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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Provenienzforschung


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© Foto: Lenbachhaus

Erforschung der Herkunft von Kunstwerken in den städtischen Museen

Mit Unterzeichnung der Washingtoner Prinzipien im Dezember 1998 hat sich die Bundesrepublik Deutschland – neben 43 weiteren Staaten – verpflichtet, NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut zu identifizieren und mit den einstigen Eigentümer*innen oder ihren rechtmäßigen Erb*innen faire und gerechte Lösungen zu finden. Die Landeshauptstadt München unterstützt die vom Beauftragten der Bundesregierung der Kultur und der Medien, vom Deutschen Museumsbund und von der Kulturstiftung der Länder erbetene Recherche in ihren Museen.

Die Sammlungen der Landeshauptstadt München sind sich der Verantwortung bewusst, zur Auffindung von NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern in ihren Beständen beizutragen. Sie machen ihre Dokumente öffentlich zugänglich, erforschen kontinuierlich ihre Bestände und gehen Hinweisen nach, die an sie herangetragen werden. Entsprechend werden systematisch die Provenienzen aller Objekte untersucht, die vor 1945 entstanden sind und nach 1933 in die Sammlungen gelangten. Die Museen prüfen Anfragen und an sie gestellte Restitutionsansprüche auf deren Berechtigung gemäß der Washingtoner Prinzipien von 1998. Sie bemühen sich um faire und für alle Beteiligten gerechte Lösungen. In der Datenbank www.lostart.de 

des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste werden die Ergebnisse, aber auch offene Fragen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das vorgenannte Zentrum hat seit 2020 einen Help Desk eingerichtet, der besonders nicht-deutsch-sprachigen Opfern des NS-Regimes und ihren Nachfahr*innen Beratung und Hilfestellung bei Fragen des NS-Kulturgutraubs bietet.


Die Provenienzforschung ist darüber hinaus aufs Engste mit der Aufarbeitung der Institutions- und Sammlungsgeschichte der einzelnen Museen verbunden. Nicht nur die Geschichte der Kunstwerke, sondern auch die Rolle der Institutionen im Nationalsozialismus wird erforscht. Das führt auch zu neuen Erkenntnissen über den historischen Kunstmarkt, den Kunstbetrieb und die involvierten Akteur*innen. Diese Kontextualisierung ist ein sehr wichtiger Teil der Erinnerungskultur. Die Forschung trägt dazu bei, das Unrecht, das den Opfern des Holocaust und den Verfolgten des nationalsozialistischen Systems widerfahren ist, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

 

Kontakt

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Luisenstraße 33
80333 München

Sarah Bock, M.A.
Tel.: 089 233 82640
E-Mail: sarah.bock@muenchen.de

Lisa Kern, M.A.
Tel.: 089 233 523288
E-Mail: lisa.kern@muenchen.de

Melanie Wittchow, M.A.
Tel.: 089 233 523281
E-Mail: melanie.wittchow@muenchen.de

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Dr. Regina Prinz
Tel.: 089 233 27392
E-Mail: regina.prinz@muenchen.de