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Gedenken an das Oktoberfest-Attentat


Denkmal auf der Theresienwiese zur Erinnerung an das Attentat auf dem Oktoberfest am 26. September 1980  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Das Mahnmal auf der Theresienwiese
© Michael Nagy

In Erinnerung an den 26. September 1980

Das von dem Künstler Friedrich Koller geschaffene Denkmal am Haupteingang des Oktoberfests erinnert an das Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980. An diesem Freitagabend explodierte gegen 22:19 Uhr eine Bombe, die dort in einem Mülleimer deponiert war. Zwölf Menschen und der Attentäter wurden damals in den Tod gerissen, 211 weitere zum Teil schwer verletzt. Es war der schlimmste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Zweifel an der Alleintäterschaft

Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der 21-jährige Gundolf Köhler die Bombe baute und platzierte. Er starb selbst durch die Explosion. Köhler hatte Kontakt zu mehreren rechtsradikalen Gruppen, in deren Umfeld bereits 1980 ermittelt wurde. Den staatlichen Behörden galt er dennoch lange Zeit als Einzeltäter. Über die Jahre wurden immer wieder Zweifel an der Einzeltäterschaft Köhlers und den Ermittlungen laut, bis im Dezember 2014 das Ermittlungsverfahren zum Oktoberfest-Attentat wieder aufgenommen wurde. Es geht darum, neuen Hinweisen nachzugehen, sowie die damaligen Ermittlungen genau zu prüfen, um weitere Täter sowie mögliche Hintermänner aus rechtsextremistischen Kreisen zu ermitteln. Bis heute bestehen offene Fragen zu den Hintergründen des Attentats.

Das unbeachtete Leid der Opfer

Viele der Betroffenen, Angehörigen und Ersthelfer leiden bis heute physisch wie psychisch unter den Folgen des Erlebten. Das fortdauernde Leid blieb jedoch vielfach unbeachtet, wie auch das Attentat selbst allmählich in Vergessenheit geraten ist. Gedenken an einem Ort zwischen Bierzelten und Achterbahnen, ist nicht leicht. Der Terroranschlag mahnt uns zur Fürsorge und zu einem würdigen Gedenken. Daher ist es Ziel der Landeshauptstadt München, die Geschehnisse von 1980 und die Folgen für die Opfer stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.

Entstanden sind unter anderem eine Broschüre und ein Forschungsprojekt, das sich vor allem der Opferperspektive zuwendet. Seit September 2018 erinnert eine Gedenktafel am Neuen Münchner Rathaus, im Zentrum der Stadt, an die Betroffenen.

Gedenktafel zum Oktoberfest-Attentat im Prunkhof im Neuen Rathaus  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Die Gedenktafel am Neuen Rathaus
© Astrid Schmidhuber

Die Gedenktafel zum Oktoberfest-Attentat am Neuen Rathaus

Die Inschrift „Ihr unbeachtetes Leid mahnt uns zur Fürsorge. Rechtsextreme Taten fordern unsere Wachsamkeit. München erinnert an alle Betroffenen und Todesopfer des Oktoberfest-Attentats vom 26.09.1980“ wurde gemeinsam mit den Betroffenen entworfen. Damit wird nicht nur an das Terrorattentat erinnert; die Stadt macht auf das Leid der Betroffenen aufmerksam und bringt selbstkritisch und empathisch die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte und den in die Zukunft gerichteten Fürsorgeauftrag zum Ausdruck. Die zweisprachige, von dem Künstler Toni Preis gestaltete Gedenktafel, ist im Durchgang zum Prunkhof des Rathauses, rechts am Treppenaufgang, angebracht. Im Durchgang wird bereits mit Inschriften auf verschiedene Ereignisse in der Stadtgeschichte hingewiesen.

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Die Informationsbroschüre zum Oktoberfest-Attentat

Die Broschüre, unter dem Titel „26. September 1980 – Das Oktoberfest-Attentat“ in der dritten, überarbeiteten Auflage 2017 herausgegeben, informiert über die historischen Ereignisse und die aktuellen Entwicklungen. Sie ist im Infopoint Museen und Schlösser im Alten Hof erhältlich und als Download in deutscher und englischer Sprache abrufbar. Die Adresse und die Öffnungszeiten des Infopoints finden Sie am Ende der Seite.

Das Forschungsprojekt zum Oktoberfest-Attentat

Seit 2015 führt die Stadt ein Forschungsprojekt durch, das der Dokumentation der Lebensschicksale der Opfer des Oktoberfest-Attentats dient und dem Prozess des Verdrängens und Vergessens entgegenwirken soll. Das Kulturreferat führt dazu einen Dialog mit den Betroffenen. Die Realisierung der Gedenktafel durch das Baureferat ist ein erstes fruchtbares Ergebnis dieses Austausches.

Für weitere Informationen zum Forschungsprojekt auf der Basis von Zeitzeugeninterviews wenden Sie sich bitte an den Fachbereich Stadtgeschichte im Kulturreferat. Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Informationsbroschüre in gedruckter Form

Infopoint - Museen & Schlösser in Bayern

Alter Hof 1
80331 München

Öffnungszeiten:

Mo-Sa 10:00 bis 18:00
Sonn- und Feiertags geschlossen

Informationen zum Forschungsprojekt

Landeshauptstadt München

Abteilung 1
Bildende Kunst, Darstellende
Kunst, Film, Literatur, Musik,
Stadtgeschichte, Wissenschaft

Burgstraße 4
80331 München

Kontakt:
Dr. Sabine Schalm