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Erinnerungsort „Ehemaliges Zwangsarbeiterlager Neuaubing”


Baracke im ehemaligen Zwangsarbeiterlager Neuaubing mit einem „Einmannbunker” im Vordergrund  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Baracke mit einem „Einmannbunker” im Vordergrund
© Orla Conolly

Erinnerungsort im Westen Münchens

Auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers in Neuaubing entsteht ein Lern- und Erinnerungsort, der an das NS-Dokumentationszentrum angegliedert wird.

In der Zeit von 1942 bis 1945 waren hier mindestens insgesamt 1.000 Menschen, überwiegend russischer, ukrainischer, polnischer, französischer und niederländischer und italienischer Herkunft, untergebracht. Sie mussten im nahegelegenen Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Neuaubing schwere, Arbeiten verrichten. Die Menschen lebten räumlich beengt, ohne Privatsphäre und litten oft Hunger. Die massenhafte Verschleppung und Zwangsbeschäftigung ausländischer Arbeiterinnen und Arbeiter für die Kriegswirtschaft und den Profit deutscher Unternehmen war eines der zentralen Verbrechen des NS-Staats. Bis heute wird das Unrecht der Zwangsarbeit in der erinnerungspolitischen und -kulturellen Auseinandersetzung nur wenig berücksichtigt.

Das Barackenensemble ist eines der wenigen in Deutschland noch erhaltenen baulichen Zeugnisse der massenhaften Ausbeutung durch Zwangsarbeit. Auf dem Gelände sollen sich Besucherinnen und Besucher mit Rundgängen, Informationspunkten und pädagogischen Angeboten über die Geschichte des Ortes informieren können. Bereits 2015/16 wurde mit Schülerinnen und Schülern ein Audioguide zu dem Erinnerungsort Zwangsarbeiterlager Neuaubing erarbeitet. Ein Konzept für einen Ausstellungs- und Lernort ist derzeit in Bearbeitung.

Der drohende Abriss der baulichen Überreste an der Ehrenbürgstraße konnte 2009 verhindert werden. Das Ensemble wurde in die Denkmalliste eingetragen, ebenso die am ursprünglichsten erhaltene Baracke V. Sie wurde 2015 aus Mitteln des städtischen Kulturbaufonds baulich gesichert und das gesamte Gelände von der Landeshauptstadt München erworben. Ziel war es, dem Charakter des Einzeldenkmals gerecht zu werden und das historische Gebäude mit all den bisherigen Zeitschichten erfahrbar zu machen.