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Tanzkurse zur Münchner Francaise


Tanzende Menschen im Hofbräuhaus  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Alljährlich zur Vorbereitung auf den Kocherlball.

Die Münchner Française ist eine Nachfahrin der höfischen Kontratänze und Quadrillen, die ausgehend von Frankreich im 18. und 19. Jahrhundert sehr populär waren. Bis heute erfreut sie sich großer Beliebtheit gerade in München und ist der Höhepunkt vieler Tanzfeste, wie dem Kocherlball am Chinesischen Turm.

Bei der Münchner Française handelt es sich um ein Potpourri aus fünf Tanzteilen (sogenannten Touren). Ihr Prinzip beruht auf Kolonnentanzen. Zwei Tanzreihen stehen sich gegenüber und agieren einzeln oder paarweise im Wechselspiel zwischen einfacheren und komplexeren Figurenabfolgen. Um sich die verschiedenen Tanzbestandteile merken zu können, erklärt eine Tanzmeisterin oder ein Tanzmeister die einzelnen Touren und sagt die Figurenelemente auch während des Tanzes an.

Musikalisch lebt die Münchner Française von der schwungvollen Ballmusik des 19. Jahrhunderts. In München wird sie besonders gerne auf die sogenannte „Fledermaus-Quadrille“ von Johann Strauß Sohn getanzt.

Um die Münchner Française zu erlernen oder aufzufrischen, bietet das Kulturreferat jedes Jahr speziell zum Stadtgründungsfest Kursangebote an.

Der bairische Tanzboden ist eine Tradition, die besonders in der Stadt ein großes Comeback feiert. „Bairisch Tanzen“ ist ganz einfach und weckt die Lust auf mehr, denn auch ohne Vorkenntnisse kann man ganz ungeniert unter professioneller Anleitung verschiedene Tänze ausprobieren. Das Programm besteht ganz bewusst aus einer Mischung einfacher Rhythmen und leichter Tanzfiguren und eignet sich deshalb auch besonders für Einsteigerinnen und Einsteiger, egal ob in Tracht oder Alltagskleidung.

Alle Angebote sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es sind keine Tanzvorkenntnisse notwendig. Die Kurse bauen nicht aufeinander auf. Auch Einzeltänzerinnen und -tänzer sind herzlich willkommen.

Die Geschichte der Münchner Francaise

Erste Belege für die Française als Tanzform (auch als Quadrille bezeichnet) finden sich ab 1840 in der Münchner Lokalpresse. Begünstigt durch die Musikmode aus Wien, entwickelt sich die Quadrille zum Musik- und Tanzschlager und etabliert sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als fester Bestandteil des Gesellschaftstanzes in München. Eine erste Dokumentation der Tanzfolgen mit expliziter Nennung „Münch'ner Française“ stammt aus dem Jahr 1886. Bis in die 1930er Jahre bleibt sie gesellschaftlich vor allem durch Tanzschulen in der Bevölkerung verankert, wobei im Laufe der Zeit zahlreiche, teils vereinfachende und erheiternde Varianten entstehen. Auch in den Nachkriegsjahren erfreut sich die Münchner Française großer Beliebtheit in Tanzschulen und wird schließlich von der Volkstanzpflege für sich entdeckt. Dort gehört sie bis heute zum Repertoire überlieferter Volkstanzformen. Seit dem 850-jährigen Stadtgeburtstag bietet das Kulturreferat München – Volkskultur gezielt Kursangebote an, um diesen für München so typischen Tanz wieder verstärkt in das Bewusstsein einer städtisch geprägten Volkskultur zu rücken.

Zur Musik

Es gibt eine Vielzahl von Quadrillen, auf deren Musik die Münchner Française getanzt werden kann. Die bekannteste Melodie jedoch ist die „Fledermaus-Quadrille“ aus der gleichnamigen Operette von Johann Strauß Sohn, uraufgeführt 1874. Die beliebte und auch heute noch wie „Gassenhauer“ bekannte Musik hat im Volksmund zu Texten geführt, wie „Haut´s d`Fenster zsamm, haut´s d´Fenster zsamm, damit die Glaser Arbat ham!“ oder „Die Fledermaus, die Fledermaus, die hängt mir schon zum Hals heraus!“