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1914 | 2014. Die Neuvermessung Europas


Das Kraterfeld auf dem Marienhof im Juni 2014  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Eine Veranstaltungsreihe anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs

März bis Dezember 2014

Von März bis Dezember 2014 erinnerten 70 Institutionen mit rund 140 Beiträgen an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren. Das Programm „1914 | 2014. Die Neuvermessung Europas“ hatte das Ziel, die Rolle Münchens im europäischen Kontext besser zu verstehen. Mit den ungeheuren Umbrüchen am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen für die Gegenwart und Zukunft geschaffen.

Das Angebot war so breit und vielfältig wie das Spektrum der beteiligten Partner: Filme, Vorträge, Lesungen, Ausstellungen, Gespräche, Theater, Hörfunkbeiträge und nicht zuletzt künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum waren Teil des Programms. Viele Veranstaltungen wurden nur durch eine Zusammenarbeit mehrerer, auch internationaler Institutionen möglich. Die beteiligten Referentinnen und Referenten kamen aus 12 Ländern.

Sechs thematische Reihen waren Teil des Gesamtprogramms

Der Weg in die Ur-Katastrophe – die europäischen Großmächte 1890 bis 1914

Die Münchner Volkshochschule bot Vorträge zur Rolle Großbritanniens und Frankreichs, zur Situation im Deutschen Kaiserreich, zu den Entwicklungen in Österreich-Ungarn und zu Russlands panslawistischer Vision an.

Jüdische Kultur im Fin de Siècle

Das jüdische Leben um 1900 in der Reichshauptstadt Berlin, in Wien und Prag wurde an drei Abenden beleuchtet. Auch diese Veranstaltungen gehörten zu den Beiträgen der Münchner Volkshochschule. In weiteren Vorträgen der Offenen Akademie waren der Erste Weltkrieg, seine Vorgeschichte und die Folgen Schwerpunktthemen.

Friedensaktivistinnen des frühen 20. Jahrhunderts

Die biografisch ausgerichtete Reihe stellte die Schriftstellerin Bertha von Suttner, die Politikerin Clara Zetkin, die Chemikerinnen Gertrud Woker und Clara Immerwahr, die Juristin Anita Augspurg und ihre Lebensgefährtin, die Frauenrechtlerin Lida G. Heymann, die Künstlerin Käthe Kollwitz und die Politikerin Rosa Luxemburg vor. Die Veranstaltungen zeigten, wie gegenwartsnah ihre Einsichten sind und mit welchen Widerständen sie zu kämpfen hatten.

Erinnerung an Europa

Ausgehend von der Katastrophe des Ersten Weltkriegs und den Entwicklungen der letzten hundert Jahre beleuchteten das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, das Goethe Institut und weitere Partner den Stand und die Zukunft des „Projekts Europa“.

Kulturen der Gewalt. Der Erste Weltkrieg und die Künste

Vier wissenschaftliche Beiträge widmeten sich dem Bruch mit der bürgerlichen Kultur und Geschichte, den der Krieg auslöste. Er war gleichzeitig ein Aufbruch in neue künstlerische Entwicklungen in Bildender Kunst, Musik und Tanz. Die Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München hat renommierte Vortragende gewinnen können.

Formwandel. Gesellschaftliche Dynamiken 1914 – 2014

Soziologie trifft Geschichte: In der Ludwig-Maximilians-Universität fanden Salonabende und multimediale Vorträge statt, die die gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten 100 Jahre aufgriffen. Die Themenschwerpunkte waren Technologie, Geschlechterordnung, Soziales, Mode, Arbeit, Urbanität, Geschwindigkeit und Natur als Fluchtpunkt der Moderne.

Ausstellungen & Kunst

Das Literaturhaus München zeigte die Ausstellung „Robert Musil und der Erste Weltkrieg“. Tagebücher, Briefe und persönliche Gegenstände veranschaulichten die Stationen des Schriftstellers bei militärischen Einsätzen.
Das Jüdische Museum München zeigte die Ausstellung „Krieg! Juden zwischen den Fronten 1914 – 1918“.
Weitere Ausstellungen waren in der MVHS, in der Seidlvilla, im Stadtarchiv, im Haidhausen Museum, im Tschechischen Zentrum, im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, im Sudetendeutschen Haus, im Pädagogischen Institut, im Architekturmuseum der TU München, im Generalkonsulat der Republik Polen, im Gewerkschaftshaus und im Valentin-Karlstadt-Musäum zu sehen.

Kunstprojekte

„Kunstprojekte im öffentlichen Raum“: Anna McCarthy, Martin Schmidt, Emanuel Günther (Dompteur Mooner), Susanne Wagner und Silke Witzsch realisierten Kunstprojekte auf Münchner Plätzen, auf Straßen in der Innenstadt und in historischen Gebäuden.

Theater

Das Residenztheater und die Schauburg, das Theater der Stadt für Kinder und Jugendliche, hatten Stücke auf dem Spielplan, die sich explizit auf den Ersten Weltkrieg bezogen.

Studienfahrten

Exkursionen führen nach Verdun und nach Bosnien-Herzegowina mit Sarajevo und Mostar.