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Erinnern an das Oktoberfest-Attentat


Das Foto zeigt die Dokumentation des Oktoberfest-Attentats an der Theresienwiese.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Tobias Hase

Dokumentation Oktoberfest-Attentat wurde am 26. September 2020 eröffnet

Auf der Theresienwiese wird erinnert sein 26. September 2020 ein skulptural gestalteter Informationsort an das Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980.

Er wurde gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt. Damit wird der schwere rechtsterroristische Anschlag am Ort des Geschehens noch sichtbarer in das Gedächtnis der Stadtgesellschaft zurückgerufen.

Gemeinsam mit Überlebenden und Angehörigen von Todesopfern des Attentats hatte das Kulturreferat bereits eine Gedenktafel für das Münchner Rathaus entworfen, die am 4. Mai 2018 der Öffentlichkeit übergeben worden war. Bereits seit Längerem gibt es eine städtische Broschüre, die das Attentat und seine Hintergründe beleuchtet.

„Es ist bald vierzig Jahre her, dass München vom größten Terroranschlag der Bundesrepublik betroffen war. Wir wissen, dass ein rechtsextremes Tatmotiv dahinter stand. Bis heute wirkt die Vergangenheit nach. Vor allem die Betroffenen haben mit der Tat und ihren Folgen zu kämpfen. Mir ist es wichtig, dass wir in Zeiten erstarkender rechtspopulistischer Tendenzen daran erinnern, wie menschenfeindlich solche Ideologien sind. Und dass wir konkret und namentlich derer gedenken, die sterben mussten oder verletzt wurden“ so Oberbürgermeister Dieter Reiter.

„Wir wollen an die vielen Betroffenen des Oktoberfest-Attentats erinnern und dabei die durchaus verschiedenen Vorstellungen von Überlebenden möglichst gut aufnehmen. Das kann nur im Gespräch  gelingen, daher stehen wir seit längerem im Austausch. Gemeinsam wurde ein gestalterischer Ansatz gefunden, der das individuelle Gedenken mit allgemeinen Informationen zum Ereignis in Verbindung bringt“, erläutert Kulturreferent Anton Biebl das Vorgehen.

Seit 2015 werden im Rahmen eines stadtgeschichtlichen Forschungsprojekts des Kulturreferats die Schicksale, Lebens- und Leidensgeschichten der vom Attentat Betroffenen dokumentiert. Aus deren individuellen Erzählungen hat sich im Gesamtbild gezeigt, dass viele Familien bis heute mit den Folgen konfrontiert sind. In Kooperation mit der Fachstelle für Demokratie hat das Kulturreferat daher die Bedürfnisse der Opfergruppe zusammengetragen. Dies führte zur Entscheidung des Stadtrats, einen Fonds in Höhe von zunächst 50.000 Euro für die Betroffenen einzurichten, um vor allem die Auswirkungen von Spätfolgen abzumildern. Gemeinsam wurde auch überlegt, wie man das Oktoberfest-Attentat zeitgemäß in das kollektive Gedächtnis zurückholen kann. Ein adäquater Erinnerungs- und Informationsort nimmt nun Formen an und wird am 40. Jahrestag des Verbrechens an die Öffentlichkeit übergeben.

Lebensgroße Stelen, die die Silhouetten von Menschen zeigen mit integrierten Bildern und Texten, die Informationen zum Oktoberfest-Attentat beinhalten  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Michael Nagy

Die Gestaltung der Dokumentation

Der vom Gestaltungsbüro Müller-Rieger entwickelte Informationsort auf der Theresienwiese am historischen Ort widmet den mehr als 200 Betroffenen lebensgroße beleuchtete Silhouetten. Die Figurengruppen auf einer Fläche von 13 mal 19 Metern sind fünf Themeninseln zugeordnet.  Anhand von integrierten Bildern, Texten – analog und digital abrufbar – werden die Informationen zum Attentat vermittelt.

Der Ältestenrat des Münchner Stadtrats hatte das Projekt am 18. Oktober 2019 bereits positiv diskutiert. Anschließend wurde den Betroffenen das zustimmende Votum übermittelt, der Bezirksausschuss und weitere Beteiligte eingebunden. Das Kulturreferat verantwortete gemeinsam mit dem Baureferat und dem Büro Müller-Rieger die Bauplanung für die konkrete Umsetzung.