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Falsche Rücksichtnahmen


Foto eines Paares; Mensch im Tigerkostüm hat seinen Arm um eine Frau gelegt.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Foto: Thomas Splett

Verena Seibt und Thomas Splett

Eine Ausstellung in der Artothek & Bildersaal vom 18. September bis 21. Oktober 2017

Das Ladenfenster der Artothek gewährt Einblick in eine zwitterhafte Behausung, einen halb geschlossenen Raum im Raum, der zu den Öffnungszeiten durch die Kulissen hindurch betreten werden kann. Auf und unter dieser skulpturalen Bühne mit Merkmalen eines Tiergeheges, aber auch von Kinderspielplätzen oder modernem Wohninterieur, präsentieren Verena Seibt und Thomas Splett Situationen der Wechselbeziehungen und Verwechslungen von Frau und Mann, Mensch und Tier, in denen sie (vermeintlich) typische Verhaltensmuster und Erscheinungsweisen in ihren Mehrdeutigkeiten erforschen und neu kontextualisieren.

Dabei orten Seibt und Splett “Falsche Rücksichtnahmen” nicht nur im Beziehungsalltag zwischen Partnern, sondern insbesondere im spielerischen Austausch von Rechtfertigungen geschlechterspezifischen Verhaltens mit Bezug auf animalische Wurzeln. Experimentelle Versuchsanordnungen zum Genderanimalomorphen kondensieren sich in der Ausstellungssituation in Videos, die eigene Aufführungen mit Youtubematerial schneiden, in Objekten aus dem Laktationszyklus und Fotografien von Schnittstellen.

Im Hinblick auf Gesten, Materialitäten und Bilder stellt sich die Frage des sozial konstruierten Geschlechts: wie natürlich kann sein, was künstlich ist?

Das gemeinsame Vorhaben, in dessen Rahmen die Arbeiten dieser Ausstellung entstanden sind, schließt einige Themen und Interessen der Künstlerin und der Künstlers wie Tierinnerlichkeit, Paarbeziehung und Rollenverhalten zusammen. Es wurde mit dem Projektstipendium der Landeshauptstadt München für Bildende Kunst 2016 gefördert.

Zur Eröffnung am Sonntag, den 17. September, 15 Uhr, spricht Alix Stadtbäumer, Artothek. Am Mittwoch, den 11. Oktober, 19 Uhr, findet ein Künstlergespräch zwischen Prof. Dr. Maria Muhle, Verena Seibt und Thomas Splett statt. Bei der „Langen Nacht der Münchner Museen“ am 14. Oktober ist die Ausstellung bis 2 Uhr geöffnet.

Verena Seibt, 1980 geboren, studierte ab 2001 an den Kunstakademien München und Wien und hängte 2011 ein Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule der Medien in Köln an. Neben ihren Einzelprojekten ist Verena Seibts künstlerische Arbeit stark von Kooperationen geprägt, zuletzt im Duo Stracke & Seibt mit einem Beitrag zur EmscherKunst2016 und dem caspa hausa collective auf der Cologne Fine Arts, Köln. Sie ist seit 2012 künstlerische Mitarbeiterin an der Akademie der Bildenden Künste München.

Thomas Splett, 1975 geboren, arbeitete nach Philosophiestudium und Promotion als Wissenschaftler an unterschiedlichen Forschungseinrichtungen. Ab 2004 studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München und absolvierte 2011 als Meisterschüler von Günther Förg sein Diplom mit Auszeichnung. Thomas Splett hat zuletzt ausgestellt und agiert u.a. bei Frischluft tanken/Schorfheide Berlin, im Kunsthaus Wiesbaden, der Shedhalle Tübingen und dem Kunstraum München.

Kontakt
Landeshauptstadt München

Artothek & Bildersaal

Rosental 16
80331 München

Tel.:
Postanschrift:

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Artothek & Bildersaal
c/o Münchner Stadtmuseum

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Öffnungszeiten:

Mittwoch und Freitag:
14:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag:
14:00 - 19:30 Uhr
Samstag: 9:00 - 13:00 Uhr

Eintritt frei