie.

Valdés Rosado stellt für ihr Vorhaben ein Kammerkonzertprogramm aus Kompositionen der Ensemblemitglieder zusammen. Dazu kommen zwei Uraufführungen von Komponisten, die zu den Gewinnern des diesjährigen Wettbewerbs „International Call for Scores“ zählen. Das Konzert trägt den Titel „Breakout Ensemble – Grenzenlos“ und wird im Dezember präsentiert. Ein Theaterregisseur soll das Konzertevent inszenieren, und gleichzeitig werden Video- und Audioaufnahmen entstehen, die dazu beitragen sollen, das stilistisch breit aufgestellte Ensemble einer größeren Öffentlichkeit bekanntzumachen.

Das „Breakout Ensemble“ ist sowohl ein Vokal- als auch ein Instrumentalensemble und hat zeitgenössische Musik, aber auch Fusion, Weltmusik und Popmusik im Repertoire. Es stellt eine der vielversprechendsten jungen Initiativen dar, die das Münchner Musikleben momentan bereichern. Die interdisziplinären Konzertprojekte von Diana Syrse Valdés Rosado und „Breakout“ sind ein bemerkenswerter Versuch, Neue Musik einem größeren Publikum zu vermitteln, ohne künstlerische Kompromisse einzugehen.

Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreise für Musik 2014

Sophie Mefan

Sophie Mefan ist 18 Jahre alt und schreibt in ihrer Bewerbung: " Mich fasziniert es, wie viel ich bisher allein durch meine Musik schon erreichen konnte und wie die Musik Menschen verändern und bewegen kann." Musik hat in ihrem Leben schon immer einen sehr großen Platz eingenommen. Der Geigenunterricht im Alter von sechs Jahren wurde bald schon durch Tanz und Gesang ergänzt, es folgten Klavierunterricht und erste Wettbewerbsteilnahmen. 2010 und 2012 war sie Bundespreisträgerin des Wettbewerbs "Jugend musiziert" in der Kategorie "Gesang Pop" und 2012 in der Kategorie "Musical". 2010 war sie Solistin beim Benefizkonzert der BR Sternstunden und im März 2014 Preisträgerin des Musicalwettbewerbs "Junge Stars Fürstenfeld".

Sophie Mefan hat ihre Ziele ebenso klar vor Augen wie die Schritte, die zu deren Erreichen notwendig sind. Mit ihrem Talent und einer gesunden Portion Ehrgeiz, Fleiß und Willenskraft arbeitet sie daran, „ihrem Traum einen Schritt näher zu kommen“. Um ihre musikalische Ausbildung zu fördern, empfiehlt die Jury die Vergabe eines Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreises an die junge Sängerin. Frau Mefan wird damit, als Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfungen im Herbst und Frühjahr, den langersehnten Sommer-Workshop in Wien bei Musikhochschuldozentin Noelle Turner besuchen und an dem zweiwöchigen Musicalworkshop der Joop-van-den-Ende-Academy Hamburg teilnehmen.

Katarina Schmidt

Katarina Schmidt, geboren 1993 in München, spielt bereits seit ihrem dritten Lebensjahr Violoncello. Seit 2008 studiert sie an der Musikhochschule München bei Prof. Wen-Sinn Yang - zunächst als Jungstudentin, inzwischen im Regelstudium. Bereits mit zehn Jahren gab sie ihr Debüt als Solistin mit Orchester und hat seitdem viele öffentliche Auftritte, unter anderem auch im Münchner Herkulessaal, absolviert. Zahlreiche erste Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ sowohl in der Solo- als auch in Duowertung begleiteten ihren weiteren Werdegang, 2010 konnte sie beim Bundeswettbewerb den 1. Platz mit Höchstpunktzahl in der Solowertung erreichen. 2013 erhielt sie beim Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb im Fach Cello den Sonderpreis für die beste Interpretation des Auftragswerkes von Manfred Trojahn. Ihre Ausbildung ergänzt sie durch den regelmäßigen Besuch von Meisterkursen bei renommierten Solisten wie Heinrich Schiff und Natalia Gutman.
Aufgrund der außergewöhnlichen Begabung, die aus den der Bewerbung beigefügten Aufnahmen erkennbar ist, sowie durch ihren Elan, der sich in ihren vielfältigen Kammermusikaktivitäten zeigt, konnte sie die Jurorinnen und Juroren für sich gewinnen. Die Jury möchte die junge Cellistin auf ihrem weiteren künstlerischen Weg unterstützen und schlägt sie für einen Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis vor.

Jurymitglieder

Der Jury gehörten an: Judith Egger (Stipendiatin 2012), Sabine Liebner (Musikerin), Andreas Kolb (Musikjournalist), Maria-Luise Mayr (Festivalleiterin), Thomas Schmölz (Musikproduzent), Edmund Wächter (Musiker) und aus dem Stadtrat Kathrin Abele (SPD), Beatrix Burkhardt (CSU), Thomas Niederbühl (Die Grünen/Rosa Liste), Marian Offman (CSU) und Dr. Constanze Söllner-Schaar (SPD).