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Einnischung


Foto einer Armenbehausung in Brasilien  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Sandra Filić

Eine Ausstellung in der Artothek & Bildersaal vom 9. September bis 15. Oktober 2016

Mit der Ausstellung Einnischung präsentiert Sandra Filić Werke, die sich übergreifend mit dem Themenkreis Behausung als soziokulturelle Kategorie befassen. „Behausung“, im Allgemeinen begrifflich definiert als geschützter, überdachter Ort, nähert sich die Künstlerin mit differenzierten Fragestellungen an, um unterschiedliche Bedeutungsebenen auszuloten.

Mit der materiellen Ebene von Behausung befasst sich Filić in einer zeichnerischen Arbeit, die bauliche Strukturen brasilianischer Favelas als abstrakte, architektonische Größe darstellt. Hierbei sticht die konsequente Konzentration auf die strukturelle Ästhetik der Favelas als Baukörper und die vordergründige Auslassung aller soziologischen Bedeutungsebenen ins Auge. Doch will die Künstlerin überhaupt leicht zu konsumierenden Sinnangebote über die  Lebenssituation der Bewohner und Erbauer der Favelas bieten?
Behausung als Versteck, Rückzugs- oder aber auch Sehnsuchtsort behandelt die Künstlerin in einer Objektarbeit, die frei im Ausstellungsraum schwebt. Ist dieses Gebilde als Baumhaus zu deuten, das Obdach und Sicherheit bieten soll oder weist das Schweben und das güldene Schimmern eher auf ein unerreichbares Arkadien hin?
Die ideelle Bedeutungsebene von Behausung als Lebensentwurf zeigen die fünf filmischen Arbeiten des Werkzyklus Modelle der Wirklichkeit, in der  Filić mittels re-enactment die Lebenswelten verschiedener, vordergründig am Rande der Gesellschaft stehender Individuen präsentiert. Behausung ist in diesem Zusammenhang als Begriff für die Besetzung soziokultureller Nischen zu verstehen. Die unterschiedlichen Lebensentwürfe stellen Formen einer jeweils spezifischen Auseinandersetzung und Interpretation des Spannungsfelds zwischen Individuum und Gesellschaft dar. Sie sind – biologisch gesprochen – Einnischungen, Formen der Anpassung an die Umwelt und Überlebenstaktiken.

Sandra Filić (geboren 1974 in Nasice, Kroatien) hat an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert und 2007 ihr Diplom als Meisterschülerin von Magdalena Jetelova abgelegt.
Filić arbeitet mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Skulptur, Video, Performance etc. Ihre spezifische, postkonzeptionelle Herangehensweise definiert dabei jedoch konsequenterweise, dass die intendierte Aussage ihrer Kunstwerke grundsätzlich autonom vom eingesetzten Medium ist.

Vernissage: Donnerstag, 8.9.2016, 19 Uhr, Begrüßung: Tina Hudelmaier, Kunsthistorikerin

Finissage und Künstlergespräch zur Langen Nacht der Museen: Samstag, 15.10.2016, ab 19 Uhr

Artothek & Breakfast: Samstag, 24.9.2016, 11 Uhr

Kontakt
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Artothek & Bildersaal

Rosental 16
80331 München

Postanschrift:

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Artothek & Bildersaal
c/o Münchner Stadtmuseum

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Öffnungszeiten:

Mittwoch und Freitag:
14:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag:
14:00 - 19:30 Uhr
Samstag: 9:00 - 13:00 Uhr

Eintritt frei