Top
Logo der Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Münchner Amoklauf - Erinnerungsort


Der Ginko Baum und der Ring mit den Portraits der Opfer  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Das Gedenk-Ensemble nach dem Entwurf der Künstlerin Elke Härtel
© Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Kunstwerk „Für Euch“ von Elke Härtel

Am 22. Juli 2017, genau ein Jahr nach dem Münchner Amoklauf, übergab Oberbürgermeister Dieter Reiter das Denkmal „Für Euch“ von Elke Härtel an der Hanauer Straße 77 in Moosach an die Öffentlichkeit.

In Anwesenheit von Ministerpräsident Horst Seehofer und Landtagspräsidentin Barbara Stamm sowie Angehörigen der Todesopfer und von damals schwer Verletzten wurde an den Tag erinnert, der ganz München erschütterte. Unter den geladenen Gästen waren auch Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei und Sanitätsdiensten, die damals rund um das Olympia-Einkaufszentrum im Einsatz waren.

Die Künstlerin Elke Härtel hat das Gedenkensemble „Für Euch“ gestaltet. Ihr Entwurf wurde im Rahmen eines geladenen Kunstwettbewerbs der Stadt München und in enger Abstimmung mit den Angehörigen der Todesopfer realisiert. „Für Euch“ besteht aus einem 2,50 Meter hohen Edelstahlring, der sich auf 3,30 Metern Breite um einen Ginkgo-Baum auf einer Grünfläche legt und in den Boden sinkt. Das kreisrunde Fundament reicht in den Gehweg hinein und öffnet sich zum öffentlichen Raum hin. Die verbindende Form eines Rings und der Ginkgo als Lebensbaum und Heilpflanze stehen als Ensemble für die Verbundenheit mit den Getöteten, die hier verwurzelt waren. Auf dem Ring sind die Namen und Portraits aller neun Todesopfer angebracht.

„Es gehört zu den schwierigsten Aufgaben, mit der Trauer und Fassungslosigkeit, mit der Erinnerung und den vielen unbeantworteten Fragen angemessen umzugehen. Elke Härtel hat einen Erinnerungsort entworfen, der Gedenken und Trauer zulässt und zugleich Hoffnung gibt. Denn in schweren Zeiten gilt es, zusammenzustehen und die zu unterstützen, denen großes Leid widerfahren ist“, so Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München.

„Das Kunstwerk ‚Für Euch‘ steht für Verbundenheit, Gemeinsamkeit, Unendlichkeit und Ewigkeit. Ich habe die Form eines Rings gewählt, da er diese Werte symbolisiert. Mir war es wichtig, dass ein Ort entsteht, der an einer stark frequentierten Stelle ein Innehalten und Erinnern möglich macht. Dort sollen auch weiterhin Blumen und individuelle Erinnerungszeichen abgelegt werden können“, so die Künstlerin Elke Härtel.

Der Münchner Stadtrat hatte am 29. Juli 2016 die Errichtung eines Gedenkortes angeregt. Damit zeitnah ein würdiger und auch besinnlicher Platz entstehen kann, wurde auf Beschluss des Ältestenrates im November 2016 unter Federführung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München ein Gestaltungswettbewerb für ein Gedenk-Ensemble mit geladenen Künstlerinnen und Künstlern ausgelobt. Für den Wettbewerb wurden sieben umsetzungsreife Vorschläge eingereicht. Der Ältestenrat des Münchner Stadtrats hatte dann am Freitag, 10. Februar, der Empfehlung der Arbeitsgruppe Gedenken am OEZ und der Auswahl durch die Angehörigen der Todesopfer dem Entwurf „Für Euch“ von Elke Härtel zugestimmt.

Elke Härtel  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Die Künstlerin Elke Härtel
© Katharina Weishäupl

Vita von Elke Härtel

Geboren 1978 in Erding, Holzbildhauerin, Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der Akademie der Bildenden Künste München, Meisterschülerin von Prof. Stephan Huber, Auszeichnungen – unter anderem erster Preis der Danner-Stiftung, Stipendium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Debütantenpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Ausstellungen unter anderem im Lenbachhaus in München, in Kooperation mit dem Museum Wiesbaden, im Diözesanmuseum Freising, Kunst im öffentlichen Raum - unter anderem im Rahmen des Programms Quivid der Landeshauptstadt München, Projekte im Auftrag des Erzbistums München, Beitrag zu RischArt in München.

Aktuell: Skulpturenprojekt und gleichnamige Publikation „Rapunzel“ in Zusammenarbeit mit Petra Giloy-Hirz und Hirmer Verlag. Weitere Infos über die Galerie MaxWeberSixFriedrich München.