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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Förderpreis Tanz 2020


Förderpreis Tanz der Landeshauptstadt München 2020 an Moritz Ostruschnjak

Jurybegründung

Die Choreographien von Moritz Ostruschnjak sind blendende Spiegelung unserer Wirklichkeit, tagesaktuelle, bildhafte Kompositionen, die sich aus dem Jetzt in die Zukunft einschreiben.
Mit einer immer konkreter werdenden Bewegungssprache und einem sich zur Handschrift formenden Stil kreiert er stark definierte Arbeiten, die in aller Deutlichkeit sprechen, ohne dass man sie restlos begreifen kann. Die Logik seiner Stücke funktioniert anders – nicht im Sinne eines Rätsels, sondern schlicht, weil dem Choreographen die Wege und Methoden seines eigenen Schaffens oft selbst nicht vollkommen durchsichtig scheinen.
Seit 2013 arbeitet Moritz Ostruschnjak als Choreograph in München und setzt sich in seinem künstlerischen Prozess mit Phänomenen auseinander, die unsere Gesellschaft betreffen, an denen sie leidet und mit denen sie sich entwickelt: Der Mensch und sein Körper im digitalen Zeitalter, die Einsamkeit in einer Welt voller Kontakte oder die Beziehung von Euphorie und Gewalt.
Mit seinen choreographischen Ansätzen und Methoden schlägt er Verbindungen in die Welten, von und mit denen er spricht: Pick & Mix, Cut & Paste, kopieren, zitieren und verlinken. Dabei schafft er es, sich sowohl kritisch und politisch zu positionieren, als auch eine sinnlich konkrete Erfahrungswelt zu bauen, die großen Spaß macht.
Als Teil der Münchner Sprayer-Szene entwickelte Moritz Ostruschnjak sein Interesse für zeitgenössischen Tanz über Breakdance, studierte zunächst bei Iwanson International in München und daraufhin bei Maurice Béjart in Lausanne. Seit 2016 ist er Mitglied der Tanztendenz München e. V.. In den letzten Jahren ist er zu einem der Leuchttürme der Freien Tanzszene Münchens geworden und realisierte u. a. Stücke wie „Text Neck“, „BOIDS“, „UNSTERN“ und „AUTOPLAY“. Seine Arbeiten wurden bei der TANZWERKSTATT EUROPA und beim RODEO– Festival gezeigt, die Produktion „UNSTERN“ wurde für die Tanzplattform Deutschland 2020 ausgewählt. Zudem schuf er Auftragsarbeiten für Stadt- und Staatstheater.

Jurymitglieder

Der Jury unter dem Vorsitz von Kulturreferent Anton Biebl gehörten in diesem Jahr an: Thomas Betz (Journalist, Publizist), Johannes Härtl (Iwanson-Schule), Stephan Herwig  (Preisträger 2018), Carmen Kovacs (Bayerisches Staatsballett), Susanne Traub (Goethe-Institut) und Rita Argauer (Süddeutsche Zeitung) sowie die Stadträtinnen und Stadträte Marion Lüttig (Die Grünen - Rosa Liste), Thomas Niederbühl (Die Grünen - Rosa Liste), Ulrike Grimm (CSU), Roland Hefter (SPD / Volt) und Nicola Holtmann (ÖDP / FW).