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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Vergabe der Popmusik-Programmförderung 2022


Jurybegründungen

Leonhard Bauer: Radio 80000 Sommerfest

Eine gut sichtbare und nachhaltig vernetzte elektronische Veranstaltungsszene ist wesentlicher Bestandteil für das Ökosystem eines gesunden Nachtlebens. Radio 80000 agiert dabei im elektronisch-musikalischen Kosmos der Stadt München als Umschlagplatz und Anker, es übernimmt eine tragende Rolle für alle Entwicklungen, die neu und interessant sind und macht diese sichtbar und hörbar. Im Zentrum steht das Hören, das Erkunden und darüber hinaus der konsequente Austausch. Es geht um den gemeinsamen Diskurs und das Neuentdecken, das Teilen und das gemeinsame Weiterentwickeln. Die Plattform Radio 80000 ist eine Plattform für die lokale Szene und stärkt den Kulturstandort München in den Jahren ihres Bestehens wesentlich.

Die Umsetzung eines kostenfreien Sommerevents im Innenhof des Stadtmuseums ermöglicht  allen Menschen der Stadtgesellschaft einen barrierefreien Zugang zu einem anspruchsvollen und diversen popkulturellen Programm. Das Radio 80000 Sommerfest schafft es, gleichermaßen lokale Bezüge zu zeigen als auch überregionale Strahlkraft zu entwickeln. Diese Qualitäten und Ansätze waren ausschlaggebend für die Jury, die Plattform Radio 80000 und insbesondere ihr Sommerfest zur Förderung vorschlägt.


Matthieu Chladek: Frictions

Matthieu Chladek, Magdalena Jooss und Max Westphal haben in ihren bisherigen Kunst-, Musik- und Ausstellungsprojekten immer schon große Lust an der Bespielung neuer, ungewöhnlicher Räume und an der Suche nach spannenden Offspaces gezeigt. Mit „Frictions“ wollen sie diesen Weg konsequent weitergehen. Die im Rahmen der Reihe geplanten Konzertabende mit Münchner und auswärtigen Acts werden halböffentliche Räume bespielen – vom Hinterhof über ein Parkhaus bis hin zu einem Boxring, in dem zwei Bands aufeinander treffen. „Frictions“ erzeugt damit einen Dialog: zwischen Orten, zwischen musikalischen Acts, zwischen den Gästen der Konzertabende. Die Jury unterstützt das Suchen der Antragstellenden nach neuen Räumen und kreativen Reibungspunkten und empfiehlt „Frictions“ für die Programmförderung.

 

Graßl, Marcus: In Orbit

Die Konzertreihe „In Orbit“ von Marcus Graßl ist ein spannendes Format mit einem authentischen und von Herzblut getragenen Line-up. Die Auswahl zeigt, wie sehr sich Marcus Graßl der musikalischen Subkultur und dem Underground verschrieben hat: Der Musiker und Kulturschaffende überzeugt durch seine konstante und kompromisslose Arbeit in München. Mit dem Format „In Orbit“ kuratiert er eine Konzertreihe mit aufregenden Indie-Bands aus dem Ausland, insbesondere Kanada, und findet clevere Verknüpfungen zum Münchner Indie-Underground. Dass „Underground“ kein Mode-Attribut ist und nicht für schicke, Instagram-taugliche Off-Locations steht, ist Marcus Graßl bewusst: Seine Programme finden an mit Leidenschaft und Idealismus geführten Locations wie dem Heppel und Ettlich statt, also an Orten, die Besucher*innen ganz gezielt wegen der kulturellen Angebote abseits des Mainstreams aufsuchen.

„In Orbit“ von Marcus Graßl belegt einmal mehr die Innovationskraft der Münchner Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen und hat damit die Jury überzeugt.

Mann, Mira: Intimacy Quarterly

 Die Münchner Autorin, Poetin, Musikerin und Veranstalterin Mira Mann ist seit Jahren eine feste und wichtige Instanz in der Münchner (Pop-)Kulturszene, ob mit ihrer Band Candelilla, ihren Soloprojekten oder als Bookerin der Milla. Sie gestaltet die Münchner Kulturlandschaft auf und hinter den Bühnen der Stadt aktiv mit.

Mit ihrem neuen Projekt, der „Intimacy Quaterly“-Konzertreihe, die an vier Abenden in unterschiedlichen Räumen der Stadt stattfinden soll, tritt sie nun erneut als Veranstalterin und Kunstvermittlerin auf. Sie möchte mit dem Münchner Publikum hinter die Kulissen der Popkultur schauen, Schaffensprozesse sichtbar machen und einen inhaltlichen, aber auch gesellschaftlichen Diskurs zwischen Publikum und Künstler*innen ermöglichen.

Ihre Idee, kreative Prozesse aufzuspüren, zu veranschaulichen und diese intermedial zu dokumentieren wird die Münchner (Pop-)Kulturszene maßgeblich stärken und überzeugt die Jury.

Mitglieder der Jury

Der Jury gehörten an: Mehmet Birinci (Real München e.V.), Patrick Jung (Modular Festival), Christian Kiesler (Target Concerts), Alessa Patzer (Fachstelle Pop), Tobias Schneider (Amt für Kultur, Tourismus und Zeitgeschichte Dachau), Niko Strnad (Bang Bang! Concerts) und aus dem Stadtrat Mona Fuchs (Fraktion Die Grünen-Rosa Liste), Thomas Niederbühl (Fraktion Die Grünen-Rosa Liste), Sabine Bär (Fraktion der CSU), Roland Hefter (Fraktion SPD/Volt) sowie Hans-Peter Mehling (Fraktion ÖDP/FW).