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Erinnern an das Oktoberfest-Attentat


Das Foto zeigt die Dokumentation des Oktoberfest-Attentats an der Theresienwiese.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Die Dokumentation Oktoberfest-Attentat auf der Theresienwiese
© Tobias Hase

Das Attentat am 26. September 1980

Am 26. September 1980 explodierte um 22:20 Uhr direkt am Haupteingang des Oktoberfests eine Bombe. Zwölf Menschen und der Attentäter wurden damals in den Tod gerissen, 221 weitere zum Teil schwer verletzt. Es war der schlimmste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Der 21-jährige Gundolf Köhler, der die Bombe gebaut und platziert hatte, stand in Kontakt mit mehreren rechtsradikalen Gruppen. Ob er – wie lange unterstellt – als Einzeltäter gehandelt hat, ist bis heute unklar geblieben. Trotz der umfangreichen Ermittlungsarbeit konnten weder mögliche Mittäter überführt, noch die Herkunft des  Sprengstoffs geklärt werden. Im Gegensatz zu den Ermittlungen der 1980er Jahre bewertet die Bundesanwaltschaft den Anschlag  allerdings nicht länger als unpolitisch, sondern als eine  rechtsextremistisch motivierte Tat.

Die Broschüre „26. September 1980 – Das Oktoberfest-Attentat“ informiert über die Ereignisse und liegt inzwischen in der 4. Auflage vor. Sie ist im Infopoint Museen und Schlösser im Alten Hof erhältlich und als Download in deutscher und englischer Sprache abrufbar. Die Adresse und die Öffnungszeiten des Infopoints finden Sie am Ende der Seite.

Erinnerung an die Betroffenen

1981 wurde im Auftrag der Stadt München eine Gedenksäule des Bildhauers Friedrich Koller an der Stelle des Attentats errichtet. Sie besteht aus einer bronzenen Stele mit der Inschrift: „Zum Gedenken an die Opfer des Bombenanschlags vom 26.09.1980“ sowie den Namen der Getöteten. 2008 wurde die Gedenksäule um eine halbrunde, durchlöcherte Stahlwand erweitert, die die Streukraft der Bombe symbolisieren soll.

Im kollektiven Gedächtnis der Stadt sind die Geschehnisse kaum präsent. Jahrzehnte lang wurden sich die Betroffenen allein gelassen. Bis heute leiden sie psychisch und physisch an den Folgen des Attentats. Im Rahmen eines Zeitzeugen-Projekts, das die Stadt 2015 initiiert hatte, kam erstmals ein intensiver Dialog zustande. Gemeinsam wurden Formen des Erinnerns und Gedenkens diskutiert und auch ein Fonds für die Betroffenen initiiert, um die Spätfolgen des Attentats zu mildern.

Gemeinsam mit den Betroffenen hat die Stadt 2018 eine Gedenktafel am Neuen Rathaus angebracht. Sie trägt die Inschrift: „Ihr unbeachtetes Leid mahnt uns zur Fürsorge. Rechtsextreme Taten fordern unsere Wachsamkeit. München erinnert an alle Betroffenen und Todesopfer des Oktoberfest-Attentats vom 26.09.1980“.

Dokumentation Oktoberfest-Attentat am Haupteingang der Theresienwiese

Auf der Theresienwiese erinnert seit 26. September 2020 ein Informationsangebot an das Oktoberfest-Attentat. Damit wird der schwere rechtsterroristische Anschlag in das Gedächtnis der Stadtgesellschaft zurückgerufen.

Anlässlich des 40. Jahrestages im September 2020 wurde die „Dokumentation Oktoberfest-Attentat“ der Öffentlichkeit übergeben. Sowohl bei der Entscheidung für den gestalterischen Entwurf wie auch der Realisierung waren Überlebende aktiv beteiligt. Neben dem bestehenden Kunstwerk von Friedrich Koller soll die Ausstellung Besuchern ermöglichen, sich am Eingang der Theresienwiese über die Geschehnisse des 26. Septembers 1980 zu informieren und die Tragweite dieses Attentats aus Sicht der Überlebenden zu erfahren.

Mehr Informationen zum Informationsort

Informationsbroschüre in gedruckter Form

Infopoint - Museen & Schlösser in Bayern

Alter Hof 1
80331 München

Öffnungszeiten:

Mo-Sa 10:00 bis 18:00
Sonn- und Feiertags geschlossen

Kontakt für Betroffene

Abteilung 1
Bildende Kunst, Darstellende
Kunst, Film, Literatur, Musik,
Stadtgeschichte, Wissenschaft

Burgstraße 4
80331 München

Kontakt:
Dr. Sabine Schalm