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Musikpreis 2015 an Dusko Goykovich


Jurybegründung

Seit 1968 lebt der Trompeter Dusko Goykovich in München und entwickelte sich über die Jahre zu einer Autorität des europäischen und internationalen Jazz. Obwohl als Mensch so bescheiden, dass man ihn kaum über sich oder seine Kunst reden hört, sind seine musikalische Urteilskraft und gestalterische Präzision längst legendär. Stilistisch selbst ein Kind der gemäßigten swingboppenden Moderne, beschäftigte er sich neben dem klassischen Jazz-Repertoire ausführlich mit der Verknüpfung von improvisierender Musik und den Klangtraditionen des Balkans. Während der vergangenen Jahrzehnte wirkte Goykovich vor allem im europäischen Raum und in Japan. Er gilt als Souverän aller Spielklassen, dem es bei aller Virtuosität und musikalischer Kompetenz trotzdem niemals wichtig war, als der Weltstar gefeiert zu werden, der er eigentlich ist. Und er ist lässt es sich weiterhin auch mit 83 Jahren nicht nehmen, regelmäßig mit seiner Trompete in Münchner Clubs oder an der Hochschule zu erscheinen, um die anderen an seiner Kunst und seinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Im bosnischen Jajce 1931 geboren, lernte Dusko Goykovich die Trompete zunächst im folkloristischen Umfeld seiner Heimat kennen und studierte Anfang der fünfziger Jahre Musik und Philosophie an der Musikhochschule von Belgrad. Bald darauf zog er nach Deutschland und fand schnell Anschluss an die Live-Szene. Mit einem weiteren Studium in Boston verfeinerte Goykovich seine Kunst und knüpfte Kontakte zu berühmten Bandleadern wie Woody Herman und Maynard Ferguson, in deren Bands er Karriere machte. Zurück in Deutschland, zog er 1968 nach München und gehört seitdem als prägende Persönlichkeit der internationalen Jazzszene zu den Katalysatoren der heimischen Musikwelt. Denn zum einen setzte Dusko Goykovich durch seine melodiebezogene, kantable und gestalterisch subtile Spielweise Maßstäbe sensibler und zugleich pointierter modernjazziger Gestaltung. Darüber hinaus gründete er kurz nach seiner Ankunft in der Stadt seine Munich Big Band als Talentschmiede und Treffpunkt einheimischer Musiker, betreute von 1987 an sieben Jahre lang das Landesjugendjazzorchester und unterrichtete an Jazzschulen in München und Bern. Seine Arrangements sind Klassiker des Orchesterjazz, seine Aufnahmen mit eigenen Bands regelmäßig Kandidaten für Jazz Awards. Bei allen Erfolgen aber geht es dem 83-jährigen Virtuosen und noch immer rege aktiven Meister der improvisierenden Eleganz vor allem darum, Menschen mit seiner Kunst zu bewegen. Und das macht Dusko Goykovich zu einem der Großen der Musikwelt.”

Der Jury unter dem Vorsitz von Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers gehörten an:
Christiane Böhnke-Geisse (Jazzclub Unterfahrt, Preisträgerin 2012), Ralf Dombrowski (Medienbüro Ralf Dombrowski), Dr. Meret Forster (BR Klassik), Andreas Kolb (nmz – neue musikzeitung), Mark Sattler (LUCERNE FESTIVAL), Jörg Süßenbach (Goethe-Institut) und aus dem Stadtrat Marian Offman und Richard Quaas (CSU-Fraktion), Horst Lischka und Julia Schönfeld-Knor (SPD-Fraktion) sowie Thomas Niederbühl (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/Rosa Liste).